Fußball

Neuaufbau der DFB-Elf Löw plant ohne Boateng, Hummels und Müller

imago36411564h.jpg

War es das? Mats Hummels, Thomas Müller und Jérôme Boateng.

(Foto: imago/DeFodi)

Joachim Löw verzichtet darauf, Jérôme Boateng, Mats Hummels und Thomas Müller weiter zur deutschen Fußball-Nationalmannschaft einzuladen. Das teilt der Bundestrainer vor der EM-Qualifikation den drei Spielern des FC Bayern in München persönlich mit, wie der DFB bekannt gibt.

Bundestrainer Joachim Löw will ohne die drei ehemaligen Weltmeister Jérôme Boateng, Mats Hummels und Thomas Müller in die Qualifikation für die Fußball-Europameisterschaft 2020 gehen. Diese Entscheidung teilten Löw, Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff sowie Assistenztrainer Marcus Sorg den drei Profis des FC Bayern nach DFB-Angaben in einem persönlichen Gespräch in München mit.

ed2dbec1667d54a298758ffade714cce.jpg

"Ich danke Mats, Jérôme und Thomas": Joachim Löw.

(Foto: imago/Hartenfelser)

"Ich danke Mats, Jérôme und Thomas für die vielen erfolgreichen, außergewöhnlichen und einmaligen gemeinsamen Jahre", sagte Löw. "2019 ist für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft das Jahr des Neubeginns. Es war mir ein wichtiges Anliegen, den Spielern und Verantwortlichen des FC Bayern meine Überlegungen und Planungen persönlich zu erläutern." Die DFB-Elf startet am 24. März in Amsterdam gegen die Niederlande in die EM-Ausscheidung. Zuvor trifft die Mannschaft in einem Test am 20. März in Wolfsburg auf Serbien.

"Genau der richtige Zeitpunkt"

Damit treibt der Bundestrainer nach dem WM-Vorrunden-Aus im vergangenen Sommer in Russland und dem Abstieg in die zweite Klasse der Nations League den Umbruch im DFB-Team voran. Die langjährigen Nationalspieler Müller (100 Länderspiele), Boateng (76) und Hummels (70) müssen zur Seite treten. Es sei ein deutliches Signal der Erneuerung: Die jungen Nationalspieler erhalten den nötigen Raum zur vollen Entfaltung. "Sie müssen nun die Verantwortung übernehmen", erklärte Löw.

Boateng äußerte sich via Twitter zu seinem Aus im DFB-Team: "Ich bin traurig über diese Nachricht, weil es für mich immer das Allergrößte war, mein Land zu repräsentieren. Dennoch respektiere ich den neuen Kurs und habe Verständnis für die Entscheidung des Bundestrainers." Und weiter: "Ich war immer extrem stolz, das Trikot der Nationalmannschaft tragen zu dürfen und werde vor allem den Sommer 2014 nie vergessen", so der 30-Jährige. "Dennoch hätte ich mir natürlich einen anderen Abschied für uns gewünscht. Viel Erfolg der Mannschaft für die Zukunft!"

imago38994198h.jpg

Fußball-Bundestrainer Joachim Löw streicht die drei langjährigen Nationalmannschaftsspieler Thomas Müller, Jérôme Boateng und Mats Hummels aus der DFB-Elf. Macht er damit alles richtig?

Zuletzt hatte er sogar die Position von Kapitän und Torwart Manuel Neuer infrage gestellt, der ebenfalls beim FC Bayern spielt. Herausforderer Marc-Andre ter Stegen vom FC Barcelona hatte zuvor seine Ambitionen untermauert, verbal, aber vor allem mit überragenden Leistungen. Schon unmittelbar nach dem historischen WM-Desaster im Vorjahr in Russland hatte er Sami Khedira, der ebenfalls 2014 mit Weltmeister geworden war, verabschiedet.

"Unendlich viel für Deutschland geleistet"

Löw betonte zu den drei Bayern-Spielern aber auch: "Sie sind alle weiterhin Spieler auf Weltniveau, die in ihrem Verein ganz vorne mitspielen und Erfolge garantieren. Sie sind große Spieler, die für eine große Zeit der Nationalmannschaft stehen." Und: "Sie haben über Jahre hinweg unendlich viel für Deutschland und die Nationalmannschaft geleistet", erklärte der Bundestrainer.

DFB-Präsident Reinhard Grindel bestärkte Löw in dessen harter Entscheidung. "Ich begrüße es, dass er den Umbruch unserer Nationalmannschaft jetzt weiter entschlossen voranbringt. Der Beginn der Qualifikation für die Euro 2020 ist genau der richtige Zeitpunkt für personelle Veränderungen." Auch Bierhoff gab Löw Rückendeckung: "Wir wollen nun konsequent den Neubeginn auch im Kader sichtbar machen." Der DFB werde den drei Profis des FC Bayern "immer dankbar sein", versicherte Grindel.

Quelle: n-tv.de, sgi/dpa/sid

Mehr zum Thema