Fußball

Nach Kritik an Kurzstreckenflug PSG-Weltstar und Trainer spotten über Klimafrage

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Kylian Mbappé kann über die Frage nach einer Zugfahrt nur lachen. Das, so verdeutlicht er, ist nichts für ihn.

(Foto: IMAGO/Sebastian Frej)

Kritiker werfen dem Fußball vor, dass er sich längst von der Realität entfremdet hat. Die Protagonisten, so heißt es, leben in einer Blase, scheren sich nicht um die großen Themen. Ein Kurzstreckenflug des Katar-Klubs Paris Saint-Germain sorgt nun in Frankreich für reichlich Wirbel.

Eine kurze Flugreise des Teams von Paris Saint-Germain und der Umgang mit der Kritik daran hat Frankreichs Sportministerin Amélie Oudéa-Castéra erbost. PSG-Trainer Christophe Galtier hatte am Montagabend auf der Pressekonferenz zum Champions-League-Auftakt gegen Juventus Turin ironisch auf die Frage reagiert, warum der französische Meister zum Spiel nach Nantes geflogen sei, statt mit der Bahn zu reisen.

"Herr Galtier, wir sind von Ihnen sachdienlichere und verantwortungsvollere Antworten gewohnt - sollen wir darüber reden?", schrieb die französische Sportministerin daraufhin bei Twitter. Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo forderte PSG zum "Aufwachen" auf und verlangte einen seriöseren Umgang mit der Frage.

Galtier sagte zuvor, er habe mit einer derartigen Frage gerechnet und antwortete, man werde mit der Firma, die die Reisen der PSG-Mannschaft organisiere, darüber sprechen, beim nächsten Mal einen Strandsegler zu nutzen. Stürmerstar Kylian Mbappé brach bei der Frage nach einem kurzen Blick von Galtier in Gelächter aus.

Sportler lieben das Flugzeug

Mit dem Hochgeschwindigkeitszug TGV dauert die Reise in das etwa 380 Kilometer von Paris entfernte Nantes etwa zwei Stunden. Darauf hatte der Chef des Unternehmens, Alain Krakovitch, hingewiesen. Der Klub rechtfertigte den kurzen Flug damit, dass nach dem 3:0-Sieg am Samstagabend anders als mit dem TGV noch die Rückreise möglich gewesen sei. Krakovitch erneuerte indes seinen Vorschlag, den Einsatz der Züge an die speziellen Bedürfnisse anzupassen. PSG teilte mit, man nehme das Thema sehr ernst. Bei jedem der etwa 25 Auswärtsspiele pro Saison würde die beste Möglichkeit geprüft.

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Nicht nur der Pariser Klub mit dem mächtigen Sponsor aus Katar greift immer wieder auf das Flugzeug als bevorzugtes Verkehrsmittel zurück. Erst im vergangenen Monat machte Chelsea-Trainer Thomas Tuchel mit seinem Klagegesang auf eine rund vierstündige Busreise zwischen London und Leeds auf sich aufmerksam. In der vergangenen Saison reiste Manchester United mit dem Privatjet ins 120 Kilometer entfernte Leicester und erntete reichlich Kritik.

In Deutschland sorgte die Nationalmannschaft im September 2020 mit einer Flugreise von Stuttgart nach Basel für Unmut. Auch zahlreiche Bundesligisten bevorzugen bei mittellangen Reisen zu Auswärtsspielen das Flugzeug als Verkehrsmittel. Reichlich Staub wirbelte auch der Fanklub Nationalmannschaft auf. Der hatte seine Mitglieder zwar zur im November beginnenden WM in Katar eingeladen, aber ein Quartier in Dubai gewählt. Von dort werden die Unterstützer der DFB-Elf zu den Spielen der Flick-Mannschaft ins nahegelegene Emirat einfliegen.

Quelle: ntv.de, sue/dpa

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