Fußball

Junge baut Fußballstadien nach Lego-Joe ist verrückt nach der Bundesliga

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Stolz wie Bolle: Im November durfte Bryant seine Miniatur des Bremer Stadions im Original präsentieren.

(Foto: imago images/Nordphoto)

Das Berliner Olympiastadion, das Stadion in Bremen, die Schalke-Arena und das Schwarzwald-Stadion: Sie alle stehen bei Joe Bryant im Kinderzimmer. Der Engländer liebt die Fußball-Bundesliga. Aus Lego baut der 11-Jährige seine Sehnsuchtsorte detailreich nach.

Die Arena des FC Schalke 04 zählt zu den Lieblingsstadien von Joe Bryant. Daran lassen die Bilder auf seinem Twitter-Profil kaum Zweifel. Der Bau in Gelsenkirchen ist dort am häufigsten zu sehen - und zwar aus Lego. Der 11-jährige Engländer ist verrückt nach den kleinen Steinchen. Vor allem aber nach deutschen Fußballtempeln. "Die Atmosphäre ist so viel besser als in England", erklärt er seine Faszination gegenüber ntv.de: "Die deutschen Stadien sind alle einzigartig und cool."

Acht Bundesligastadien hat Joe bereits originalgetreu nachgebaut. Auch deshalb freut es ihn besonders, dass die Rückrunde nun gestartet ist. "Yay!!! Die Bundesliga ist dieses Wochenende zurück", twitterte er mit dem Hinweis, dass im Berliner Olympiastadion ein "großes Spiel" stattfinde. Seine Sympathie gilt dabei am Sonntag (ab 15.30 Uhr bei Sky und im Liveticker auf ntv.de) offenkundig nicht dem deutschen Meister FC Bayern München, sondern den Gastgebern: "Die besten Wünsche für meine Freunde von Hertha BSC." Dazu postete er drei Bilder von seinem persönlichen Olympiastadion aus Lego. Kurz vor Weihnachten hatte er den Nachbau fertiggestellt. Der ist zwar mini im Vergleich zum Original, aber mit einem Maß von etwa 1,60 mal 1 Meter das größte Bauwerk aus seiner Sammlung. "Ich denke, da stecken mehr als 5000 Teile drin", erklärt Joe. Seine bisherigen Stadien bestünden demnach aus 3500 bis 4000 Steinen und seien "nur" 1,30 Meter lang.

Zwar ist der Junge aus der Kleinstadt Crawley südöstlich der Universitätsstadt Oxford Fan des drittklassigen Klubs Ipswich Town, doch die deutsche Fußballlandschaft hat es ihm insgesamt mehr angetan als die seiner englischen Heimat. Dort sähen die meisten Stadien gleich "und ein bisschen langweilig" aus, erklärt er.

"Ich werde immer besser"

Stein für Stein bastelt sich Joe die Stadien der Bundesrepublik zusammen. Normalerweise brauche er vier Wochen für ein Exemplar. Der Olympiastadion-Bau aber habe knapp sechs Wochen gedauert, "weil ich noch mehr Steine bestellen musste". Daran war freilich noch nicht zu denken, als Joe im Alter von fünf Jahren mit dem Bau von simplen Tribünen begann. "Mit acht Jahren habe ich dann angefangen, meine eigenen Stadien in Lego zu entwerfen. Ich hatte sogar eines mit funktionierenden Scheinwerfern", erklärt er ntv.de. Fortan fand er immer mehr Gefallen an seinem Hobby. "Es ist eine sehr coole Sache, Lego mit Fußball zu kombinieren."

Sponsoren habe er nicht, sagt Joe. Stattdessen müsse sein Vater Phil für das kostspielige Hobby - Eltern wissen, wovon die Rede ist - aufkommen. Gemeinsam betreiben die beiden den Youtube-Kanal "AwayDayJoe" sowie das gleichnamige Twitter-Profil. Dort präsentieren sie Fotos und Videos, die Joe beim Basteln zeigen - meist im Trikot der deutschen Nationalmannschaft. Arenen aus der vielfach gepriesenen Premier League oder Ipswich? Fehlanzeige. Stattdessen ist sein Kinderzimmer vollgestellt mit Mini-Bundesligastadien.

Bislang gibt es in Joes Sammlung neben den Exemplaren von Schalke und Hertha die Stadien aus Köln, Mainz, Augsburg, Bremen und Leverkusen. Auch die Zweitligaklubs VfL Bochum und den 1. FC Nürnberg hat er bereits mit einer Miniatur beehrt. Und weil ihm keine Bastelei zu viel ist, baute er zusätzlich noch die jeweiligen Klublogos in Kniehöhe.

Joes Repliken sind kleine Kunstwerke, bei denen er nahezu jedes kleine Detail bedenkt. "Ich werde immer besser beim Bau, sodass die Stadien immer detaillierter und realistischer werden." So durfte im Kölner Stadion ein Geißbock nicht fehlen. Und weil er sich beim Grünton der Freiburger Haupttribüne unsicher war, bat er kurzerhand die Fans via Twitter um Rat. Die Nachbildung des Schwarzwald-Stadions ist Joes jüngster Bau, der kurz vor Ende des vergangenen Jahres fertiggestellt wurde. Zeit wurde es: Nur noch neun Partien bestreitet der SC Freiburg dort. Zur neuen Saison zieht der Klub in einen Neubau - wenn Justitia denn will.

Mit dem VfB ins neue Jahrzehnt

Allein aus der Bundesliga gäbe es noch reichlich Kandidaten, wie etwa die "Alte Försterei". Von der Heimstätte des 1. FC Union Berlin habe Joe zwar gehört. Nicht aber, dass die Fans das Stadion - also das echte - vor mehr als elf Jahren in Eigenregie gebaut haben, gibt er zu. "Das ist wirklich cool." Das Union-Stadion stehe nun auf seiner Liste.

Weitaus besser im Rennen dürften bei ihm momentan allerdings andere Kandidaten liegen. Fotos auf Twitter verraten, dass der Junior-Architekt in den Stadien von Frankfurt, Hoffenheim, Paderborn, Düsseldorf, Bielefeld, Darmstadt, Kaiserslautern und Aachen schon seine ganz persönliche Bauspionage betrieben hat - womöglich aber auch für seinen Arbeitgeber in spe: "Vielleicht werde ich eines Tages für Lego arbeiten und ihnen beim Entwerfen von Stadien helfen", erklärt er ntv.de. Bis dahin wird er wohl jedes Stadion der Bundesliga bereits nachgebaut haben.

Quelle: ntv.de