Fußball

Barça verpatzt Saisonstart Lewandowskis Serie reißt und Xavi ist enttäuscht

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Robert Lewandowski fehlte bei seinem Ligadebüt für den FC Barcelona die Effektivität.

(Foto: IMAGO/NurPhoto)

Wochenlang befindet sich Robert Lewandowski in einem Schwebezustand: Erst wird ewig um seinen Wechsel zum FC Barcelona gerungen, dann muss der Klub bis zuletzt nach und nach Klubeigentum zu Geld machen, um den Neuzugang spielberechtigt zu bekommen. Der Krimi endet vorerst enttäuschend.

Es war ein Krimi, in dem es am Ende um Hunderte Millionen und wenige Stunden ging: Um Robert Lewandowski für die Primera División spielbereit zu bekommen, musste der große FC Barcelona noch einen Tag vor dem Saisonauftakt weitere 25 Prozent an einer klubeigenen Gesellschaft verkaufen, für hundert Millionen Euro. Wäre der Deal nicht rechtzeitig über die Bühne gegangen, der Weltstar und Topneuzugang hätte beim ersten Spiel gegen Rayo Vallecano nicht spielen dürfen. Und das, nachdem der 33-Jährige nach einer wochenlangen Wechselposse im Juli als einer der größten Transfers der glamourösen Klubgeschichte vorgestellt wurde.

Am Ende ging alles gut, am Freitagabend lag die Spielberechtigung für den polnischen Supertorjäger, der den klammen und längst gestrauchelten Großklub zurück zu altem Glanz schießen soll, vor. Der Krimi mündete in ein großes Finale, es schien die perfekte Dramaturgie. Doch dann kam der Samstagabend und die Auflösung mündete statt in Euphorie in einer großen Enttäuschung: Gegen den Abstiegskandidaten aus Madrid kam das mit vielen Millionen hochgerüstete Barça-Ensemble - neben Lewandowski standen auch Flügelspieler Raphinha und Verteidiger Andreas Christensen als Neuzugänge in der Startelf, Franck Kessie wurde eingewechselt - nicht über ein 0:0 hinaus.

"Wir bitten um Geduld"

"Robert und wir sind alle etwas enttäuscht vom Ergebnis", sagte Trainer Xavi nach dem wenig begeisternden Saisonstart, bei dem Barca zwar drückend überlegen war, in der Nachspielzeit aber nach einem Platzverweis für Routinier Sergio Busquets Glück hatte, dass der deutsche Nationaltorwart Marc-André ter Stegen mit einer Glanztat sogar noch eine Niederlage verhinderte. "Wir wollten den Menschen zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind, aber es ist der Anfang", sagte Xavi. "Wir bitten um Geduld und darum, dass die Menschen an das Team glauben. Es könnte sein, dass die Erwartungen ein bisschen zu hoch waren. Das ist ein bisschen unzureichend." Er wolle nicht nach Ausreden suchen, "nur Erklärungen. Man sollte die Erwartungen hoch ansetzen."

Zuvor hatte Lewandowski schon in seinem zweiten Spiel für den FC Barcelona sein erstes Tor erzielt. Beim 6:0 (4:0) im Finale um den Joan-Gamper-Pokal gegen Los Pumas aus Mexiko traf der Pole bereits nach drei Minuten überaus sehenswert und hatte so die Vorfreude des nach enttäuschenden Jahren wieder euphorischen Heimpublikums auf das Ligadebüt noch einmal gesteigert.

Nach Ansicht von "Mundo Deportivo" war das 0:0 dann eine "kalte Dusche". Die Leistung des Gegners habe gezeigt, dass die Liga "kein Zuckerschlecken" für Barcelona werde. "Vorbei ist die Euphorie des Wechselsommers." Immerhin Lewandowski bekam von der Fachzeitung "AS" auch Lob: "Er hat nicht getroffen, aber er hat mehr als deutlich gemacht, dass er eine spektakuläre Neuverpflichtung ist", schrieb die Zeitung zur Leistung des polnischen Weltfußballers. "Das Tor wird schon kommen. Es ist nur eine Frage der Zeit."

"Brauchen mehr Effektivität"

Für Lewandowski, für den mit seinem Wechsel nach Barcelona nach eigenen Angaben ein Traum in Erfüllung ging, endete mit dem torlosen Remis eine beeindruckende Serie: In seiner Zeit beim FC Bayern München hatte er nur im ersten Jahr 2014 nicht im ersten Bundesliga-Saisonspiel getroffen. Dabei hatte der Pole zahlreiche gute und hochkarätige Aktionen. Alleine in der packenden Schlussphase boten sich ihm mehrere Chancen für das Siegtor. In der 82. Minute strich ein Schuss Lewandowskis aus 14 Metern knapp am linken Pfosten vorbei, wenig später ging auch ein Versuch per Direktabnahme nach einem gehaltenen Schuss des eingewechselten Ex-Dortmunders Pierre-Emerick Aubameyang daneben.

"Ich bin zufrieden, weil er für die Mannschaft arbeitet", kommentierte Xavi Lewandowskis Ligadebüt am Samstagabend. "Aber wir brauchen natürlich etwas mehr Effektivität. Das war heute das Hauptproblem der Mannschaft." Es sei aber auch "nur eine Frage der Zeit, bis Lewandowski den Unterschied macht".

Quelle: ntv.de, ter

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