Fußball

"Das Schicksal wollte es ..." Neymar stichelt gegen geschlagenen Kimmich

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Neymar bearbeitete Joshua Kimmich auch noch nach dem Spiel.

(Foto: picture alliance/dpa)

In der Euphorie über das Weiterkommen in der Champions League, verliert PSG-Superstar Neymar für Momente den Respekt für den unterlegenen Gegner: Aus einer verdienten Jubelgeste macht der Brasilianer noch eine Botschaft an einen Bayern-Leader.

Es ist ein Jubel mit besonderer Genugtuung gewesen, als Neymar und Leandro Paredes sich nach dem Schlusspfiff im Prinzenpark direkt vor den Augen von Joshua Kimmich an die Brust sprangen. Er versicherte zwar, er habe "nicht gefeiert, um mich mit ihm anzulegen", aber "das Schicksal wollte, dass auch Kimmich da war", sagte der brasilianische Superstar Neymar von Paris Saint-Germain dem Fernsehsender TNT Sports Brasil, der die Szene in Brasilien hervorhob. 0:1 war PSG gegen den FC Bayern zwar unterlegen, aber das reichte zum Einzug ins Halbfinale der Champions League.

"Wir waren die bessere Mannschaft im Hinspiel, aber haben verloren", hatte Bayerns Mittelfeldspieler Kimmich vor der Partie gesagt - und fürs Rückspiel versprochen: "Weil wir die bessere Mannschaft sind, bin ich davon überzeugt, dass wir weiterkommen." Neymar hatte offenbar Wind von der Sache bekommen und erinnerte sich hinterher an die Worte des Bayern-Leaders.

"Man kann so viel Ballbesitz haben, wie man will, so wie man eine Frau einen ganzen Abend bezirzen kann, und dann kommt einer und nimmt sie einem in fünf Minuten weg", sagte Neymar im brasilianischen TV-Interview und lachte herzhaft. Der 29-Jährige spielte damit auf die bisweilige Übermacht der Bayern an, die sich vor allem auch beim 3:2-Hinspielsieg von PSG in München nicht in Toren gespiegelt hatte.

In der vergangenen Saison sei Bayern für ihn das beste Team des Turniers gewesen, dieses Jahr habe er das jedoch nicht so gesehen. "Das ging so weit, dass ich gesagt habe: 'Wenn wir auf Bayern treffen, scheidet Bayern aus'", sagte Neymar. "Wir haben uns darauf vorbereitet, Bayern zu überwinden; wir haben das gebraucht, um uns selbst zu beweisen, dass wir das können." Immerhin gestand Neymar dem FC Bayern zu: "Wir haben uns gegen ein starkes Team durchgesetzt."

PSG-Verbleib ist "nicht einmal mehr ein Thema"

Im Champions-League-Endspiel von Lissabon vor acht Monaten war PSG gegen Bayern ebenfalls mit 0:1 unterlegen. Neymar weinte damals bittere Tränen, und David Alaba, mit dem er sich diesmal umarmte, tröstete ihn.

Neymars Trainer Mauricio Pochettino widersprach seiner Offensivkraft deutlich: Der Argentinier lobte den FC Bayern gegenüber CBS als "das beste Team der Welt momentan. Ein fantastisches Spiel." Und auch für die mutigen Töne aus München im Vorfeld der Partie hatte er Verständnis: "Es ist normal, dass sie selbstbewusst waren, sie sind eine Mannschaft, die alles gewonnen hat und sie dachten, sie wären die Favoriten", sagte Pochettino. "Fußball ist so ein schönes Spiel, aber es ist auch ein Spiel, in dem man nie aufgibt und kämpfen muss. Aber ich verstehe, warum sie gesagt haben, dass sie zuversichtlich sind, es ist normal, psychologische Spielchen zu spielen", fügte er hinzu.

Der Nachfolger von Thomas Tuchel, der mit seinem neuen Klub FC Chelsea ebenfalls den Einzug ins Halbfinale geschafft hat, lobte auch die Entwicklung seiner eigenen Mannschaft. "Nach drei Monaten sieht man mehr und mehr, dass das Team das macht, was wir wollen", sagte Pochettino.

Ein Teil der Weiterentwicklung wird wohl auch der übermütige Neymar selbst sein. Ob er bei PSG bleibe oder nicht, sei "nicht einmal mehr ein Thema. Es ist offensichtlich, dass ich mich sehr wohlfühle, zu Hause fühle hier bei Paris Saint-Germain", sagte Neymar, der in Gesprächen über eine Vertragsverlängerung steht, aber auch immer wieder mit anderen Vereinen, etwa dem FC Barcelona, in Verbindung gebracht wird. "Ich fühle mich glücklicher, als ich davor war."

Quelle: ntv.de, ter/dpa

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