Fußball

Zwei Neue da, drei sollen folgen Leipzigs Kader-Plan kann fast nicht aufgehen

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Angelino ist einer der Spieler, dessen Zukunft in Leipzig fraglich ist.

(Foto: PICTURE POINT)

Julian Nagelsmann ahnt schon, dass seine Wünsche etwas optimistisch sind. Fünf Neuzugänge wünscht sich der Trainer von RB Leipzig, um in der neuen Saison den FC Bayern zu ärgern. Doch selbst mit den frischen Werner-Millionen scheint das nicht so einfach.

Zwei Neuzugänge liegen schon im Einkaufswagen, doch Julian Nagelsmanns Shoppingliste ist längst noch nicht abgearbeitet. Der Trainer von RB Leipzig weiß: Um in der Bundesliga vielleicht irgendwie den FC Bayern zu ärgern, muss im Idealfall noch reichlich neues Personal her. Gleichzeitig verwandelt die Corona-Krise die Kaderplanung der Sachsen aber in ein hochkomplexes Puzzlespiel.

Dabei wäre es ein Irrglaube, anzunehmen, dass die rund 53 Millionen Euro, die Leipzig vom FC Chelsea für Nationalstürmer Timo Werner erhält, komplett reinvestiert werden. "Wir werden in diesem Sommer weit weniger ausgeben, als wir für Timo bekommen haben. Ich bin mir trotzdem sicher, dass wir die richtigen Spieler holen", sagte RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff jüngst dem "Kicker" und gab dennoch auch für das kommende Jahr das Ziel "Champions-League-Qualifikation" aus.

Also werden die Leipziger erfinderisch. Ein Weg, um Spieler zu holen und massig Geld zu sparen, sind selbstverständlich Leihgeschäfte. Das hat im Winter bei Linksverteidiger Angelino (Manchester City) und Stürmer Patrik Schick (AS Rom) gut funktioniert, deren Leihen nun noch einmal um ein Jahr mit anschließender Kaufoption verlängert werden sollen. Auch Benjamin Henrichs, Nagelsmanns neuer Mann auf der rechten Abwehrseite, wurde auf diesem Wege von der AS Monaco verpflichtet.

Bremens Rashica wohl zu teuer

Und wenn Leipzigs Sportdirektor Markus Krösche sein Transferbudget anbricht, das nach "Kicker"-Informationen bei 25 Millionen Euro liegen soll, dann mit äußerster Vorsicht. Wie bei der Verpflichtung des Südkoreaners Hee-chan Hwang, dem 17. Wechsel von Schwesterklub Red Bull Salzburg nach Leipzig. Der frühere Stürmer vom Hamburger SV kommt für neun Millionen Euro und ist eine Komponente bei Nagelsmanns Neuaufstellung im Angriff. Der Coach kündigte nämlich an, die Bürde des Werner-Erbes (28 Saisontore in der Bundesliga) auf mehrere Schultern verteilen zu wollen.

Optimal eignen würde sich dafür sicher Milot Rashica von Werder Bremen, der nach dem Klassenerhalt der Hanseaten mit angeblich rund 35 Millionen Euro Ablöse aber wohl weit außerhalb des Rasenballsport-Budgets liegen dürfte. Hier müssen sich Nagelsmann und Krösche folglich umorientieren. Und dann bleiben ja immer noch der Abräumer auf der Sechs und ein kopfballstarker Box-to-Box-Spieler, die der Trainer in einer perfekten Welt gerne in seinem Kader hätte. Nagelsmann selbst hatte aber bereits zuvor eingeräumt, dass es schwierig werde, im Corona-Sommer "fünf Spieler zu verpflichten".

Leipzig muss wegen der aufgrund der Pandemie ausbleibenden Zuschauereinnahmen eben auf das Geld achten, Mintzlaff erwarte laut eigener Aussagen Einbußen von 20 Millionen Euro. Daher gilt sein Mantra: "Bei RB Leipzig werden wir nichts Unvernünftiges machen, das haben wir aber auch die letzten Jahre nicht getan." Um das Kader-Puzzle zu lösen, haben sie glücklicherweise noch genügend Zeit. Das Transferfenster schließt erst am 5. Oktober.

Quelle: ntv.de, Florian Krebl, sid