Fußball

"Angst?" "Nein!" Kovac plant nicht weniger als den PSG-Sturz

Kaum im Amt, erklärt Niko Kovac, was er mit der AS Monaco vorhat. Der Ex-Bayern-Coach plant, den strauchelnden Klub aus dem Fürstentum zurück an die Spitze der Ligue 1 zu führen. Dort thront seit Jahren Paris St. Germain - noch, wenn es nach Kovac geht.

Niko Kovac nahm seine rot-weiße Maske ab, richtete seine dunkle Krawatte und blies dann zum Angriff auf den Platzhirschen aus Paris. "Unser Ziel ist es, Monaco wieder an die Spitze der Ligue 1 zu bringen. Wir wollen hier das Maximum dessen erreichen, was möglich ist", sagte der ehemalige Bayern-Trainer am Dienstag bei seiner Vorstellung als neuer Coach des französischen Erstligisten und strahlte sein bekanntes Selbstbewusstsein aus. Für seinen ersten offiziellen Auftritt beim Mittelmeer-Klub hatte sich Kovac gut vorbereitet. "Salut, Bonjour", sagte er zur Begrüßung und versprach dann auf Französisch, möglichst schnell die Sprache zu lernen. Den Rest der einstündigen Pressekonferenz hielt der gebürtige Berliner dann lieber auf Englisch. Schließlich hatte er Wichtiges zu sagen.

Aufmerksam zugehört haben dürfte PSG-Trainer Thomas Tuchel im fernen Paris. "Wir wollen Monaco wieder nach oben bringen. Das bedeutet, dass wir international spielen wollen. Und jeder weiß, was ich damit meine", sagte Kovac. PSG hat sechs der vergangenen sieben Meisterschafen geholt, nur 2016/2017 durchbrach Monaco diese Serie. In der abgebrochenen Saison belegte die AS den neunten Platz, im Jahr davor entgingen die Monegassen als 17. nur knapp dem Abstieg in die zweite Liga.

Kovac kündigte für dieses Ziel Aktivitäten auf dem Transfermarkt an, den Namen Mario Götze nahm er aber nicht in den Mund. "Ich muss mir erst einen Überblick verschaffen. Bis zum Ende der Transferperiode werden wir aber sicher noch etwas machen. Was genau, werden wir intern besprechen", sagte er.

Noch kein Gespräch mit dem Klubchef

Kovac war erst am Sonntag verpflichtet worden. Am Montag leitete er sein erstes Training, am Mittwoch steht bei Standard Lüttich schon der erste Test an. "Es ging sehr schnell, das war schon eine Überraschung", sagte er. Mit Dmitri Rybolowlew, dem schwerreichen Klubchef aus Russland, habe er noch nicht gesprochen, wolle dieses aber schnell nachholen.

Der neue Sportdirektor Paul Mitchell bezeichnete Kovac derweil als den "herausragenden Kandidaten" seiner Trainersuche. Nach Ansicht des Engländers, bis vor Kurzem noch Chefscout bei RB Leipzig, passt der 48 Jahre alte Kovac "zu diesem Zeitpunkt perfekt" zu den Ambitionen des Klubs. Obwohl auch Kovac eine Vergangenheit im RB-Kosmos habe, seien sich beide vorher nie begegnet, betonte er.

Kovac präsentierte sich derweil voller Tatendrang, die Saison der Ligue 1 beginnt schließlich "schon" am 22. August. "Das klingt lang, ist es aber nicht", sagte der neue Coach. Der Kroate ist bereits der fünfte Monaco-Coach seit Ende 2018, dieser Verschleiß macht ihm aber offensichtlich nichts aus. Ob er angesichts dieser Bilanz "Angst" habe, wurde Kovac gefragt. Seine knappe Antwort: "Nein".

Quelle: ntv.de, tsi/sid