Fußball

Zu zehnt in Malmö siegreich Pyro-Chaos und Platzverweis bei Unions Premierensieg

Eine halbe Stunde lang ist nicht klar, ob der 1. FC Union sein Spiel in der Europa League überhaupt zu Ende bringen kann. Wegen Pyro-Eskalationen auf der Tribüne ist die Partie unterbrochen. Doch dann holt der Fußball-Bundesligist den ersten Sieg in der Gruppenphase – zu zehnt.

Flehentlich appellierte Pressesprecher Christian Arbeit via Stadionmikrofon an die mitgereisten Fans von Union Berlin. Ein einziger Feuerwerkskörper auf dem Rasen fehlte noch bis zum Spielabbruch. Als Minuten später Sheraldo Becker der erlösende Führungstreffer gelang, tauchte tatsächlich noch eine Pyro-Fackel im Gästeblock auf. Doch es ging weiter - und Union sicherte sich im dritten Anlauf die ersten drei Punkte in seiner Europa-League-Geschichte.

Doch das sportlich so wichtige 1:0 (0:0) beim schwedischen Rekordmeister Malmö FF dürfte für den Spitzenreiter der Fußball-Bundesliga weitreichende Konsequenzen nach sich ziehen - wegen des Fehlverhaltens einiger Anhänger unter den rund 1200 Gästefans. "Meine Gefühlslage ist zwiegespalten", sagte Präsident Dirk Zingerle bei RTL+: "Es ist nicht zu akzeptieren. Nichts und niemand hat etwas auf dem Rasen zu suchen. Das ärgert mich total, ich bin stinksauer."

Mehrere Feuerwerkskörper aus dem Union-Block hatten nach 57 Minuten für eine fast halbstündige Unterbrechung gesorgt, es drohte der Abbruch. Kurz nach dem Wiederanpfiff erzielte Becker (68.) den goldenen Treffer. Mittelfeldspieler Andras Schäfer hatte Union durch seinen Platzverweis nach einer Notbremse (45.+1) geschwächt. Schon am kommenden Donnerstag steht das Rückspiel an.

Schäfer mit Blackout

Im Anschluss an die erste Bundesliga-Saisonniederlage in Frankfurt (0:2) hatten bei Union drei Coronafälle für Aufsehen gesorgt, unter anderem war Trainer Urs Fischer betroffen. Erst an diesem Donnerstag reiste der Schweizer freigetestet nach Schweden.

Nach einer verhaltenen Anfangsphase wurde Union mutiger, Janik Haberer zielte aber einen halben Meter zu hoch (37.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff versuchte es der agile Mittelfeldspieler erneut mit einer Direktabnahme. Sekunden später unterlief Schäfer ein Blackout. Erst verlor er völlig unbedrängt auf Höhe der Mittellinie den Ball, dann zupfte er den durchstartenden Anders Christiansen am Trikot - und sah berechtigterweise Rot.

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Als im zweiten Durchgang Leuchtraketen auf das Feld flogen, schickte Schiedsrichter Halil Umut Meler beide Mannschaften in die Kabine, die Sicherheitskräfte räumten den Block. Minutenlang war unklar, ob wieder angepfiffen wird.

Nach eindringlichen Hinweisen in Schwedisch, Englisch und Deutsch an die Fans beider Lager, dass auf den nächsten Vorfall der sofortige Abbruch folgen würde, ging es weiter. Erst rettete Union-Keeper Frederik Rönnow gegen Christiansen (63.), dann schlug Becker nach einem Konter mit dem ersten Treffer in der Europa-League-Geschichte des Klubs zu.

Quelle: ntv.de, ara/sid

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