Fußball

Pyro-Unterbrechung und Knatsch Mainzer Dusel-Elfmeter kostet Hannover Sieg

aa7a585d85b408607a28c68350dfcf85.jpg

Hendrik Weydandt trifft zur frühen Hannoveraner Führung.

(Foto: imago/Jan Huebner)

Ein fragwürdiger Elfmeter bringt den späten Ausgleich für den FSV Mainz 05. Hannover 96 verpasst damit einen Befreiungsschlag im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga. Das Spiel steht sogar auf der Kippe, weil die Fans der Gäste ein Feuerwerk zünden.

Hannover 96 hat seinen Stresspegel durch den Punktgewinn in einem Aufreger-Spiel etwas gesenkt. Die Mannschaft von Trainer  André Breitenreiter holte nach zuvor vier Pleiten in fünf Partien am 14. Spieltag der Fußball-Bundesliga ein 1:1 (1:0) beim FSV Mainz 05, verpasste aber den ersten Auswärtssieg der Saison und bleibt auf dem vorletzten Tabellenplatz. Das Spiel war von erneuten Elfmeter-Diskussionen und einer Pyro-Unterbrechung überschattet.

83a9adb854254e905357a9757f479fdb.jpg

Das Spiel wird für fünf Minuten unterbrochen.

(Foto: imago/Jan Huebner)

Hendrik Weydandt brachte die Gäste in der zwölften Minute in Führung. In der Schlussphase glich Daniel Brosinski (89.) durch einen umstrittenen Foulelfmeter aus. "Das ist ja ein Witz, das war der Wahnsinn an Schwalbe", schimpfte Hannovers Manager Horst Heldt beim Bezahlsender Sky und sprach von einer "glasklaren Fehlentscheidung". Und weiter: "Wieso mischt er sich da nicht ein und sagt, das ist eine klare Schwalbe? Ich verstehe es nicht mehr. Es ist nicht mehr akzeptabel, der ganze Scheiß."

In der hitzigen Schlussphase flog Gästespieler Oliver Sorg noch mit Gelb-Rot vom Platz. Wie lange die Jobgarantie von Klubchef Martin Kind für Breitenreiter ("Das Spiel in Mainz ist kein Endspiel für ihn") gilt, ist fraglich. Die Hannoveraner haben wie schon so oft in der jüngeren Vergangenheit nicht nur sportliche Probleme. Der Verein steht vor einer Zerreißprobe. Kind forciert die Übernahme des Klubs und fordert eine Ausnahmeregelung von der Investorensperre (50+1-Regel). Darüber wird das Schiedsgericht der Liga angeblich am Dienstag verhandeln. Zuletzt hatte die Klubführung den Antrag auf eine außerordentliche Mitgliederversammlung abgelehnt, obwohl die Gegner von Kinds Übernahmeplänen die erforderliche Anzahl von Unterschriften gesammelt hatten. Der Fanbeirat bezeichnete die Ablehnung als "Satzungsbruch".

Keine Kreativität in der Offensive

Die 23.305 Zuschauer in Mainz sahen zu beginn ein offenes Spiel. Zunächst scheiterte FSV-Stürmer Jean-Philippe Mateta per Kopf an Hannovers Torwart Michael Esser (5.). Dann vergaben Weydandt (8.) und Takuma Asano (9.) zwei gute Chancen für die Gäste. Kurz darauf machte es Weydandt nach Vorarbeit von Genki Haraguchi besser. Die Mainzer, die auf René Adler, Florian Müller, Phillipp Mwene, Ridle Baku und Emil Berggreen verzichten mussten, hatten die große Möglichkeit zum Ausgleich - Pierre Kunde vergab (14.).

Auch in der 23. Minute konnten sich die Gäste, bei denen Noah Joel Sarenren Bazee, Ihlas Bebou, Felipe, Timo Hübers, Edgar Prib und Linton Maina fehlten, auf ihr Glück verlassen. Nach einem Schuss von Daniel Brosinski sprang der Ball vom Kopf an die Hand des 96-Verteidigers Kevin Wimmer. Schiedsrichter Robert Hartmann entschied sich nach Videostudium gegen einen Strafstoß. Nach der umstrittenen Szene passierte bis zur Pause nicht mehr viel. Den Mainzern fehlte die Kreativität in der Offensive, um den Abwehrriegel der Gäste zu knacken.

Kurz nach dem Seitenwechsel musste das Spiel aufgrund der Pyro-Aktivitäten aus dem Gäste-Fanblock für sechs Minuten unterbrochen werden. Als wieder Fußball gespielt wurde, traf der Mainzer Danny Latza den Pfosten (61.). In der Schlussoffensive der Gastgeber brachte Matthias Ostrzolek Mateta im Strafraum mit einem Hüftschubser zu Fall - Brosinski verwandelte nach Protesten der Gäste vom Punkt.

Quelle: n-tv.de, Alexander Sarter, sid

Mehr zum Thema