Fußball

WM-Teilnahme in höchster Gefahr Messi leidet, Argentinien ist entsetzt

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Och nö: Lionel Messi.

(Foto: AP)

Eine WM ohne Argentinien und Messi? Das ist nicht ausgeschlossen - nach einem peinlichen Remis gegen Tabellenschlusslicht Venezuela, bei dem ein Eigentor der Gäste gar Schlimmeres verhindert. Nicht besser sieht es bei Chile mit Bayerns Vidal aus - im Gegenteil.

Lionel Messi schlug die Hände über dem Kopf zusammen und schlich mit versteinerter Miene vom Rasen des Estadio Monumental in Buenos Aires. Die Fußballnation Argentinien ist entsetzt. Dem zweimalige Titelträger und Endspielteilnehmer von 2014 in Brasilen droht, dass er tatsächlich die Weltmeisterschaft verpasst, die im Sommer kommenden Jahres in Russland stattfindet. Gegen das Tabellenschlusslicht aus Venzuela gab es nur ein 1:1, das bedeutet Platz fünf in der Qualifikationsgruppe. "Messi leidet. Wir auch", schrieb die Sportzeitung "Olé".

Es wäre der Alptraum Messis. Nach 2006, als er bei der WM in Deutschland nur Ersatzspieler war, führte er Argentinien zu und bei den nachfolgenden Weltmeisterschaften. Wenngleich mit unterschiedlichem Erfolg: 2010 scheiterten Messi & Co unter Trainer Diego Maradona - wie 2006 unter José Pekerman - im Viertelfinale an Deutschland. Vor gut drei Jahren kam es in Rio im Finale zum Wiedersehen - wieder mit dem schlechteren Ende für Messi und seine Argentinier. Mario Götze weiß das. Zuletzt fehlte der 16-malige WM-Teilnehmer 1970 bei der WM in Mexiko. "So haben wir es nicht verdient", meinte "Olé".

Formschwacher Arturo Vidal

Und für "La Nacion" befindet sich die Mannschaft von Trainer Jorge Sampaoli in der "Risiko-Zone: Auf dem Platz und in der Tabelle läuft es ausgesprochen schlecht." Immerhin kam es nicht zur totalen Blamage gegen Venezuela, das politische Krisenland, dem sportlich bisher wenig gelang: Ein Sieg aus 16 Spielen (5:0 gegen Bolivien), 18:35 Tore, 8 Punkte. Zwei davon gegen Argentinien, denn schon im Hinspiel hatte sich Venezuela ein 2:2 erkämpft. Diesmal rettete nur ein Eigentor der Gäste von Rolf Feltscher (54.) die Argentinier, nachdem sie durch Jhon Murillo in der 49. Minute in Rückstand geraten waren.

Nach dem 0:0 zuvor in Uruguay liegt Argentinien mit 24 Punkten in der Südamerika-Qualifikation nur auf Platz fünf. Man habe die Illusion gehabt, nach diesen beiden Spielen unter den WM-Teilnehmern zu sein, sagte Sampaoli, der den Posten als Trainer der Albiceleste erst im Juni von Egardo Bauza übernommen hat. "Das war unser Traum." Die Tatsache, dass man mit einem Spieler wie Messi in den eigenen Reihen nicht gewinne, müsse einem zu denken geben. Doch nicht nur für Messi und Argentinien sieht es äußerst kritisch aus. Noch einen Punkt hinter den Himmelblau-Weißen liegt Chile. Aber nur die ersten vier Teams qualifizieren sich direkt. Der Fünfte muss in einen Playoff gegen ein Team aus Ozeanien antreten; dort steht Neuseeland bereits als Gegner fest.

Die Chilenen kassierten nach der 0:3-Heimschlappe gegen Paraguay mit einem formschwachen Arturo Vidal die nächste Pleite. In 3600 Metern Höhe von La Paz unterlag der Copa-Amèrica-Sieger Bolivien 0:1. "Das Debakel von La Roja", titelte die Zeitung "El Mercurio". "Nur ein Sieg aus den vergangenen vier Spielen." Beide, Argentinien und Chile, stehen in den noch ausstehenden jeweils zwei Partien mächtig unter Druck. Argentinien empfängt am 5. Oktober das punktgleiche Team aus Peru, das derzeit Platz vier belegt. Fünf Tage später müssen Messi und seine Mitspieler im fast 3000 Meter hohen Quito gegen Ecuador (Platz 8/20 Punkte) antreten. Zwei Siege sind Pflicht. Chile spielt noch zu Hause gegen Ecuador und zum Schluss beim Rekordweltmeister und bereits qualifizierten Gruppenersten in Brasilien.

Quelle: n-tv.de, Jens Marx und Georg Ismar, dpa

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