Fußball

WM-Kader der DFB-Frauen Neun Rio-Heldinnen fahren nach Frankreich

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Kapitänin Alexandra Popp führt das deutsche Aufgebot für die Weltmeisterschaft in Frankreich an.

(Foto: imago images / photoarena/Eisenhuth)

Frauen-Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg präsentiert in Frankfurt ihren Kader für die Weltmeisterschaft in Frankreich. Bei ihrem ersten großen Turnier setzt sie auf eine Mischung aus routinierten und jungen Spielerinnen. Für das DFB-Team geht es auch um die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020.

Beim Werbespot für den Sponsor stellten die deutschen Fußballerinnen ihr Licht noch unter den Scheffel. "Wir spielen für eine Nation, die unsere Namen nicht kennt", tönte es bei der Bekanntgabe des 23-köpfigen WM-Aufgebots im Frankfurter Commerzbank-Tower aus den Lautsprechern. Genau das soll sich bei der Endrunde in Frankreich vom 7. Juni bis 7. Juli ändern. Neun Olympiasiegerinnen wollen die Auswahl zum dritten Stern führen - auch wenn hinter Gold-Torhüterin Almuth Schult ein großes Fragezeichen steht.

"Sie hat eine Schulterverletzung. Diese Verletzung muss so in Ordnung sein, dass sie 100 Prozent performen kann", sagte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg. Dabei wurden Erinnerungen an Schults männliches Pendant Manuel Neuer wach, dessen Einsatz vor der WM im vergangenen Jahr lange Zeit fraglich war. Erst beim finalen Trainingslager in Grassau wird sich entscheiden, ob es für die 28 Jahre alte Torhüterin des Double-Gewinners VfL Wolfsburg reicht. Andernfalls muss Voss-Tecklenburg entscheiden, ob Merle Frohms (SC Freiburg) oder Laura Benkarth (Bayern München) zur Nummer eins aufsteigt. Bis 24 Stunden vor dem ersten Spiel des zweimaligen Welt- und achtmaligen Europameisters am 8. Juni gegen China kann "MVT" eine Spielerin nachnominieren.

"Können sehr weit kommen"

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Martina Voss-Tecklenburg übernahm die Frauen-Nationalmannschaft Ende 2018 von Horst Hrubesch.

(Foto: imago/Hartenfelser)

Das würde die Trainerin gerne vermeiden, schließlich fielen ihr manche Entscheidungen schon in den vergangenen Tagen schwer. "Es gab schon zwei, drei Härtefälle", äußerte Voss-Tecklenburg: "Es waren verschiedene Komponenten, die am Ende für die Auswahl den Ausschlag gegeben haben. Beispielsweise haben Positionsflexibilität und Charaktereigenschaften eine Rolle gespielt - aber auch, welche Spielerinnen gut zusammenpassen."

Leicht hat es sich die 51-Jährige definitiv nicht gemacht. "Wir haben im Trainerteam intensiv miteinander diskutiert. Am Ende waren einige knappe Entscheidungen dabei, weil wir eine hohe Qualität innerhalb der Mannschaft haben", betonte Voss-Tecklenburg, die seit Jahresbeginn an der Zusammenstellung des Personals getüftelt hat: "Ich bin davon überzeugt, dass wir ein Team haben, mit dem wir gut aufgestellt sind für die WM. Wenn wir unsere Leistung auf den Platz bringen, können wir sehr weit kommen." In Frankreich geht es nicht nur um den WM-Titel, sondern auch um die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020: Nur die drei besten europäischen Teams qualifizieren sich sicher für das Fußballturnier in Tokio.

Rio-Heldinnen müssen Youngster führen

Schult, Benkarth, Lena Goeßling, Leonie Maier, Dzsenifer Marozsan, Alexandra Popp, Melanie Leupolz, Sara Däbritz und Svenja Huth wissen nur zu gut, was für einen Triumph nötig ist. Sie holten in Brasilien den Olympiasieg und müssen den WM-Debütantinnen den Erfolgsweg aufzeigen. Für insgesamt 15 Spielerinnen ist es die erste WM, da auch Huth noch nie bei einer Endrunde dabei war. Schon nach den Tests in Schweden (2:1) und gegen Japan (2:2) im April hatte Voss-Tecklenburg das Grundgerüst von 18, 19 Spielerinnen im Kopf. Erfahrenste Spielerinnen im Kader sind Goeßling (104 Länderspiele), Spielführerin Popp (95) und Marozsan (89). Die Jüngste ist mit 17 Jahren und zwei Länderspielen Lena Oberdorf, gefolgt von Klara Bühl (18 Jahre/ein Länderspiel).

Ein Quintett (Torhüterin Lisa Schmitz sowie Kristin Demann, Felicitas Rauch, Pauline Bremer und Lena Lattwein) wurde zusätzlich als Back-up für den finalen Lehrgang inklusive Generalprobe am 30. Mai in Regensburg gegen Chile (17.45 Uhr/ARD) nominiert. In Grassau wird die Mannschaft zudem von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besucht.
Der Countdown für die auch logistisch herausfordernde Tour de France läuft bereits. Am 3. Juni reist der Rekord-Europameister nach Frankreich, wo in der Gruppe B neben China (8. Juni/Rennes) noch Spanien (12. Juni/Valenciennes) und Neuling Südafrika (17. Juni/Montpellier) warten.

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Quelle: n-tv.de, Alexander Sarter und Nicolas Reimer, sid

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