Fußball

Werner holt auf Lewandowski auf Leipzig zerlegt Mainz schon wieder

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Fünfmal musste FSV-Keeper Florian Müller den Ball aus dem Netz holen.

(Foto: Patrick Scheiber/JanHuebner/Pool)

Der FSV Mainz 05 entwickelt sich zum Lieblingsgegner von Rasenballsport Leipzig. Zwar wird es nicht ganz so deutlich wie im Hinspiel, doch vor allem Timo Werner poliert seine Bundesliga-Statistik auf. Die Sachsen bleiben damit erster Verfolger des Spitzenduos aus München und Dortmund.

Der "Killer" blieb eiskalt. Ohne Anflug von Emotion eilte Timo Werner nach dem Abpfiff vom Platz, seinen Mitspielern hielt er nur kurz die Faust zum Siegesgruß hin. War was? Nein. Erst der Gedanke an seine Belohnung ließ den bärenstarken Nationalstürmer lächeln: "Ein paar Süßigkeiten sind heute bestimmt drin." Seine drei Tore beim locker-leichten 5:0 (3:0) von RB Leipzig beim FSV Mainz 05 sollen bei weitem nicht seine letzten gewesen sein. Werner geht mit nun 24 Saisontoren wieder auf die Jagd - nach Robert Lewandowski (Bayern München/27 Treffer), dem er noch die Torjägerkanone streitig machen kann.

Mainz: Müller - St. Juste, Bruma (46. Mateta), Niakhate - Baku, Fernandes (74. Latza), Malong (61. Barreiro), Martin - Boetius (61. Awoniyi), Quaison - Onisiwo (74. Öztunali). - Trainer: Beierlorzer
Leipzig: Gulacsi - Laimer (42. Mukiele), Klostermann, Upamecano (60. Orban), Halstenberg - Sabitzer (60. Adams), Kampl (70. Wolf) - Dani Olmo, Nkunku (70. Lookman) - Poulsen, Werner. - Trainer: Nagelsmann
Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)
Tore: 0:1 Werner (11.), 0:2 Poulsen (23.), 0:3 Sabitzer (36.), 0:4 Werner (48.), 0:5 Werner (75.)
Zuschauer: keine
Gelbe Karten: Malong (6), Bruma (3), St. Juste (7) - Sabitzer (4), Upamecano (6), Timo Werner (4)

Mit seinen Scharfschützen (68 Saisontore bedeuten jetzt schon Leipziger Bundesliga-Bestmarke) schlug Werner im Fünfkampf um die Champions-League-Ränge zurück. Nach dem 8:0 im Hinspiel waren die Mainzer erneut nicht mehr als ein überforderter Trainingspartner. RB setzte sich in der Tabelle wieder hinter den Spitzenreiter aus München sowie dessen Verfolger Borussia Dortmund.

Werner (11./58./75.) spielte mit seinem Lieblingsgegner Katz und Maus, drei Tore hatte er schon im Hinspiel erzielt. Zudem durften sich am Sonntag RB-Rekordmann Yussuf Poulsen (23.) in seinem 250. Pflichtspiel für die Sachsen und Marcel Sabitzer (36.) in der Torschützenliste verewigen.

"Wir hätten noch das eine oder andere mehr machen können, wollen aber nicht klagen", sagte Sportdirektor Markus Krösche bei Sky: "Das war absolut in Ordnung. Wir sind sehr zufrieden." Warum auch nicht? Wenig überraschend entwickelte sich schnell das erwartete Spiel auf ein Tor, in dem von den Leipzigern viel Kreativität gefragt war. Gegen eine tiefstehende Mainzer Fünferkette in der Abwehr und eine davor platzierte Viererkette im Mittelfeld zeigte Werners Führung allerdings, wie es gehen konnte: Über die Außenbahn kommen, dann ein präziser Pass ins Sturmzentrum - Treffer. Leipzig blieb aktiv.

"Druck machen", forderte Trainer Julian Nagelsmann bei Ballbesitz der Mainzer, den es über längere Phasen aber kaum gab. Nach Poulsens Tor hätten Werner (25.) und Poulsen selbst (33.) fast erneut zugeschlagen, was schon zu diesem frühen Zeitpunkt gar nicht mal unverdient gewesen wäre. "Ich bin froh, dass wir es nicht zweistellig bekommen haben", sagte der konsternierte Mainzer Torhüter Florian Müller bei Sky.

Den überfälligen dritten Treffer besorgte Sabitzer nach einem Vorstoß, der typisch war. Als der Mainzer Edimilson Fernandes Probleme bei der Ballkontrolle andeutete, stürzten vier RB-Spieler wie Raubkatzen auf ihn zu und eroberten gemeinsam den Ball. Wer glaubte, dass die Gäste nach dem Seitenwechsel das Tempo drosseln würden, sah sich getäuscht. Wie vor dem dritten Tor war die Balleroberung im Mittelfeld auch für den vierten Treffer der Ausgangspunkt, am Ende einer fabelhaften Kombination musste Werner nur noch ins leere Tor einschieben.

Phasenweise waren die Mainzer, als Tabellen-15. tief im Abstiegssumpf, zu bemitleiden. Gegen die Schnelligkeit oder den Spielwitz der Leipziger Schaltzentrale um Sabitzer und Kevin Kampl hatten sie keine Mittel.

Quelle: ntv.de, tsi/sid