Fußball

Untersuchungsausschuss beim DFB Präsident Keller geht voll in die Offensive

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DFB-Präsident Fritz Keller will's jetzt wissen.

(Foto: imago images/Pressefoto Baumann)

Es brodelt im Deutschen Fußball-Bund: Im Machtkampf zwischen Fritz Keller und Generalsekretär Friedrich Curtius prescht der DFB-Präsident nun vor und will mit einem Untersuchungsausschuss Aufklärungsarbeit leisten. Er vertraue Curtius nicht mehr - es geht auch um die WM 2006.

Der Machtkampf beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) zwischen Präsident Fritz Keller und Generalsekretär Friedrich Curtius wird immer härter geführt. Nun geht Präsident Keller in die Offensive und will wohl einen internen Untersuchungsausschuss einsetzen. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Keller wolle damit unter anderem die Indiskretionen der vergangenen Monate begutachten und sachlich aufarbeiten lassen.

Nach den Vorstellungen des 63-Jährigen sollen dem Gremium, das es in dieser Form in der Historie des Verbandes noch nie gegeben hat, drei oder vier Kollegen aus dem Präsidium sowie ein Wirtschaftsprüfer angehören.

"Kein Vertrauen in die Zusammenarbeit mit Curtius"

Der DFB bestritt den Vorgang auf "SZ"-Anfrage nicht. Er teilte nur mit, das Präsidium habe ja im Oktober beschlossen, "an mehr Geschlossenheit an der Führungsspitze zu arbeiten, um im Interesse des Verbandes und aller Mitglieder gemeinsam nach vorne zu schauen." Daher wolle man sich "weder zu laufenden internen Gesprächen äußern, noch an externen Spekulationen beteiligen". Die Zeitung schlussfolgert: Der Vorgang illustriert die zerstörte Vertrauensbasis beim Verband.

Beim DFB herrscht ein Machtkampf zwischen Keller und Generalsekretär Curtius. Laut "SZ"-Informationen, wolle Keller "vollumfänglich die Informationen bereitstellen, die mir vorliegen und die mich dazu gebracht haben, kein Vertrauen in die Zusammenarbeit mit Friedrich Curtius mehr zu haben".

Ein zentraler Streitpunkt ist der Umgang mit dem Wirken der Ermittler von der Firma Esecon, die seit mehr als eineinhalb Jahren im Verband zugange sind. Ende Januar soll ihr Bericht zur sogenannten Generalinventur vorliegen, inklusive neuen Erkenntnissen zu den Ungereimtheiten rund um die WM 2006. "Wir haben einige neue Erkenntnisse, und ich bin zuversichtlich, dass wir uns zum gegebenen Zeitpunkt dazu auch äußern können", hatte Keller im vergangenen Herbst gesagt.

Quelle: ntv.de, dbe/sid