Fußball

Riera erwartet "Balkonsprung"Neuer Eintracht-Trainer führt kuriose Kapitäns-Regel ein

03.02.2026, 19:06 Uhr
Fussball-Bundesliga-PK-Eintracht-Frankfurt-mit-dem-neuen-Trainer-Trainer-Albert-Riera-Eintracht-Frankfurt-erklaert-seine-drei-Regeln-in-der-Pressekonferenz
Albert Riera erklärt seine Regeln. (Foto: picture alliance/dpa)

Ein Hauch von Pep Guardiola soll bei Eintracht Frankfurt künftig wehen: Mit Albert Riera steht beim kriselnden Fußball-Bundesligisten ein Spanier an der Seitenlinie, der ähnlich denkt. Von seinen Spielern erwartet er viel Commitment - auf und neben dem Platz.

Albert Riera stellte sich ganz entspannt den Fragen der neugierigen Journalisten, 57 Minuten lang nahm sich der Spanier mit "Schmetterlingen im Bauch" an seinem zweiten Arbeitstag Zeit. Er hinterließ die Erkenntnis: Eintracht Frankfurt trainiert nun ein besessener Fußballfanatiker. "Ich bin so überzeugt von meinen Überzeugungen", sagte der neue Mann an der Seitenlinie der kriselnden SGE bei seinem ersten Auftritt, "wenn ich meinen Spielern morgen sage, sie sollen vom Balkon springen, sollen sie bald sagen, sie machen es".

Der 43-Jährige sprach ausführlich über seine Prinzipien, die er über alles stellt. Der erste spanische Coach der Vereinsgeschichte offenbarte ausführlich, was die Eintracht erwartet: Viel Taktik, Leidenschaft, Emotion - und sogar ein Hauch Tiki-Taka. Er wolle seinen Mannschaften stets eine klare Identität verleihen. Gerne viel Ballbesitz, aber noch mehr Disziplin in der Defensive, erklärte Riera, der "eine Möglichkeit" schaffen wolle, "für all die Menschen, die Eintracht Frankfurt lieben, sich mit uns zu identifizieren und stolz darauf zu sein, wie wir Dinge angehen".

Die Schnittmenge mit dem berüchtigten Ballbesitzfußball, den sein guter Freund Pep Guardiola weltberühmt machte, werde laut dem 43-Jährigen durchaus groß sein. Bei seiner ersten Trainingseinheit verbreitete er gute Laune, gab aber auch viele Anweisungen zu seiner taktischen Idee. "Ihr müsst jederzeit wissen, was ihr zu tun habt! Im Fußball geht es um Timing", rief er seinen Schützlingen zu.

Riera führte als Nachfolger von Dino Toppmöller zudem eine ungewöhnliche Kapitäns-Hierarchie ein. "Wir haben jetzt sechs Kapitäne", sagte der frühere Nationalspieler, der zuletzt bei NK Celje in Slowenien arbeitete. "Ich will Anführer sehen." Der bisherige Kapitän Robin Koch gehört zu diesem Sextett. Weiter zählte Riera Mario Götze, Rasmus Kristensen und Arthur Theate auf. Die Gruppe habe zudem Jonathan Burkhardt gewählt. In zwei Wochen wolle er selbst noch einen weiteren Kapitän benennen.

Ein bestimmtes "Mindset" vermitteln

Die wichtigsten Fragen an einen größtenteils Unbekannten beantwortete er im Anschluss. Was der Klub, die Mannschaft, die Fans von ihm erwarten dürfen, und auch, was er nicht garantiert. "Wenn ich zu einem Verein komme, sage ich als Erstes, dass ich keine Titel, keine Siege und keine Punkte versprechen kann", sagte Riera im Vereins-TV der Hessen. Spieler könnten ja immerhin auch keine Tore versprechen. Riera gab jedoch die Garantie, "dass wir mehr als nur Ergebnisse schaffen werden".

Der emotionale Typ will seine Spieler mitreißen und scheint ein Fan von lebhafter Sprache zu sein. Fleißig klopfte er bei seiner Vorstellung Sprüche, er habe den "zweitbesten Job der Welt" - denn den besten hätten ja schon seine Spieler. Auch für jede seiner Prinzipien hält er eine Redewendung parat. "Es geht nicht darum, wer mehr läuft, sondern wer besser läuft", sagte er etwa und erklärte seine täglichen Taktik-Meetings: "Bevor du ein Auto fährst, musst du erst die Theorie lernen."

Auch wenn er im Detail zunächst noch nicht viel zu seiner neuen Mannschaft sagte, deckten sich Rieras Visionen mit den Problemzonen der Eintracht. Sein Fokus aufs Verteidigen sollte der schwachen Defensive entgegenkommen. Auch in puncto Selbstvertrauen will er die Profis nach acht Spielen ohne Sieg stärken. "Wenn meine Spieler auf den Platz gehen, möchte ich, dass sie das Gefühl haben, die Besten, die Schnellsten, die Stärksten und sogar die Schönsten auf dem Feld zu sein", sagte er: "Ich will ihnen dieses Mindset verleihen."

Quelle: ntv.de, ses/sid/dpa

FußballEintracht FrankfurtSpanienFußball-Bundesliga