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CL-Geduldsprobe gegen Brügge Nullnummer reicht BVB fürs Achtelfinale

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(Foto: imago/Eibner)

Borussia Dortmund genügt ein Remis, um die K.-o.-Runde der Champions League zu erreichen. Bei dem zähen Spiel gegen den FC Brügge ist das eine gute Voraussetzung - das Team von Trainer Lucien Favre ergattert nur mühsam den Punkt. Fazit: geschafft.

Triste Nullnummer statt knalliges Feuerwerk: Bundesliga-Primus Borussia Dortmund hat ohne den Glanz der letzten Wochen sein erstes Saisonziel erreicht. Mit dem 0:0 gegen den FC Brügge folgte der Revierklub in der Champions League dem FC Bayern und dem FC Schalke als dritter deutscher Klub vorzeitig in das Achtelfinale. Doch die gute Ausgangsposition im Kampf um den Gruppensieg ist nach der unnötigen Punkteteilung dahin: Am 11. Dezember muss der BVB nicht nur in Monaco gewinnen, sondern benötigt auch noch Schützenhilfe von Brügge gegen Atlético Madrid.

"Es war ein zähes Spiel, kein gutes Spiel. Wir hatten in der ersten Halbzeit zwei hundertprozentige Chancen, danach wurde es schwieriger, Lücken zu finden. Wir haben es individuell nicht gut gemacht. Primär war aber der Einzug ins Achtelfinale", sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc. Angesprochen auf das Ende des Prozesses im Zuge des Sprengstoffanschlags am 11. April 2017 auf die Mannschaft, fügte Zorc hinzu: "Wir sind froh als Verein, dass mit dem Urteil ein Schlussstrich gezogen wurde." Der Angeklagte Sergej W. war am Dienstag zu 14 Jahren Haft verurteilt worden.

Sportlich war das Spiel gegen Brügge keine Glanzleistung. Verändert auf fünf Positionen hatte das Dortmunder Spiel nicht das Tempo und die Brillanz der letzten Wochen. "Wir freuen uns, dass wir für das Achtelfinale qualifiziert sind. Das erste Ziel haben wir erreicht", sagte Favre. "Es war kein einfaches Spiel, für mich war das aber keine Überraschung. Brügge hat sehr gut verteidigt, sie waren sehr kompakt. Wir haben die Lücke nicht gefunden. Manchmal hätten wir schneller und präziser spielen sollen." Trotzdem waren die Schwarz-Gelben gegen tiefstehende Belgier klar tonangebend. Der BVB ließ den Ball in der Hälfte der Gäste zirkulieren, der entscheidende Pass kam aber viel zu selten.

Superjoker spielt von Beginn an

Trotzdem hätte die Favre-Elf bereits in der ersten Halbzeit in Führung gegen müssen. Schon nach zehn Minuten hatte Christian Pulisic die große Chance, als er nach Ablage von Marco Reus frei vorm gegnerischen Tor zum Schuss kam. Der US-Amerikaner schoss aber viel zu unplatziert, so dass Brügge-Keeper Ethan Horvath zur Stelle war. Pulisic und Raphael Guerreiro waren auf den Außenbahnen im Vergleich zum Mainz-Spiel für die zuletzt so starken Jadon Sancho und Jacob Bruun Larsen in die Startelf gerückt. Dazu hatte Favre seinen Torjäger Paco Alcácer anstelle von Mario Götze in der Sturmzentrale aufgeboten. Gegen den dichten Abwehrverbund hatte es der kleine Spanier aber sichtlich schwer, zu Aktionen zu kommen.

Die größte Chance in den ersten 45 Minuten vergab Reus, als er frei durch war und den Ball um Zentimeter neben das Tor setzte. So wirkte der frierende Favre auf der Trainerbank nicht wirklich zufrieden, wenngleich von den Gästen keine Gefahr ausging. Dabei hätte der belgische Meister schon gewinnen müssen, um noch eine Chance auf das Weiterkommen zu haben. Doch bis auf einen Schuss von Sofyan Amrabat, der weit neben das Tor ging (25.), war von der Elf von Ivan Leko lange nichts zu sehen.

Auch in der zweiten Halbzeit fiel dem BVB lange Zeit trotz hohen Ballbesitz-Anteilen (über 70 Prozent) wenig ein, um das gegnerische Bollwerk zu überwinden. Den Angriffen mangelte es an Tempo und Kreativität, um Torgefahr zu erzeugen. Die erste Chance gehörte wieder Pulisic nach Vorarbeit von Reus, doch danach war wieder lange Leerlauf im BVB-Spiel. So wurden die 66.099 Zuschauer im ausverkauften Signal Iduna Park zunehmend ungeduldig, erst recht als Wesley den ersten gefährlichen Schuss absetzte (74.). Auch die Hereinnahme von Sancho brachte nichts mehr ein.

Quelle: n-tv.de, Heinz Büse und Stefan Tabeling, dpa

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