Fußball

"Katastrophaler Tag für uns" Leverkusen demütigt desaströse Dortmunder

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Jonathan Tah darf auch jubeln.

(Foto: imago images/RHR-Foto)

Vor dem Spiel berichtet BVB-Trainer Marco Rose von zwei richtig guten Trainingswochen. Im Dortmunder Westfalenstadion sieht man davon wenig. Die Partie gegen Verfolger Bayer Leverkusen gerät zum Debakel. Auf ein Slapstick-Eigentor folgen noch vier Gegentreffer. Leverkusen jubelt und feiert.

Erling Haaland saß am Ende der schlimmen Demütigung fassungslos und frustriert in der VIP-Loge, Sportdirektor Michael Zorc starrte wie versteinert ins Leere. Borussia Dortmund hat beim 2:5 (1:3) gegen ein spektakulär schnelles Bayer Leverkusen eine niederschmetternde Niederlage kassiert und serviert Bayern München die Meisterschale auf dem Silbertablett.

"Es war ein katastrophaler Tag für uns. Wir waren immer einen Schritt zu spät und hätten es überhaupt nicht verdient", sagte der konsternierte BVB-Kapitän Marco Reus am DAZN-Mikrofon und fügte angesichts des Rückstands von nun neun Punkten auf die Tabellenspitze an: "Wir haben andere Themen, als über Bayern zu reden."

Der Titeltraum ist damit beinahe schon geplatzt - wie zuvor in der Champions League und im DFB-Pokal. "Wir waren gefühlt nie im Spiel. Immer, wenn wir mal dran waren, wurde uns der Stecker gezogen", sagte Trainer Marco Rose: "Die Niederlage ist bitter." Nach einem Eigentor von Manuel Akanji (10.), das allerdings dessen Abwehrkollege Dan-Axel Zagadou verschuldete, half am Sonntag noch Leverkusens Jeremie Frimpong (16.) ebenfalls per Eigentor aus.

Danach allerdings überrannte Bayer den besonders defensiv viel zu langsamen BVB vor 10.000 Fans gnadenlos: Der bärenstarke Florian Wirtz (20.), Robert Andrich (28.) mit einem herrlichen Freistoß, Jonathan Tah (53.) und Moussa Diaby (87.) trafen zum selbst in der Höhe mehr als verdienten Sieg. Bei Bayer stimmt derzeit die Chemie: Leverkusen rückte als Dritter auf fünf Punkte an Dortmund heran. Steffen Tigges (89.) traf kurz vor Schluss noch für Dortmund. "Es ist uns sehr, sehr gut gelungen. Wir können absolut zufrieden sein", sagte Andrich. Für Tah kann der Weg der Leverkusener in dieser Form nur in die Champions League führen: "Das ist das Ziel."

Leverkusen hatte noch eine Rechnung offen

Der BVB-Hauptdarsteller Haaland fehlte schmerzlich - wie in Nebenrollen auch Mats Hummels und Emre Can. Trainer Marco Rose nahm dennoch ganz gelassen im Stuhl des Regisseurs Platz. "Der Film ist noch nicht gedreht, wir können das Drehbuch mitbestimmen", hatte er gesagt - und sich sicherlich keinen Horrorfilm wie in der ersten Stunde gewünscht. Leverkusen trat brutal offensiv auf. Nach dem 3:4 im Hinspiel nach 3:2-Führung habe die gesamte Mannschaft noch eine Rechnung offen, berichtete Wirtz. Also war alles bestens bereitet für ein Spektakel zweier Teams, die Überfall-Fußball nach gegnerischem Ballverlust spielen. Und so ging es auch los: Aber anders als gedacht.

Zagadou, Hummels' Vertreter, spielte den Ball im eigenen Strafraum in den Fuß von Bayer-Torjäger Patrik Schick, an dem Dortmund Interesse haben soll. Schick scheiterte an Torhüter Gregor Kobel, der zur Rettung herbeigeeilte Akanji bekam den Ball ab - Tor. Auf der Gegenseite versenkte Frimpong versehentlich einen Freistoß per Kopf im eigenen Tor. Lennart Grill, Ersatz für den corona-infizierten Lukas Hradecky, war machtlos. Es ging jedoch auch ohne Hilfe des Gegners. Leverkusen spielte einen blitzschnellen Traumkonter über mehrere Stationen, Wirtz schob mit einem Kontakt ein. In die Traum-Kategorie war auch Andrichs Freistoßtor von halbrechts einzuordnen. Roses Hoffnung auf Ruhe im Spiel war nach 30 Minuten dahin, die Abwehr heillos überfordert mit den schnellen Bayer-Außen Diaby und Karim Bellarabi. Kobel rettete gegen Mitchel Bakker (43.).

Dortmund kam mit etwas besserer Einstellung aus der Kabine und presste, sah sich aber jederzeit der Gefahr ausgesetzt, dass der Bayer-Express losrast. Zagadous perfekte Grätsche verhinderte das 1:4 (52.) - das Sekunden später fiel. Tah knallte den Ball volley ins Tor. Die Dortmunder Bemühungen um Anschluss blieben danach lange zaghaft.

Quelle: ntv.de, sue/sid

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