Fußball

Viertligist zahlt Gehälter nicht RW Erfurt droht zweite Pleite in zwei Jahren

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In der Vorsaison spielte RWE erstmals seit 1994 wieder viertklassig, nun droht der Komplettabsturz.

(Foto: imago images/Karina Hessland)

Im Oktober scheint Rot-Weiß Erfurt gerettet, im Januar droht das Aus: Der Regionalligist zahlt keine Gehälter. Der Interimstrainer zeigt sich geschockt, dem Traditionsklub steht die zweite Insolvenz innerhalb von zwei Jahren bevor. Nun droht das Schicksal der SG Wattenscheid 09.

Der FC Rot-Weiß Erfurt kann seinen Spielern die anstehenden Gehälter nicht zahlen. Betroffen sind davon auch die Angestellten. Insolvenzverwalter Volker Reinhardt bestätigte das in einer Mitteilung. "Die Gehälter können nicht gezahlt werden, weil der Hauptinvestor dies verhindert", hieß es in dem Schreiben. Die Auszahlungen für den Dezember seien am 15. Januar fällig gewesen, berichtet der MDR. "Das kam für uns überraschend und wir sind natürlich geschockt. Damit hätten wir nicht gerechnet. Vorher war alles bezahlt", wird Interimstrainer Robin Krüger zitiert.

Erst im Oktober vergangenen Jahres schien die Zukunft des damals insolventen Klubs gesichert zu sein, der 2018 aus der dritten in die Regionalliga Nordost abgestiegen war. In dem Grundbesitz- und Verwaltungsunternehmen ASGV aus Leipzig (40 Prozent), der Franz Gerber Reha und Sportagentur (15 Prozent) und der Millhouse Capital GmbH (7 Prozent) hatten sich drei Investoren gefunden. Sie waren über eine Kapitalerhöhung auf eine Million Euro in die Fußball-GmbH eingestiegen, die als Konsequenz aus der Insolvenz gegründet wurde und neben der ersten Mannschaft auch die A-Jugend umfasst.

Sportlich droht der Sturz in die Fünftklassigkeit

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RWE-Coach Robin Krüger zeigte sich überrascht von der Entwicklung.

(Foto: imago images/Karina Hessland)

Mit den Investoren habe der Insolvenzverwalter laut der geschlossenen Verträge vereinbart, dass die eingezahlten Gelder sowohl dazu dienen würden, die Fortführung des Spielbetriebs abzusichern, als auch die ab dem 1. Januar 2019 entstandenen Verbindlichkeiten von Rot-Weiß Erfurt abzutragen, hieß es vonseiten des Insolvenzverwalters. Die vom Hauptinvestor erhobene gegenteilige Behauptung entspreche nicht den Tatsachen. Reinhardt prüfe derzeit die Möglichkeit, den Spielbetrieb weiter aufrecht erhalten zu können. Mit einem Ergebnis rechnet er im Laufe der nächsten Woche.

RWE belegt in der Regionalliga Nordost nur den 14. Platz, nachdem es von acht Spielen vor dem Jahreswechsel nur zwei gewinnen konnte. Lediglich ein Punkt trennt die Thüringer, die vor der abgelaufenen Saison mehr als 20 Spielzeiten lang mindestens drittklassig kickten, von der Abstiegszone. Noch am Mittwochabend schlug Erfurt im ersten Testspiel des Jahres den niedersächsischen Fünftligisten Eintracht Northeim mit 9:0 - eigentlich ein Signal, das Hoffnung auf einen Aufschwung machen sollte.

Nun ist vorerst offen, ob der Rückrundenauftakt überhaupt mit den Rot-Weißen stattfindet. Am 1. Februar, einem Samstag um 16 Uhr soll Tabellenführer Energie Cottbus im Steigerwaldstadion gastieren. Nach der SG Wattenscheid 09 in der West-Staffel könnte Erfurt der zweite Regionalligist in der aktuellen Saison werden, der seine Mannschaft abmelden muss.

Quelle: ntv.de, tsi/dpa