Fußball

Platz im Liga-Geschichtsbuch Legendärer HSV-Keeper Özcan Arkoc ist tot

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Der Hamburger SV nennt Arkoc einen "der herausragenden Torhüter seiner Zeit".

Özcan Arkoc ist der erste Spieler, der jemals in der Fußball-Bundesliga ausgewechselt wurde. Nach seiner Karriere wird er der erste türkischstämmige Cheftrainer im deutschen Oberhaus. Nun ist der ehemalige Torhüter im Alter von 81 Jahren verstorben.

Der ehemalige HSV-Torwart und -Cheftrainer Özcan Arkoc ist tot. Nach Angaben des Fußball-Zweitligisten starb er im Alter von 81 Jahren in Hamburg: "Der HSV trauert um eine Vereinsikone, eine große Persönlichkeit und einen wunderbaren Menschen."

Arkoc war 1967 von Austria Wien nach Hamburg gekommen. Seine Karriere hatte er in seiner Heimat bei Fenerbahce und Besiktas Istanbul begonnen. Er war der erste türkische Profi des HSV und bestritt bis 1975 insgesamt 207 Pflichtspiele für Hanseaten, davon 159 in der Bundesliga, 14 im DFB-Pokal und 19 im Europapokal. In dieser Zeit stand er auch mit gemeinsam mit Klub-Idol Uwe Seeler auf dem Feld. "Das ist eine sehr traurige Nachricht. Ötschi war ein Pfundskerl, der mir sehr ans Herz gewachsen war", sagte der 84-jährige Seeler bei "Bild".

Gleich bei seinem Pflichtspiel-Debüt für den HSV am 19. August 1967 im Spiel bei Werder Bremen (4:1) sicherte sich Arkoc einen Platz in der Bundesliga-Historie. Er musste in der 20. Minute wegen einer Fingerverletzung gegen Erhard Schwerin ausgetauscht werden und war damit der erste Bundesliga-Profi, der nach der Einführung von Spielerwechseln zur Saison 1967/68 ausgewechselt wurde. Neunmal lief er zwischen 1958 und 1965 für die türkische A-Nationalmannschaft auf, einmal davon als Kapitän. Auch für die U18 und die U21 kam Arkoc zum Einsatz, der 1980 auch die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten hatte.

Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn blieb er dem Verein und der Stadt verbunden. So war er Assistent von Trainer Kuno Klötzer und dessen Nachfolger Rudi Gutendorf in der Saison 1977/78. Nach der Trennung von Gutendorf rückte Arkoc für 22 Punktspiele auf den Chefposten und wurde der erste türkischstämmige Trainer in der Bundesliga. Anschließend trainierte er 1979 außerdem noch die damaligen Zweitligisten Wormatia Worms und Holstein Kiel für kurze Zeit. Der HSV verewigte ihn auf dem "Walk of Fame" vor dem Volksparkstadion.

Quelle: ntv.de, tsi/dpa