Fußball

Vom Andrang der Fans überfordert? Kontrollen am Stade de France versagen

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Rauchbomben und Pyrotechnik im Stadion - die Kontrollen der Fans liefen nicht so, wie von den Sicherheitsexperten vorgesehen.

(Foto: AP)

Die Angst vor einem Terroranschlag bei der Fußball-EM im Sommer ist groß. Die zuständigen Behörden erhöhen daher die Sicherheits- und Kontrollmaßnahmen. Doch die offenbaren Schwächen - wie sich beim letzten Härtetest vor den Titelkämpfen zeigt.

Zweieinhalb Wochen vor der Fußball-Europameisterschaft müssen die französischen Gastgeber ihre Sicherheitsmaßnahmen am Stade de France nachbessern. Bei einem Test hätten die neuen Vorkehrungen am Stadion nördlich von Paris in einigen Punkten nicht funktioniert, räumte der Präfekt des Départements Seine-Saint-Denis, Philippe Galli, ein.

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Erhöhte Alarmbereitschaft beim Fußball - das gilt vor allem seit den Terroranschlägen im vergangenen Jahr in Paris.

(Foto: dpa)

So sei es Fans beim französischen Pokalfinale am Samstag gelungen, trotz der verschärften Kontrollen verbotene Gegenstände wie Rauchbomben ins Stadion zu bringen. "Das zeigt zunächst, dass die Durchsuchungen nicht so gelaufen sind, wie sie sollten", sagte Galli im Radiosender Europe 1. Er kündigte an, die Maßnahmen anzupassen.

In dem Stadion im Pariser Vorort Saint-Denis sollen unter anderem das Eröffnungsspiel der Europameisterschaft am 10. Juni und das Finale ausgetragen werden. Nach den Terroranschlägen des vergangenen Jahres in Frankreich sind für den Wettbewerb strenge Sicherheitsvorkehrungen angekündigt, im Land gilt weiter der Ausnahmezustand.

Nur vier Zugänge, lange Staus

Am 13. November hatten sich unter anderem drei Selbstmordattentäter im Umfeld des Stade de France in die Luft gesprengt, während dort die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gegen Frankreich spielte. Präfekt Galli sagte, vermutlich seien die Sicherheitsleute vom Andrang der Fans überfordert worden - dies müsse nun geklärt werden. Alle Besucher mussten durch nur vier Zugänge, um das Stadiongelände zu erreichen, dabei kam es zu Staus.

Für das Pokalfinale zwischen den Erzrivalen Paris Saint-Germain und Olympique Marseille war erstmals eine mehr als mannshohe Barriere um das Stadion errichtet worden. Zudem wurden Besucher dreimal überprüft: Polizisten sollten an einer vorgelagerten Kontrolle verhindern, dass jemand Langwaffen oder Sprengstoffgürtel dabei hat. Anschließend mussten die Fans zwei weitere Kontrollen privater Sicherheitsleute passieren, wo sie auch abgetastet wurden.

Gegenstände über Barrieren gereicht

Präfekt Galli sagte, teilweise hätten Fans Gegenstände über die Barriere gereicht und so die Kontrollen umgangen. Er äußerte sich optimistisch, die Probleme bis zum Start der EM zu lösen. Das neue Kontroll-System sei schon bei sechs vorherigen Spielen getestet worden und habe funktioniert.

Im Mittelpunkt der Debatten um die EM-Sicherheit stehen auch die geplanten Fanmeilen, unter anderem am Pariser Eiffelturm. Ex-Präsident und Oppositionspolitiker Nicolas Sarkozy bezeichnete die Fanzonen als Risiko, während Premierminister Manuel Valls betonte, sie sollten aufrecht erhalten werden, wenn es keine besondere Bedrohung gebe. "Die Euro muss stattfinden", sagte er dem Sender BFMTV am Sonntagabend. "Wir müssen leben", sonst sei es "ein Sieg der Terroristen".

Quelle: n-tv.de, tno/dpa

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