Fußball

"Bin Fußballer, kein Buchhalter" Möglicher Weltrekord-Deal lässt Mbappé kalt

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Noch jubelt Kylian Mbappé für PSG. Doch Real Madrid will ihn unbedingt im eigenen Trikot sehen.

(Foto: imago images/Le Pictorium)

Kylian Mbappé spielt unter Trainer Thomas Tuchel bei Paris Saint-Germain - noch. Der Franzose könnte zum teuersten Fußballer der Welt aufsteigen, weil vor allem Real Madrid heftig um den 21-Jährigen buhlt. Der findet an den horrenden Summen nichts Merkwürdiges.

Otto Normalverbraucher wird bei der Summe schwindelig, doch Kylian Mbappé sieht eine Viertelmilliarde Euro eher standesgemäß. "Ich bin Fußballer, kein Buchhalter", entgegnete der französische Weltmeister von Serienmeister Paris St. Germain den Spekulationen um einen Weltrekord-Transfer in diesem Sommer: "Wenn ich der teuerste Spieler der Welt bin, dann ist alles gut."

Ob die PSG-Verantwortlichen die Aussage Mbappés nach dem 6:1 (3:0) im Viertelfinale des Ligapokals gegen den AS St. Etienne gut finden, bleibt offen. Einerseits ist der 21-Jährige die größte Attraktion im Starensemble des deutschen Trainers Thomas Tuchel. Andererseits wird an der Seine kolportiert, dass der Klub seinen Stürmerstar im Fall eines Weltrekordangebots im Sommer ziehen lassen könnte - aber auch nur dann.

Der Vertrag Mbappés, der 2017 für 180 Millionen Euro vom AS Monaco in die Hauptstadt gewechselt ist, läuft bis 2022. Was seinen Marktwert angeht, so liegt dieser je nach Schätzung der unterschiedlichen Experten zwischen 200 Millionen und 265 Millionen Euro. Das ist deutlich mehr als das, was bei seinem Klubkollegen Neymar zu Buche steht. Der bisher teuerste Spieler der Geschichte, der 2017 für 222 Millionen Euro vom FC Barcelona nach Paris kam, ist "nur" noch um die 160 Millionen wert.

Zidane will seinen Landsmann unbedingt

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Bis zum Sommer kann Tuchel noch auf Mbappé bauen.

(Foto: imago images/PanoramiC)

Sollte Mbappé dem Eiffelturm tatsächlich nach der Saison den Rücken kehren wollen, käme höchstens eine Handvoll Klubs als neue Arbeitgeber infrage. Dazu gehört allen voran der spanische Rekordmeister Real Madrid, dessen Trainer Zinédine Zidane seit langer Zeit um seinen Landsmann buhlt. Zidane kennt sich mit Rekorden aus. Als der frühere Weltstar 2001 vom italienischen Rekordmeister Juventus Turin zu Real wechselte, legten die Königlichen die damalige Rekordsumme von 77,5 Millionen Euro auf den Tisch.

Dafür gibt es heutzutage wohl nicht mehr als ein Bein Mbappés. Das weiß Real, dessen Verantwortliche angeblich ein 400-Millionen-Paket für den Angreifer schnüren wollen. Angesichts dieser Summen bleibt anderen Interessenten wohl das Nachsehen. Selbst der englische Premier-League-Spitzenreiter und Champions-League-Sieger FC Liverpool, dessen Teammanager Jürgen Klopp als großer Mbappé-Fan gilt, kann da eher nicht mithalten. "Wir gehören zu den Klubs, die einen solchen Transfer nicht stemmen können", sagte Klopp zuletzt.

Mbappé selbst beruhigt PSG

Für Mbappé wird es künftig darum gehen, international aus dem Schatten der Altstars Lionel Messi und Cristiano Ronaldo zu treten. Doch dafür reicht nicht einmal eine erfolgreiche EM-Endrunde im Sommer. Um weltweit zum Superstar aufzusteigen, muss Mbappé die französische Liga in Richtung Spanien oder England verlassen. Ein Abschied als Königsklassen-Gewinner wäre sicher nicht die schlechteste Variante - Borussia Dortmund soll im Achtelfinale nur Durchgangsstation auf dem Weg zum großen Ziel sein.

Um das nicht zu gefährden, mahnt Mbappé (vorerst) zur Ruhe. "Es ist Januar, jetzt geht es im Endspurt um Titel. Es ist nicht der Zeitpunkt, um Wellen zu machen", äußerte der Torjäger: "Jetzt über Dinge abseits des Platzes zu sprechen, ist nicht hilfreich für die Mannschaft." Das gilt vielleicht für den Januar. Aber nicht für den Juni.

Quelle: ntv.de, Alexander Sarter, sid