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Er muss zu Hause bleiben: Mario Götze.
Er muss zu Hause bleiben: Mario Götze.(Foto: dpa)
Dienstag, 15. Mai 2018

Petersen stürmt statt Wagner: Löw holt Neuer in WM-Kader - Götze nicht

Mario Götze vom BVB steht nicht im vorläufigen Kader der deutschen Nationalelf für die Fußball-WM in Russland. Bundestrainer Joachim Löw lädt aber Manuel Neuer ein, den verletzten Torhüter des FC Bayern. Überraschend ist Freiburgs Nils Petersen dabei.

Joachim Löw hat sich entschieden, Offensivspieler Mario Götze von Borussia Dortmund nicht in den vorläufigen Kader der deutschen Nationalelf für die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland zu nehmen. Das gab der Bundestrainer im Dortmunder Fußballmuseum bekannt. Götze hatte vor vier Jahren bei der WM in Brasilien beim 1:0 im Endspiel gegen Argentinien in der Verlängerung das Tor geschossen und damit seinem Team den Titel beschert. Aber wie sagte es Löw: "Mein Job als Bundestrainer ist auch, harte Entscheidungen zu treffen." Für den ausgebooteten Götze fand er aber doch noch ein paar warme Worte: "In dieser Saison war er wahrlich nicht in der Form. Ich hoffe, dass er auch wieder zurückkommt. Es tut mir für ihn leid, weil ich weiß, was er geleistet hat."

Die DFB-Elf vor der WM

seit Mittwoch, 23. Mai
Trainingslager in Südtirol (bis 7. Juni)

Samstag, 2. Juni, 18 Uhr
Österreich - Deutschland in Klagenfurt

Montag, 4. Juni
DFB meldet Fifa endgültigen WM-Kader

Freitag, 8. Juni, 19.30 Uhr
Deutschland - Saudi-Arabien in Leverkusen

Dienstag, 12. Juni: Abflug nach Moskau

WM in Russland vom 14. Juni bis 15. Juli

Sonntag, 17. Juni
Deutschland - Mexiko in Moskau, 17 Uhr

Samstag, 23. Juni
Deutschland - Schweden in Sotschi, 20 Uhr

Mittwoch, 27. Juni
Deutschland - Südkorea in Kasan, 16 Uhr

Mit dabei ist hingegen Torhüter Manuel Neuer vom FC Bayern, der seit seinem Fußbruch im September kein Spiel mehr bestritten hat. Ungeachtet der Debatte um die Fotos mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan gehören Mesut Özil vom FC Arsenal und Ilkay Gündoğan von Manchester City wie erwartet zum DFB-Team. Weltmeister Özil ist seit Jahren eine unverzichtbare Größe bei Löw.

Der oft verletzte Gündoğan verpasste vor zwei Jahren die EM in Frankreich. "Wir haben den Spielern zu verstehen gegeben, dass das keine glückliche Aktion war", sagte Löw. Beide hätten ihm versichert, dass sie keine politische Botschaft hätten senden wollen. "Es ist eine Lehre für sie", sagte Löw. Im Trainingslager will er noch einmal mit den beiden sprechen. Der Bundestrainer fährt mit insgesamt 27 Akteuren vom 23. Mai bis zum 7. Juni nach Südtirol. In Eppan muss er entscheiden, wer letztlich zu Hause bleibt. Der Weltverband Fifa will bis spätestens zum 4. Juni wissen, wer definitiv dabei ist. Im endgültigen Kader stehen dann drei Torhüter und 20 Feldspieler.

Vier Torhüter an Bord

Da immer noch unklar ist, ob Neuer rechtzeitig fit wird, sind mit Marc-Andre ter Stegen vom FC Barcelona, Bernd Leno von Bayer 04 Leverkusen und Kevin Trapp von Paris St. Germain drei weitere Keeper dabei. "Ohne Spielpraxis in ein WM-Turnier zu gehen, ist nicht möglich", sagte Löw über Neuer. Das erste Spiel bei der Weltmeisterschaft bestreitet die DFB-Elf am 17. Juni (ab 17 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) gegen Mexiko im Moskauer Luschniki-Stadion.

Enttäuscht hingegen dürfte der Münchner Sandro Wagner sein - der Angreifer bleibt außen vor. Dafür ist - doch etwas überraschend - der Freiburger Nils Petersen im Kreis der Auserwählten. Er hat zwar mit der Olympiaauswahl 2016 bei den Spielen in Rio de Janeiro die Silbermedaille gewonnen und wurde mit sechs Treffern in sechs Partien Torschützenkönig. Für Löws Team war er aber noch nie im Einsatz.

"Er hat eine gute Saison gespielt und in einer Mannschaft, die nicht viele Torchancen hat, 15 Tore erzielt", sagte der Bundestrainer und lobte besonders die Joker-Qualitäten Petersens. Der gab sich regelrecht entzückt: "Die Nominierung ist eine sehr große Ehre für mich. Ich habe damit nicht wirklich gerechnet und bin sehr dankbar. Die Chance dabei sein zu können, ist die Krönung der Saison." Nun konkurriert Petersen mit Mario Gomez vom VfB Stuttgart und dem Leipziger Timo Werner um die Stelle im Sturm. Etwas unerwartet ist derweil auch die Rückkehr des Leverkusener Abwehrspielers Jonathan Tah. Neben Jérôme Boateng und Mats Hummels vom FC Bayern, Matthias Ginter von Borussia Mönchengladbach und Antonio Rüdiger vom FC Chelsea ist Tah der fünfte Innenverteidiger.

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Quelle: n-tv.de