Fußball

Infiziert von Katar nach München Müllers Rückflug löst heftige Kritik aus

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Abgeschirmt von der Mannschaft flog Müller zurück.

(Foto: ec2f31022a013dceec69dc64589f31da.jpg)

Wegen eines positiven Corona-Tests verpasst Thomas Müller erst das Finale der Klub-WM und darf dann natürlich auch nicht mit seinen Teamkollegen den Rückflug antreten. Der FC Bayern organisiert deshalb eigens eine besondere Maschine für den Weg aus Katar.

Thomas Müller ist wieder in München. Der 31 Jahre alte Fußball-Profi des FC Bayern ist nach seinem positiven Corona-Test während der Klub-Weltmeisterschaft aus Katar zurück nach Deutschland geflogen worden, wie der deutsche Rekordmeister bestätigte. Müller begab sich im Anschluss an seine Rückkehr umgehend in Quarantäne.

Auf Fotos der "Bild" war zu sehen, wie Müller am späten Freitagabend auf dem Münchner Flughafen einen Ambulanz-Flieger in einem weißen Schutzanzug verlässt. Auf dem Rollfeld erwartete ihn dem Bericht des Boulevardblatts zufolge ein mobiles medizinisches Team, das ihn nach der Landung noch einmal untersucht habe. Dem ehemaligen Nationalspieler soll es nach der Infektion mit dem Coronavirus so weit gut gehen.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht die augenscheinliche Sonderrolle des Fußballs in Zeiten von Pandemie, Lockdown und Einreisebeschränkungen höchst kritisch. Bezüglich der Flugreise sagte der 57-Jährige bei Sport1: "Normalerweise wäre eine Reise mit bekannter Infektion natürlich undenkbar."

Müller hatte sich nach seinem positiven Testergebnis am Mittwoch in Doha umgehend von der Mannschaft des FC Bayern isolieren müssen. Dass Müllers Mitspieler das Endspiel gegen UANL Tigres (1:0) bestritten, ist für Lauterbach als "Signal verheerend". Gleichwohl räumte der Mediziner ein: "Wenn PCR-Tests kurz vor dem Spiel gemacht wurden, ist das Risiko gering."

Anschließend konnte er nicht mit dem Teamflieger nach Deutschland zurückkehren. An der Organisation des Rückflugs von Müller war der Verein intensiv beteiligt, Sportdirektor Hasan Salihamidzic war dafür demnach noch länger in Katar geblieben. Die Ambulanz-Maschine wurde offenbar eigens aus Nürnberg losgeschickt, um den Fußballer aus dem Wüstenstaat abzuholen.

Müller befindet sich nun daheim in Quarantäne. Das sehen die pandemiebedingten Einreisebestimmungen nach Deutschland vor. Er wird dem Tabellenführer auf jeden Fall bei den Bundesligaspielen gegen Arminia Bielefeld am Montag (20.30 Uhr live im Ticker bei ntv.de) und Eintracht Frankfurt am kommenden Samstag (15.30 Uhr) fehlen. Der FC Bayern hatte erklärt, dass er sich mit den zuständigen Behörden über das weitere Vorgehen abgestimmt habe. Eine Quarantäne für die Mitspieler und den Betreuerstab wurde nicht angeordnet.

Quelle: ntv.de, tsi/dpa

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