Fußball

"Da muss mir nicht bange sein" Kovac will den FC Bayern flexibler machen

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Niko Kovac grübelt über die taktische Ausrichtung des FC Bayern.

(Foto: imago/Sammy Minkoff)

Schwitzen wie einst bei Felix Magath: Bayern-Trainer Niko Kovac steigt mit dem fast kompletten Kader in die letzte Phase der Vorbereitung ein. Dabei setzt der "Neue" vor allem auf Fitness und stellt bewährte taktische Modelle auf den Prüfstand.

Die Stufen auf den 1722 Meter hohen Wallberg waren bei den Stars des FC Bayern gefürchtet. Unter Felix Magath gehörte diese Gipfel-Tour zum Standardprogramm des Trainingslagers am schönen Tegernsee. Auch unter Trainer Niko Kovac wartet auf die Profis des deutschen Fußball-Rekordmeisters bei ihrer Rückkehr nach Rottach-Egern ein schweißtreibendes Programm - "Quälix" lässt grüßen. "Es wird das Jahr der harten Arbeit. Das kann ich nach den Gesprächen mit Niko voraussagen. Die Spieler werden auf einem hohen körperlichen Niveau sein und dafür auch manchmal leiden müssen", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge der "Sport Bild".

Man werde aber "nicht overloaden", betonte Kovac: "Wir passen klar auf, haben Kontrollmechanismen." Die Intensität in den Einheiten bis zum 9. August, unterbrochen vom Test gegen Manchester United am Sonntag (20.15 Uhr live bei RTL) in der Allianz Arena, werde aber dennoch hoch sein, "das gehört zur Vorbereitung dazu". Ins Schwitzen werden Manuel Neuer und Co. bei erwarteten Temperaturen von über 30 Grad so oder so kommen.

Erstmals wird Kovac ab Donnerstag seinen (fast) kompletten Kader begrüßen können. Nur Weltmeister Corentin Tolisso ist noch nicht dabei - dafür die deutschen WM-Frustrierten Neuer, Thomas Müller, Sebastian Rudy, Mats Hummels, Jerome Boateng, Niklas Süle, Joshua Kimmich und Zugang Leon Goretzka, der seinen Einstand feiert. Dazu kommen Robert Lewandowski, James und Thiago. Die WM-Starter waren in der vergangenen Woche in München ins Training eingestiegen, während der Rest um Franck Ribery und Arjen Robben auf US-Tour war.

Der finale Kader steht noch nicht

Ausreden nach den WM-Enttäuschungen lässt Kovac nicht gelten. Er erwarte "absolute Leidenschaft und Ehrgeiz". Ob allerdings auch alle Profis das Trainingslager beenden werden, ist offen. Jérôme Boateng wird mit Paris St. Germain in Verbindung gebracht, der Innenverteidiger darf bei einer hohen Ablöse gehen. Arturo Vidal soll sich mit Inter Mailand einig sein. Auch Thiago, der mit dem FC Barcelona liebäugelt, und Juan Bernat sollen zum Verkauf stehen.

Kovac will seinen Luxus-Kader überschaubar halten. "22 Feldspieler sind das Maximum, gerade wenn man 22 solche Hochkaräter hat. Wenn alle fit sind, müsste man sechs Spieler zu Hause lassen", sagte der frühere Profi bereits. Nur den abwanderungswilligen Torjäger Lewandowski wollen die Münchner unter keinen Umständen verkaufen. "Unsere Tür bleibt zu", verdeutlichte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, "die Top-Qualität, über die wir verfügen, bleibt bei Bayern München".

Und diese Top-Qualität soll künftig flexibler eingesetzt werden. Der vor allem unter Josep Guardiola perfektionierte Ballbesitzfußball steht ebenso auf dem Prüfstand wie die Viererkette, die die Münchner seit Jahren praktizieren. An der Umsetzung seiner Ideen will Kovac am Tegernsee intensiv arbeiten. Der FC Bayern müsse in der Lage sein, "aus einer Viererkette schnell ein Dreierkette zu machen", sagte er. Man müsse "immer auf gewisse Situationen reagieren können, 3-4-3 oder 3-5-2. Die Qualität dieser Spieler ist groß genug. Da muss mir nicht bange sein."

Quelle: ntv.de, Thomas Niklaus, sid