Fußball

Genk erhebt schwere VorwürfePolizei räumt kompletten Gästeblock bei Europa-League-Spiel

23.01.2026, 06:41 Uhr
KRC-Genk-supporters-receive-pepperspray-in-their-faces-ahead-of-a-soccer-game-between-Dutch-soccer-club-FC-Utrecht-and-Belgian-KRC-Genk-on-Thursday-22-January-2026-in-Utrecht-Netherlands-the-seventh-game-out-of-8-in-the-league-phase-of-the-UEFA-Europa-League-competition
Anhänger des KRC Genk werden aus dem Stadion gedrängt. (Foto: IMAGO/Belga)

Vor dem Anpfiff erstmal Räumung: Das Europa-League-Spiel zwischen dem FC Utrecht und KRC Genk findet ohne die Gästefans statt. Sicherheitsbedenken führen zum Ausschluss des kompletten Blocks, es kommt zu Auseinandersetzungen. Im Anschluss erhebt Genk Vorwürfe gegen die Polizei.

Die niederländische Polizei hat rund 1200 Fußballfans des belgischen Klubs KRC Genk vom Besuch des Europa-League-Spiels beim FC Utrecht ausgeschlossen. Grund seien erhebliche Sicherheitsbedenken gewesen. Aufgrund der Räumung begann die Partie mit 53-minütiger Verspätung.

Es habe "eine große Gruppe von Genk-Fans die Sicherheitsvorkehrungen durchbrochen und sich zu anderen Fans im Gästeblock gesellt. Das bedeutet, dass diese Gruppe keiner Identitätskontrolle unterzogen und auch nicht durchsucht wurde", sagte die Bürgermeisterin von Utrecht in einem Statement. Deshalb habe das Risiko bestanden, "dass Fans ohne Eintrittskarte oder Fans mit beispielsweise illegalen Feuerwerkskörpern auf diese Weise hineingekommen wären", sagte Sharon Dijksma laut niederländischen Medien. Daher habe sich die vor Ort zuständige Kommission zur Räumung des zu diesem Zeitpunkt von rund 300 Personen gesäumten Blocks entschieden.

Die aus Belgien angereisten Fans seien über Sicherheitsbarrieren geklettert. Einige von ihnen waren bei der Räumung mit Stöcken und Stangen bewaffnet, sie sollen damit auf Einsatzkräfte eingeschlagen und zudem abgebrochene Sitze geworfen haben. Die Polizei setzte Pfefferspray ein und drängte die Fans mit Schutzschilden vor dem Körper aus dem Block. So verzögerte sich die Räumung. Auch dem weiteren Genk-Anhang wurde aufgrund der Vorfälle der Besuch des Spiels verwehrt.

Große Schäden an der Tribüne

Einige waren zum Zeitpunkt der Eskalation noch gar nicht an der Arena angekommen und wurden mit ihren Bussen schon vor Erreichen des Ziels wieder zurückgeschickt. "Wir haben geprüft, ob die Fans aus Genk, die mit anderen Bussen angereist waren und noch nicht im Stadion angekommen waren, noch auf der Gästetribüne Platz nehmen konnten", erklärten die lokalen Behörden in einer Mitteilung. "Leider waren die Schäden auf der Gästetribüne so groß, dass es nicht mehr möglich war, sie rechtzeitig zu reinigen und vor allem zu sichern."

Der KRC Genk, der das Spiel 2:0 gewann, verurteilte zunächst das Verhalten seiner Anhänger. "Der Verein bedauert die entstandenen Unannehmlichkeiten für die Fans und die Organisation", hieß es in einer Mitteilung des KRC Genk. Der Verein werde den Vorfall gründlich untersuchen und über weitere Schritte entscheiden.

Doch am Tag danach folgte die Wende: "Seitdem sind dem KRC Genk Bilder und Berichte zugegangen, die unnötige und übermäßige Polizeigewalt belegen. Der Verein verurteilt dieses unverhältnismäßige Vorgehen der lokalen Behörden gegen unschuldige KRC-Genk-Fans auf das Schärfste", hieß es in einer Klubmitteilung. "Der Verein bedauert zutiefst, dass 1200 treue Genk-Fans diesen großartigen europäischen Auswärtssieg nicht miterleben konnten und unnötigerweise stundenlang im Bus festsaßen." Von den Behörden aus Utrecht gab es dazu bislang keine Reaktion.

Quelle: ntv.de, ara/dpa/sid

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