Fußball

Gericht will Lärmurteil prüfen SC Freiburg hofft wieder in Stadion-Posse

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Nur ein Justizirrtum? Freiburgs Trainer Streich und Angreifer Höler können in der Stadion-Posse zuversichtlich sein.

(Foto: picture alliance/dpa)

Beim Bau seines neuen Stadions bekommt der SC Freiburg unerwartet juristische Schwierigkeiten. Ein Gericht moniert fehlenden Lärmschutz und verbietet dem Fußball-Bundesligisten abendliche Spiele. Ein Justizirrtum? Das Urteil soll nun auf den Prüfstand kommen.

In der Diskussion um die Nutzung des neuen Stadions darf sich der Fußball-Bundesligist SC Freiburg Hoffnungen machen. Wie der zuständige Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg mitteilte, wird das Urteil des VGH voraussichtlich in einem sogenannten Anhörungsrügeverfahren noch einmal überprüft.

"Wenn das Regierungspräsidium wie angekündigt Anhörungsrüge einlegt, wird in diesem Verfahren eingehend zu prüfen sein, ob tatsächlich nicht aktuelle Lärmgrenzwerte zugrunde gelegt wurden", sagte ein VGH-Sprecher. "Und - falls ja - ob das Auswirkungen auf die ausgesprochene teilweise Nutzungsuntersagung hat."

Demnach können in einem Anhörungsrügeverfahren alle Verfahrensbeteiligten ausführlich Stellung beziehen: "Im Hinblick auf das mögliche Anhörungsrügeverfahren können weitergehende Aussagen derzeit nicht gemacht werden."

Veraltete Lärmschutzwerte

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Mehrere Anwohner des nahe gelegenen Stadtteils Mooswald hatten nach der Baugenehmigung für das neue Stadion des SCF geklagt und waren am Verwaltungsgericht Freiburg damit gescheitert. Der VGH Baden-Württemberg gab den Beschwerden am Mittwoch aber teilweise statt und urteilte, dass die Arena aus Gründen des Lärmschutzes während üblicher Anstoßzeiten nicht für Fußballspiele genutzt werden darf. In der Bundesliga wären demnach Spiele am Freitag- und Samstagabend sowie am Sonntagmittag um 13.30 Uhr betroffen.

Das Regierungspräsidium Freiburg hatte daraufhin erklärt, dass nach Einschätzung der Behörde der Beschluss auf der Berücksichtigung veralteter Lärmschutzwerte beruhe. Das Regierungspräsidium kündigte zudem die Anhörungsrüge an.

Der SC Freiburg will ab der kommenden Saison im neuen Stadion spielen. Nach der Verkündung des Urteils vom Mittwoch bezeichnete der Verein den Richterspruch "nach dem bisherigen Verlauf,  für uns mehr als überraschend". Für den Fortgang des Verfahrens "wird die Begründung eingehend zu prüfen sein", teilte Vorstand Oliver Leki mit. Nachfragen würden derzeit "nicht beantwortet".

Quelle: ntv.de, cri/sid