Fußball

Matthäus kritisiert Auswechslung Nagelsmanns "verwunderliche" Idee

259269175.jpg

Julian Nagelsmann musste gegen Eintracht Frankfurt seine erste Pflichtspielniederlage hinnehmen.

(Foto: picture alliance / SvenSimon)

Der FC Bayern verliert nach neun Siegen in Folge erstmals unter Julian Nagelsmann ein Pflichtspiel. Daran hat der neue Trainer des Rekordmeisters maßgeblich selbst Schuld, findet Lothar Matthäus. Der Rekordnationalspieler geht mit einem weiteren Bayern-Protagonisten hart ins Gericht.

Nach der ersten Saison-Niederlage des FC Bayern München hat Fußball-Rekordnationalspieler Lothar Matthäus die Einwechslung von Marcel Sabitzer auf der Abwehr-Position kritisiert. "Wenn man Julian etwas vorwerfen kann, dann die etwas verwunderliche Auswechslung taktischer Natur, als er Sabitzer für Süle bringt, diesen allerdings auf die rechte Verteidiger-Position stellt", schrieb Matthäus in seiner Kolumne für den TV-Sender Sky.

Trainer Julian Nagelsmann hatte Sabitzer nach 75 Minuten für Niklas Süle eingewechselt. Nur acht Minuten später erzielte sein Gegenspieler Filip Kostic das spielentscheidende 2:1 für die Frankfurter Eintracht. "Ich bin ein großer Verfechter davon, dass man Spieler auf ihrer besten Position einsetzt, und die ist bei Marcel mit Sicherheit nicht hinten rechts. Man hat den Gegner damit unnötig stark gemacht", schrieb der 60-jährige Matthäus. "Sabitzer ist nun wirklich alles, aber kein Rechtsverteidiger. Seine Stärken liegen nicht in der Defensive. Ich will nicht so weit gehen und sagen, dass sich Nagelsmann vercoacht hat, aber das geht auf seine Kappe", kritisierte Matthäus.

"Wenn alle Spieler fit und in Form sind, ist für den Leipziger Neuzugang in der ersten Elf kein Platz. Seine Top-Position ist zentral. An Kimmich und Goretzka ist aber kein Vorbeikommen", schrieb Matthäus weiter.

"Einfach kein Bayern-Spieler"

Der überraschende Wechsel beschäftigte Matthäus auch auf einer anderen Ebene: Als klaren Fingerzeig für Bouna Sarr. Der Franzose saß als gelernter Rechtsverteidiger auf der Bank, hätte also eigentlich die bessere und also erste Wahl für einen defensiven Wechsel sein sollen. Doch Nagelsmann entschied sich gegen den 29-Jährigen, der im Oktober 2020 für eine Ablöse von acht Millionen Euro von Olympique Marseille nach München gewechselt war und einen Vertrag bis 2024 unterschrieben hatte.

"Sarr ist einfach kein Bayern-Spieler", schrieb Matthäus. Wie sein Vorgänger Hansi Flick zähle Julian Nagelsmann "überhaupt nicht" auf ihn. "Ich an seiner Stelle hätte aus dem Stadion flüchten wollen", schrieb Matthäus: "Wenn er spielen und nicht nur am Monatsende seinen Scheck möchte, sollte er sich einen neuen Verein suchen." Einzig Sportvorstand Hasan Salihamidžić sei von diesem Transfer überzeugt gewesen und habe für Sarr "trotz der finanziell angespannten Corona-Lage einiges an Geld gezahlt". Sarr bestritt bisher 21 Pflichtspiele (ein Tor) für den FCB.

Quelle: ntv.de, ter/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.