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Das Aus von Manchester United im Achtelfinale der Champions League ist für Mourinho verschmerzbar.
Das Aus von Manchester United im Achtelfinale der Champions League ist für Mourinho verschmerzbar.(Foto: REUTERS)
Mittwoch, 14. März 2018

"Nichts Neues für diesen Verein": Mourinho belächelt die United-"Schande"

Zögerlich, zu feige, zu harmlos: Manchester United scheitert im Achtelfinale der Champions League am FC Sevilla. Und das eher krachend. Die Medien schießen sich vor allem auf Startrainer José Mourinho ein. Der lästert derweil über seinen Fußballklub.

José Mourinho gab sich einsilbig. "Wir haben es versucht. Wir haben verloren. Das ist Fußball", bilanzierte der Portugiese nach Manchester Uniteds krachendem Aus im Champions-League-Achtelfinale. Der Teammanager des sündhaft teuren Starensembles war spürbar bemüht, die 1:2 (0:0)-Heimpleite gegen den Underdog FC Sevilla herunterzuspielen - doch die Kritiker hatten ihre Messer längst gewetzt.

"Albtraum", "Schande", "Schmach": Das Presseecho nach Uniteds blamablem Scheitern in Old Trafford, dem Theater der Träume, war verheerend. In der Kritik stand dabei vor allem Mourinhos nach dem 0:0 im Hinspiel zu zögerliche Taktik. Romelu Lukakus Anschlusstreffer (84.) war durch den Doppelpack von Sevillas Wissam Ben Yedder (74./78.) zu wenig. Die "Times" warf Mourinho deshalb "Feigheit und fehlenden Mut" sowie ein "dramatisches Scheitern seiner Strategie" vor.

Böse Kritik an Star-Neuzugang Sanchez

Dazu meldeten sich etliche Klub-Ikonen zu Wort, die Fehler in der Kaderzusammenstellung ausmachten. Der frühere englische Nationalspieler Rio Ferdinand etwa sah bei seinem Ex-Verein "ein Team voller Fremder" auf dem Feld. Paul Scholes forderte derweil für den erneut enttäuschenden Star-Neuzugang Alexis Sanchez die sofortige Verbannung auf die Bank.

Mourinho wollte von alledem nichts wissen. "Ich will kein Drama daraus machen. Dafür haben wir keine Zeit", sagte der selbst erklärte "The Special One" und verwies auf die anstehenden Aufgaben in der Liga. Dort sind die Red Devils Tabellenzweiter hinter dem enteilten Stadtrivalen Manchester City. Das Champions-League-Aus sei da zu verschmerzen, behauptete Mourinho: "Das ist nicht das Ende der Welt."

Noch keine Trainerdiskussion

Außerdem sei ein Achtelfinal-Aus ja ohnehin "nichts Neues für diesen Verein", fügte der exzentrische Trainer an. Nur um sich dann in der ihm typischen Art und Weise mit eigenen Erfolgen zu brüsten: 2004 mit dem FC Porto und 2013 mit Real Madrid habe er United jeweils in der Runde der letzten 16 ausgeschaltet, betonte Mourinho.

Noch steht der 55-Jährige selbst nicht zur Diskussion. Sein erstes Jahr beim englischen Rekordmeister war mit dem Gewinn der Europa League und des Ligapokals schließlich überaus erfolgreich gewesen, auch in der Premier League ist Manchester derzeit auf Kurs. Pünktlich zu seinem Geburtstag Ende Januar erhielt Mourinho deshalb eine Vertragsverlängerung um ein Jahr bis 2020 inklusive der Option auf ein weiteres Jahr.

Vor allem die Art der Niederlage rief nun aber wieder jene Zweifler auf den Plan, die Mourinhos Taktik angesichts von Uniteds Luxuskader für zu destruktiv halten. Dazu schwelt entgegen aller Dementis wohl weiter dessen Konflikt mit 105-Millionen-Mann Paul Pogba, den er gegen Sevilla zum wiederholten Mal bis zur 60. Minute auf der Bank schmoren ließ. "Ich bereue nichts", verteidigte sich Mourinho zum Abschluss noch einmal leidenschaftlich: "Ich habe mein Bestes gegeben und die Spieler haben ihr Bestes gegeben." Umso bedenklicher, wenn dies offenbar nur zu einem Auftritt wie gegen Sevilla reicht.

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Quelle: n-tv.de