Fußball

Von wegen Flop wie beim BVB Laziali feiern Immobile als "König von Rom"

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Dreierpack beim 5:1 gegen Sampdoria Genua: Ciro Immobile.

(Foto: imago images/Gribaudi/ImagePhoto)

Ciro Immobile? Da war doch was. Stimmt, der italienische Fußballprofi hat keine gute Erinnerung an die Borussia aus Dortmund. Und die auch nicht an ihn. Beim Lazio nun ist der Angreifer der Liebling der Fans. Sie feiern ihn frenetisch und die Römer fliegen in der Serie so hoch wie lange nicht mehr.

Ciro Immobile verschwendet an sein "verlorenes Jahr" bei Borussia Dortmund inzwischen kaum noch einen Gedanken. Der italienische Fußball-Nationalspieler ist der Torjäger der Stunde in der Serie A, er hat mit 23 Treffern sogar den fünfmaligen Weltfußballer Cristiano Ronaldo von Juventus Turin abgehängt, der nur auf 16 Treffer kommt. Am vergangenen Samstag erzielte Immobile, der 2014/20145 eine Saison für den BVB kickte und mickrige drei Tore in 24 Partien erzielte, einen Dreierpack beim 5:1 gegen Sampdoria Genua. Der "Corriere dello Sport" feierte den 29 Jahre alten Angreifer prompt als "König von Rom".

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"Ciro veni, vidi, vici": Die Tifosi hat Immobile auf seiner Seite.

(Foto: imago images/Independent Photo Agency)

Die Lazio-Tifosi rasten regelmäßig aus, wenn ihr Ciro trifft und die gegnerischen Abwehrreihen aus den Angeln hebt. "Ciro veni, vidi, vici" (Ciro kam, sah und siegte), lobte der "Corriere". Dabei stimmt bei ihm die Redewendung "nomen est omen" (der Name ist ein Zeichen) nicht, denn sein Familienname bedeutet übersetzt "unbeweglich". "Mit deinem Nachnamen wirst du in meiner Mannschaft nie Mittelstürmer", soll die Trainerlegende Zdenek Zeman 2011 gesagt haben. Inzwischen werden keine Witze mehr über seinen Namen gemacht.

Immobile begann seine Profikarriere bei Juventus Turin, im März 2009 lief er das erste Mal auf. Doch im Team war selten Platz für den jungen Angreifer, sodass er zu den Zweitligisten AC Siena, US Grosseto und Delfino Pescara wechselte, bevor er zum FC Genua und dann zum FC Turin kam. 2014 wechselte er schließlich als Torschützenkönig in die Bundesliga.

Klopp? "Taktisch nicht viel gearbeitet"

Aber beim BVB kam Immobile nicht zurecht. Auch Trainer Jürgen Klopp konnte Immobile nicht zum gleichwertigen Ersatz für den nach München abgewanderten Robert Lewandowski aufbauen. Später monierte Immobile, der inzwischen zum FC Sevilla gewechselt war, dass Klopp zwar "ein guter Coach" sei und mit seiner motivierenden Art das Maximum aus Spielern heraushole. Aber: "Im taktischen Bereich haben wir nicht viel gearbeitet", betonte er damals im Interview mit "El Pais". Inzwischen ist Klopp Champions-League-Sieger mit dem FC Liverpool und von der Fifa zum Welttrainer gewählt worden.

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Lief nicht so mit den beiden: Immobile und Jürgen Klopp in Dortmund.

(Foto: imago/Team 2)

Immobile fühlte sich in Dortmund im Stich gelassen, er habe "keine Hilfe bekommen - weder ich noch meine Familie. Wir haben sehr gelitten", haderte er. Als Glücksfall erwies sich für Immobile der Wechsel 2016 zu Lazio. Seinen Vertrag verdankte er Lazios Sportdirektor, dem früheren Bundesligaprofi Igli Tare, der mit der Verpflichtung des Stürmers ein gutes Näschen bewies. In der Serie A erzielte Immobile bisher 122 Tore. Der Stürmer ist beidfüßig, dribbelstark, robust im Zweikampf, kann im Zentrum oder auf dem Flügel eingesetzt werden.

"Immobile beflügelt die Mannschaft und ist ein gnadenlos effektiver Torschütze", schrieb die "Gazzetta dello Sport". Der Profi, der sich auf Instagram gern mit seiner Frau Jessica und seinen drei Kindern den knapp eine Million Followern zeigt, tritt bescheiden auf. "Ich bin stolz auf die Leistungen meiner Mannschaft und meiner Teamkollegen, die mich immer in die Lage versetzen, mein Bestes zu geben." Die Ziele in dieser Saison sind klar: Immobile und Lazio wollen sich für die Champions League qualifizieren, im Augenblick ist das Team Dritter mit sieben Punkten Vorsprung auf den Lokalrivalen AS Rom. "Dieses Jahr können wir es schaffen." Und auch im nationalen Pokal ist Lazio noch vertreten. Im Viertelfinale geht es an diesem Dienstag ab 20.45 Uhr in Neapel gegen die Società Sportiva Calcio.

Apropos Jürgen Klopp: Für den deutschen Trainer läuft es ebenfalls ganz gut. Gratulationen zur englischen Meisterschaft nimmt er aber noch nicht entgegen. Doch was für ein Fußballwunder müsste passieren, damit der FC Liverpool am Ende dieser Premier-League-Saison nicht den ersten nationalen Liga-Triumph seit 30 Jahren feiern würde?

Quelle: ntv.de, Micaela Taroni, sid