Fußball

Karriere stand auf der Kippe Neuer räumt Posten in DFB-Team nicht

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Noch immer hungrig auf Titel: Manuel Neuer.

(Foto: imago/Jan Huebner)

Erst eine schwere Fußverletzung, dann eine verkorkste Fußball-WM: Manuel Neuer hat zwei komplizierte Jahre hinter sich. Sogar eine Karriereende war möglich. Doch nun gibt sich der 32-Jährige kämpferisch. Er will es den derzeit weltbesten Keepern noch einmal zeigen.

Fußball-Nationaltorwart Manuel Neuer hat in der "Süddeutschen Zeitung" erstmals eingeräumt, dass die Fortsetzung seiner Karriere aufgrund seiner Mittelfußverletzung gefährdet war. "Ein erneuter Rückfall vor der WM hätte die ganze Sache womöglich beenden können", sagte er am Ende eines Jahres, "in dem ja doch alles ein bisschen auf der Kippe stand". Deshalb sei 2018 "auf eine Art" aber auch ein schönes Jahr gewesen: "Ich kann wieder alles machen, nichts tut mehr weh." Er wisse es "sehr zu schätzen, dass ich noch dabei und wieder topfit bin".

Vehement wehrt sich der 32-Jährige auch gegen die Unterstellungen, wonach er nicht mehr so gut halte wie vor seiner langen Verletzungspause. Er kenne "diese ganzen Statistiken", sagt er, "aber für mich ist wichtig, wie ich die Dinge sehe, niemand anderes". Die Nation müsse sich keine Sorgen machen, "es ist alles wieder da". Neuer hatte sich im September 2017 zum wiederholten Mal den Fuß  gebrochen und war erst kurz vor der WM 2018 in Russland wieder fit geworden.

Was die Zukunft angeht, gibt Neuer sich kämpferisch: Er wolle den aktuell weltbesten Torhütern "schon zeigen, dass ich’s auch noch kann". Er gehe davon aus, dass er auch die sogenannten Unhaltbaren noch halten könne, das würden "die Leute bald wieder sehen".

DFB-Team bei WM "ohne Herz und ohne Willenskraft"

Auch mit einem halben Jahr Abstand zeigt sich der Kapitän der Nationalmannschaft immer noch überrascht über das schwache Abschneiden der DFB-Elf bei der WM in Russland. So ein Auftaktspiel wie die Niederlage gegen Mexiko habe er sich "eigentlich nicht vorstellen können: So ohne Herz und ohne Willenskraft habe ich eine deutsche Nationalmannschaft bei einem Turnier noch nie erlebt". Die Mannschaft wisse "genau, dass so ein Jahr wie 2018 nicht mehr vorkommen darf. Wir haben jetzt den Anspruch, uns vor Holland als Gruppenerster für die EM zu qualifizieren. Die Leute sollen wieder eine Nationalmannschaft sehen, die richtig Spaß macht - und wieder gern ins Stadion kommen."

Neuer unterstützt auch den Umbruch, den Bundestrainer Joachim Löw gerade vollzieht, er selbst habe er aber "nie" darüber nachgedacht, seinen Posten im Tor zu räumen. "Das, was unserer Generation nach dem Turnier alles so nachgesagt wurde, das stelle ich an mir überhaupt nicht fest", sagt Neuer: "Ich bin überhaupt nicht satt, ich fühle mich immer noch sehr hungrig und habe immer noch das große Bedürfnis, in der Nationalmannschaft zu spielen und mit ihr Titel zu gewinnen."

Quelle: n-tv.de, wne/dpa

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