Fußball

Entlassung ist offiziell PSG beendet unwürdiges Schauspiel um Tuchel

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Das war's dann also.

(Foto: REUTERS)

Seit Tagen war es bekannt, nun hat Paris St. Germain es auch offiziell gemacht: Der französische Erstligist trennt sich von Trainer Thomas Tuchel. Bereits an Heiligabend hatte es zahlreiche Berichte über seine Demission gegeben. Ein Nachfolger steht aber noch nicht fest.

Am Heiligen Abend gefeuert, doch erst zwei Tage vor Silvester die Trennung offiziell bestätigt: Schäbig und respektlos hat Paris St. Germain formell den Schlussstrich unter zweieinhalb gemeinsame Jahre mit Trainer Thomas Tuchel gezogen und damit eine unwürdige fünftägige Hängepartie um den deutschen Coach beendet. Garniert mit den üblichen dürren Worten in einem vorbereiteten Statement. "Thomas hat viel Energie und Leidenschaft in seinen Job gesteckt. Wir werden uns an die guten gemeinsamen Momente erinnern. Ich wünsche ihm für die Zukunft nur das Beste", ließ sich Klubboss Nasser Al-Khelaifi zitieren.

Es steht zu vermuten, dass sich die Trennung auch wegen der Verhandlungen über die Modalitäten der Vertragsauflösung verzögerte. Der 47-Jährige soll angeblich eine Abfindung in Höhe von sechs Millionen Euro erhalten. Schon bei Mainz 05 und Borussia Dortmund erlebte Tuchel sein reguläres Vertragsende nicht. Dennoch bleibt Tuchel begehrt, verschiedene Medien bringen den Trainer bereits als möglichen Kandidaten für den englischen Spitzenklub FC Chelsea ins Spiel.

In Paris hatte Weltmeister Kylian Mbappé die erwartbare Entscheidung des Vereins schon zu Weihnachten vorweggenommen und sich voller Sympathie bei seinem Coach verabschiedet. "So ist leider das Gesetz des Fußballs, aber niemand wird Ihre Zeit hier vergessen", schrieb der 22 Jahre alte Torjäger auf seinem Instagram-Account: "Sie haben ein gutes Kapitel in der Geschichte des Klubs geschrieben, und ich danke Ihnen."

Fehlende Anerkennung störte Tuchel

Bereits an Heiligabend hatten "L'Equipe" und der Radiosender RMC von der Entlassung Tuchels berichtet. Sein wahrscheinlicher Nachfolger hat Stallgeruch. Der Argentinier Mauricio Pochettino, bis 2019 als Teammanager für Tottenham Hotspur in der Premier League tätig und zwischen 2001 und 2003 Spieler in Paris, soll ihn beerben. Für Tuchel findet nach 30 Monaten eine intensive Zeit ihr Ende. Lehrreich war sie, nicht nur, weil er längst fließend, wenngleich nicht akzentfrei Französisch spricht. Der frühere Mainzer und Dortmunder Bundesliga-Coach Tuchel arbeitete mit Weltstars wie Mbappé oder Neymar in einem Umfeld, in dem nationale Titel nur das Beiwerk für die einzige Trophäe von Rang sind: den Silber-Pokal der Champions League.

Den großen Traum konnte Tuchel dem Klub um den schwerreichen Präsidenten nicht erfüllen, auch wenn er in der abgelaufenen Saison denkbar knapp scheiterte. Im Finale verlor Paris mit 0:1 gegen den FC Bayern München. Es sollte Tuchels letzte Chance sein. Ruhige Zeiten gab es für Tuchel in Paris selten, daran änderten auch seine Erfolge nichts. Zweimal wurde Paris seit seinem Amtsantritt Meister, triumphierte dazu in diesem Jahr im Pokal und im Ligapokal. Dennoch kam es regelmäßig zu Spekulationen um einen bevorstehenden Rauswurf.

Die fehlende Anerkennung seiner Arbeit störte Tuchel, das machte er zuletzt deutlich. "Es hat ein Spiel gefehlt zum Champions-League-Sieg. Und wir hatten nie so das Gefühl, dass wir die Leute jetzt auch mal überzeugt haben und sie unsere Leistung anerkennen. Es macht einen auch manchmal ein bisschen traurig oder sauer", sagte Tuchel im Sport1-Interview.

Und fügte mit einer gewissen Bitterkeit hinzu: "Hier ist auf jeden Fall eine extreme Erwartungshaltung im Klub und im Umfeld. Da hat man schon das Gefühl, dass die Wertschätzung dafür - gerade in der Liga - nicht so da ist." Damit muss er sich künftig nicht mehr herumärgern, zumindest nicht mehr bei PSG.

Quelle: ntv.de, tsi/sid