Fußball

1. FC Köln trennt sich von Volker Finke Podolski ist "nicht überrascht"

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Lukas Podolski, sachlich.

(Foto: dpa)

Erst gewinnt der 1. FC Köln ein intensives Kellerduell gegen Hertha BSC, wenig später trennt sich der Klub von Sportdirektor Volker Finke. Es bleiben verkorkste Transfers und zerüttete Verhältnisse zu Trainer Stale Solbakken sowie Stürmerstar Lukas Podolski. Der Fixpunkt der Kölner Mannschaft sagt lapidar: "Das überrascht mich nicht."

Der 1. FC Köln will sich bei der Suche nach einem neuen Sportdirektor Zeit lassen. "Es wird natürlich einen Nachfolger geben. Die ersten Namen sind ja schon gehandelt worden, und wir werden in der nötigen Ruhe Gespräche führen", sagte Werner Wolf, Verwaltungsratsvorsitzender des Fußball-Bundesligisten, bei einer Pressekonferenz. Auch Volker Finke, von dem sich der FC gerade getrennt hatte, war anwesend.

Lukas Podolski, dessen Verhältnis zu Finke als angespannt galt, äußerte sich kurz und knapp: "Das überrascht mich nicht. Der Verein wird seine Gründe haben", sagte der Torjäger dem Kölner "Express". Laut Wolf war die Trennung einvernehmlich, deshalb "sitzt Volker Finke auch neben mir und grollt nicht in einer Ecke". In lokalen Medien wurden als mögliche Nachfolger bereits Andreas Rettig genannt, momentan Manager des FC Augsburg, sowie Dietmar Beiersdorfer, Ex-Vorstandsvorsitzender von RB Leipzig.

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Volker Finke, kein Kölner mehr.

(Foto: dpa)

Der abstiegsbedrohte Fußball-Bundesligist 1. FC Köln hatte tags zuvor die Trennung von Sportdirektor Volker Finke bekanntgegeben, wenige Stunden nach dem 1:0-Sieg gegen Hertha BSC. Grund waren "unterschiedliche Auffassungen über die Weichenstellungen im Fußball-Bereich", hieß es. Dies sei das Ergebnis mehrerer Gespräche zwischen Vertretern der Gesellschafterversammlung des 1. FC Köln und Finke.

Schlechtes Verhältnis

Der Schritt kam nur halbwegs überraschend. Schließlich hatte sich das Verhältnis zwischen dem Sportdirektor und Trainer Stale Solbakken in den vorigen Wochen kontinuierlich verschlechtert. Auf beiden Seiten herrschten unterschiedliche Vorstellungen zur Zusammensetzung des Kaders.

So stand Finke nach dem Transfer von Angreifer Chong Tese in der Winterpause mächtig in der Kritik. Zudem wurde ihm eine kritische Einstellung zu dem in Köln vorherrschenden Personenkult um Nationalspieler Lukas Podolski nachgesagt – was er aber wenige Tage vor dem Spiel gegen Hertha BSC zurückwies.

Podolski hatte nach dem Sieg gegen Hertha BSC seinen angeblich bevorstehenden Wechsel zu Arsenal London dementiert. "Es ist nichts entschieden und nichts unterschrieben", sagte er. Die Chancen für einen Verbleib des Nationalspielers beim 1. FC Köln, der seinem Star angeblich fünf Millionen Euro Jahresgehalt bietet, dürften nach Finkes Weggang minimal gestiegen sein.

Ende im Streit

Mit der Verpflichtung von Finke am 18. Dezember 2010 als Nachfolger von Michael Meier war in Köln die Hoffnung auf bessere Zeiten verbunden. Der langjährige Trainer des SC Freiburg, der nach einem Gastspiel in der japanischen J-League in die Bundesliga zurückkehrte, galt als Mann für erfolgsversprechende Konzepte.

Nach dem überraschenden Rücktritt von Trainer Frank Schaefer im April 2011 kehrte Finke für drei Spiele auf die Trainerbank zurück. Für den anschließenden Coup mit Solbakken erhielt er zunächst viel Lob. Doch die anfänglich harmonische Zusammenarbeit der beiden Fußball-Experten endete im Streit. Und nun mit dem Rückzug des bis 2013 vertraglich gebundenen Finke.

Quelle: ntv.de, rpe/sid/dpa