Fußball

Alles offen gegen Barça Man United hofft und vertraut auf Solskjaer

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Nun geht's nach Barcelona: Trainer Ole Gunnar Solskjaer und Jesse Lingard.

(Foto: REUTERS)

Manchester United hatte im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen den FC Barcelona offensiv nichts zu bieten und muss zulegen, wenn es noch mit dem Weiterkommen klappen soll. Hoffnung machen Trainer Ole Gunnar Solskjaer - und die Vergangenheit.

Gegen Ende der Partie gegen den FC Barcelona, viele Zuschauer verließen schon das Stadion, schallte noch einmal das Lieblingslied der Fans von Manchester United durch das Old Trafford. "Oooooooooole is at the wheel…", donnerte es aus Richtung des Stretford End, der Tribüne, auf der sich die treusten Anhänger befinden. Ole ist am Steuer. Gemeint war Trainer Ole Gunnar Solskjaer, der im Dezember das Amt von José Mourinho übernommen hatte, zunächst übergangsweise, mittlerweile dauerhaft.

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Schlimm, diese Auswärtstrikots: Luis Suárez und Lionel Messi.

(Foto: REUTERS)

Dass er zum Ausklang des Viertelfinal-Hinspiels in der Fußball-Champions-League besungen wurde, deutete auf zwei Dinge hin. Erstens, dass die Fans gar nicht so unzufrieden waren mit dem Verlauf der Partie und dem Ergebnis. Und zweitens, dass sie volles Vertrauen in den Ex-Stürmer aus Norwegen haben für das Rückspiel am kommenden Dienstag (ab 21 Uhr im Liveticker bei n-tv.de). Es ist ja auch nachvollziehbar: Wer, wenn nicht Solskjaer, sollte im Stande sein, das Viertelfinale noch zu drehen nach der 0:1-Niederlage im Old Trafford?

Schon im Achtelfinale war seiner Mannschaft ja ein bemerkenswertes Comeback gelungen. Nach dem 0:2 im Hinspiel gegen Paris Saint-Germain gewann Manchester United das Treffen im Prinzenpark auf erstaunlichste Weise 3:1 und schaffte damit den Verbleib im Wettbewerb. Außerdem pflegt Solskjaer eine spezielle Beziehung zur Stadt Barcelona und zum Stadion Nou Camp. 1999 wurde er dort zum Helden durch sein Siegtor im Finale der Champions League gegen den FC Bayern in der dritten Minute der Nachspielzeit. Bei dieser Vergangenheit dürfen die Fans ruhig auf eine wundersame Wendung hoffen.

"Wir müssen effektiver sein"

Der Trainer selbst sagte nach der knappen Hinspiel-Niederlage über die Reise nach Spanien: "Wir fahren dort hin und haben viel Arbeit vor uns. Aber wir haben eine Chance. Wir haben es ja auch vorher schon geschafft." Das ist der Glaube, den Solskjaer bei Manchester United installiert hat. Doch der alleine reicht natürlich nicht, um den englischen Rekordmeister wieder auf Kurs zu bringen nach dem Weggang von Trainer-Legende Sir Alex Ferguson vor sechs Jahren. Das Hinspiel gegen die Mannschaft um Lionel Messi zeigte wieder, dass Manchester United noch kein wirkliches Konzept für die Offensive hat. Barça dominierte das Spiel zu Beginn klar, die Ballbesitz-Werte kratzten an der 90-Prozent-Marke, der Treffer durch den Kopfball von Luis Suárez, abgefälscht von United-Verteidiger Luke Shaw, nach nicht einmal einer Viertelstunde war die logische Konsequenz.

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Weiter optimistisch: Fans von Manchester United.

(Foto: imago images / PA Images)

Solskjaers Mannschaft spielte mit einer Fünfer-Abwehr und war auf Sicherheit bedacht. Selbst, als die Gäste nach der Führung vermehrt Fehler im Aufbauspiel machten und eine seltsame Unruhe Besitz von der Defensive der Spanier ergriff, wurde United kaum gefährlich, trotz eines engagierten Auftritts. Von den insgesamt sieben Torschüssen des englischen Rekordmeisters flog nicht einer aufs Ziel. Barcelonas deutscher Schlussmann Marc-André ter Stegen war weitgehend beschäftigungslos. Deshalb mahnte Solskjaer hinterher, dass die Offensive im Rückspiel dringend zulegen müsse, falls es noch mit dem Einzug ins Halbfinale klappen soll. "Wir wissen, dass wir nicht viele Chancen kreieren werden. Also müssen wir die Chancen nutzen, die wir bekommen. Wir müssen effektiver sein", sagte er. So effektiv, wie beim Sieg bei PSG zum Beispiel, als die Mannschaft nur drei Chancen benötigte, um zu drei Toren zu kommen.

Diese Episode aus der jüngeren Vergangenheit macht Solskjaer Mut, dass das Viertelfinale gegen Barcelona noch nicht verloren ist. Doch ihm ist klar, dass die Aufgabe schwerer werden dürfte als gegen Paris. "Wir spielen gegen den Favoriten des Wettbewerbs. Es wäre eine noch größere Leistung, wenn wir dort weiterkommen würden", sagte der Trainer, auch mit Blick auf die Geschichte des fünfmaligen Gewinners des Europapokals der Landesmeister und der Champions League. Die Fans trauen ihm zu, diese Leistung zu vollbringen. Das deuteten ihre Gesänge in den Schlussminuten des Hinspiels an.

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Quelle: n-tv.de

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