Fußball

"Unmöglich zu erfüllen" München und weitere EM-Gastgeber wackeln

Von den Plänen der UEFA ist Markus Söder gar nicht begeistert. Der bayerische Ministerpräsident will nicht, dass im Münchner Stadion während der Fußball-EM viele Zuschauer sitzen. Noch drastischer formuliert es der spanische Verband für den Austragungsort Bilbao: Die UEFA-Forderung sei "unmöglich zu erfüllen".

Die spanische Stadt Bilbao droht als Spielort der Fußball-EM (11. Juni bis 11. Juli) wegzufallen - ebenso wie München. Angesichts der Bedingungen der Regionalregierung des Baskenlandes seien Spiele vor Publikum in Bilbao undenkbar, teilte der spanische Verband RFEF mit. Die sieben Forderungen der Behörden seien bis Juni "unmöglich zu erfüllen", hieß es. Zuvor war am Mittwoch in Spanien noch berichtet worden, aus Bilbao habe die Europäische Fußball-Union (UEFA) eine relativ konkrete Zusage für Spiele mit Zuschauern erhalten.

Genauso sieht es auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Gegenüber RTL/ntv sagte er: "Im Moment kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, mit großartigen Zuschauerzahlen zu operieren, es dauert ja nicht mehr lange bis zur EM." Söder plädiert dafür, die Option Geisterspiele weiterzuverfolgen: "In großen Stadien zu spielen, in ganz Europa, mit der extremen Mobilität - ob das wirklich eine gute Idee ist, das wage ich zu bezweifeln!"

Offen ist, ob die UEFA darauf bestehen wird, dass EM-Spiele vor Zuschauern stattfinden müssen. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hatte bei Sky gesagt, man müsse sich ansehen, wie die Gesundheitssituation aussehe. "Wenn es die Situation erlaubt, erwarten wir Zuschauer", betonte er. Söder hält auch nichts von dieser Diskussion. Wenn nur da gespielt würde, wo Zuschauer komplett zugelassen werden, "würde das auch auf Widerstand stoßen."

Auch Dublin ist skeptisch

Die baskische Regionalregierung will EM-Spiele vor Zuschauern nur unter bestimmten Bedingungen zulassen. Dazu gehört unter anderem, dass bis zum 14. Juni mindestens 60 Prozent der Bevölkerung des Baskenlandes sowie auch ganz Spaniens gegen das Coronavirus geimpft sein müssen. Dem Impfprogramm der Zentralregierung zufolge wäre diese Bedingung allerdings nicht zu erfüllen. Madrid will erst bis Ende August rund 70 Prozent aller Bürger immunisiert haben. Und Medien bezweifeln, dass dieses Ziel überhaupt realisierbar ist.

Eine andere Forderung, die laut Verband nicht zu erfüllen ist, lautet, dass im Juni höchstens zwei Prozent aller Intensivbetten mit Covid-Patienten besetzt sein dürfen. "Das alles wird dazu führen, dass es in Bilbao kein Publikum geben wird", so der RFEF.

Mehrere der zwölf vorgesehenen EM-Gastgeber hatten bereits ihre Bereitschaft erklärt, Begegnungen vor Zuschauern auszurichten, darunter Glasgow, Amsterdam, London, St. Petersburg, Kopenhagen, Bukarest und Rom. Für Baku und Budapest werden ebenfalls keine Probleme erwartet. Die Bestätigung von Dublin gilt wie die Münchner als ungewiss.

Quelle: ntv.de, ara/dpa

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