Fußball

Keine Beamten mehr in der Arena Polizei lässt Streit mit Schalke eskalieren

imago14272878h.jpg

Massiv rückte die Polizei im Schalker Block ein.

(Foto: imago sportfotodienst)

Die Auseinandersetzung zwischen Schalke 04 und der Polizei geht in die nächste Runde: In Zukunft sollen auf Anordnung des Innenministers keine Polizisten mehr in der Arena anwesend sein. Schalke reagiert konsterniert.

Die Polizei will sich aus der Arena des Fußball-Bundesligisten Schalke 04 zurückziehen und die Ordnungskräfte des Vereins nur noch auf Anforderung unterstützen. Dies kündigte Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) während einer Sitzung des Landtags-Innenausschusses in Düsseldorf an. Dabei befassten sich die Mitglieder mit dem heftig umstrittenen Polizei-Einsatz vor drei Wochen beim Spiel der Schalker gegen Paok Saloniki.

Es sei in Zukunft allein Sache des Vereins, für Sicherheit zu sorgen, die Polizei werde aber außerhalb des Stadions in ausreichender Mannzahl bereitstehen, um in Notsituationen eingreifen zu können, teilte Jäger mit. Laut einem Ministeriumssprecher wird die Polizei sich "bis in den öffentlichen Raum" zurückziehen, also bis außerhalb der Arena-Grenzen. Die Schalker empfangen in der Champions League am Mittwoch Steaua Bukarest, ihr nächstes Liga-Heimspiel ist das Duell mit Bayern München am 21. September.

Schalkes Sportdirektor Horst Heldt reagierte überrascht auf Jägers Ankündigung. "Ich habe davon offiziell noch nichts erfahren, ich kann es mir aber auch nicht vorstellen", sagte er. Auf Anfrage von n-tv.de wollte sich der Verein nicht zu Jägers Aussagen äußern, da noch keine offizielle Mitteilung vorliege. Allerdings unterstrich ein Vereinssprecher, dass Schalke 04 und die Polizei Gelsenkirchen den Einsatz in fortlaufenden Gesprächen aufarbeiten. Diese seien bisher "sehr konstruktiv".

"Logische und richtige Konsequenz"

Die Deutsche Polizeigewerkschaft begrüßt Jägers Vorstoß ausdrücklich. "Das ist die logische und richtige Konsequenz aus dem Verhalten der Schalker Verantwortlichen", sagte der DPolG-Bundesvorsitzende Rainer Wendt. "Die Vereinsführung redet mit gespaltener Zunge: Einerseits wirft sie der Polizei auf der Schalker Internetseite immer noch unverhältnismäßiges Einschreiten vor, intern aber hat sie im Gespräch mit dem Innenministerium längst eingeräumt, dass die Polizei rechtmäßig gehandelt hat." Zu diesem Vorwurf wollte sich Schalke 04 auf Anfrage nicht äußern.

Kritik an der Polizei übte Manager Christian Heidel vom Bundesligisten Mainz 05. ."Ich kann mir nicht vorstellen, dass so etwas überhaupt machbar ist", sagte er dem TV-Sender "Sky Sport News". Die Polizei sei "seit Menschengedenken" in Stadien im Einsatz, dafür würden die Profivereine auch reichlich Steuern zahlen, erklärte Heidel. "Da kann man nicht sagen, wir kommen nicht, nur weil es mal einen Zwist gab", fügte er hinzu.

Ministerium "bedauert" Pfefferspray-Opfer

Tagesordnungspunkt Nummer 13 der Innenausschuss-Sitzung war der Polizei-Einsatz vom 21. August, als Beamte während des Hinspiels der Play-offs zur Champions League gegen Paok Saloniki in den Schalker Fanblock eingedrungen waren. Zur Begründung hatte die Polizei erklärt, Fans des griechischen Vize-Meisters hätten sich durch eine mazedonische Fahne im Schalker Block "als Volksgruppe beleidigt und erheblich verunglimpft" gefühlt. Vereinsvertreter reagierten mit scharfer Kritik und bezeichneten den Einsatz als "völlig unverhältnismäßig".

Laut offiziellem Polizeibericht, der den Mitgliedern des Innenausschusses auf FDP-Anfrage übersendet wurde, sind am 21. August "Helfer und friedliche Fans durch den Polizeieinsatz gegen Gewalttäter von dem eingesetzten Pfefferspray getroffen" worden, was das Ministerium für Inneres und Kommunales "sehr bedauert".

Quelle: ntv.de, cba/sid/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen