Fußball

Vertrag bis Saisonende Korkut soll Leverkusens Talfahrt stoppen

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Tayfun Korkut beerbt Roger Schmidt als Trainer von Bayer Leverkusen.

(Foto: imago/Revierfoto)

Schnelle Entscheidung in Leverkusen: Tayfun Korkut ist der Nachfolger von Roger Schmidt. Der 42-Jährige, schon Trainer von Hannover 96 und des 1. FC Kaiserslautern, wird bis zum Saisonende den Werksklub übernehmen. Was dann passiert ist völlig offen.

Tayfun Korkut soll beim zuletzt kriselnden Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen eine Trendwende einleiten. Nur einen Tag nach der Trennung von Roger Schmidt präsentierte der Tabellenzehnte eine Interimslösung. Der 42 Jahre alte Korkut erhält einen Vertrag bis Saisonende. "Wir wollen alles daransetzen, das Ziel, international dabei zu sein, nochmals in Angriff nehmen", sagte Korkut nach der Bekanntgabe.

"Wir wollten einen neuen Impuls setzen, um unsere Ziele noch zu erreichen", pflichtet Geschäftsführer Michael Schade ihm bei. "Wir sind froh, dass wir mit ihm einen erfahrenen Trainer finden konnten." Der in Ostfildern bei Stuttgart aufgewachsene 42-malige türkische Nationalspieler Korkut war als Profi bei Fenerbahçe Istanbul, Real Sociedad San Sebastián, Espanyol Barcelona, Besiktas Istanbul und Gençlerbirligi Ankara aktiv.

Nach ersten Trainererfahrungen im Juniorenbereich bei 1899 Hoffenheim und beim VfB Stuttgart wurde er im Januar 2012 Co-Trainer der türkischen Nationalmannschaft. Korkut war zuletzt bis zu seinem Rücktritt am 27. Dezember 2016 beim Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern und davor beim Erstligisten Hannover 96 tätig.

Korkut bringt langjährigen Weggefährten mit

Leverkusen hatte Chefcoach Schmidt nach zuletzt drei Pflichtspiel-Niederlagen in Serie und zwölf Gegentoren am Sonntag freigestellt. Das hatte der Gesellschafterausschuss auf Empfehlung von Geschäftsführung und Sportlicher Leitung am Tag danach als Reaktion auf die 2:6-Pleite der Werkself bei Borussia Dortmund beschlossen.

Ebenso wie Schmidt haben auch Co-Trainer Markus Krösche und Schmidt-Intimus Jörn Wolf, der erst im Januar als "Vermittler" zwischen Trainer, Team und Stuff verpflichtet worden war, den Klubs verlassen. "Das war auch sein Wunsch, weil die Konstellation so war, um Roger Schmidt zu stärken", so Sportchef Rudi Völler über die Personalie Wolf. "In der jetzigen Konstellation macht das keinen Sinn." Korkut, der am Montagnachmittag erstmals das Bayer-Training leitet, bringt lediglich seinen langjährigen Co-Trainer Xaver Zembrod mit.

Völler und Korkut betonten, dass trotz aller derzeitigen Vereinbarungen auch eine Zusammenarbeit über das Saisonende hinaus theoretisch denkbar sei. "Wir wollen erstmal die Saison zu Ende spielen, dann sehen wir weiter", sagte Völler. Möglich ist aber auch, dass ab Juli ein neuer Chefcoach das Zepter übernimmt. Als mögliche Kandidaten gelten Julian Nagelsmann (1899 Hoffenheim) und Lucien Favre (OGC Nizza).

Neben der Vorstellung des neuen nahm Rudi Völler auch noch einmal ausführlich Stellung zum alten Trainer: "Wir hatten uns das anders vorgestellt. Leider mussten wir nach vielen Besprechungen und Diskussionen zum Ergebnis kommen, uns von Roger Schmidt zu trennen. Natürlich hatten wir die Überlegung, trotzdem mit ihm weiterzumachen. Aber es war schnell klar, dass es durch die Vorbelastung nicht möglich war. Tayfun ist eine Entscheidung, die in den letzten Tagen gereift. Er hat immer gute Ideen, Fußball spielen zu lassen. Die Wahl war relativ einfach, wir sind von Tayfun überzeugt, dass er die Köpfe der Spieler frei bekommt."

Quelle: ntv.de, ara/dpa/sid