Fußball

Nach Absagen-Flut beim FC Bayern Rangnick hat keine Lust, aber Wenger will

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Arsène Wenger war von 1996 bis 2018 für den FC Arsenal verantwortlich.

(Foto: imago/Action Plus)

Der FC Bayern sucht nach Absagen von namhaften Fußball-Größen wie Rangnick, Tuchel und ten Hag im Moment wohl eher eine Zwischen- als die ganz große Lösung für den Trainerposten. Ein langgedienter Kandidat, der beides sein könnte, signalisiert jetzt seine Bereitschaft.

Dem FC Bayern gehen bei der Trainersuche die Optionen aus, zumindest kurzfristig. Der zuletzt hoch gehandelte Ralf Rangnick ist kein Kandidat mehr: "Nein, Ralf Rangnick steht nicht zur Verfügung", sagte der Berater des aktuell bei Red Bull unter Vertrag stehenden Ex-RB-Trainers der "Bild"-Zeitung. "Wir glauben nicht, dass das, was Ralf Rangnick mitbringt, derzeit bei Bayern gesucht wird. Und darum macht es keinen Sinn, konkrete Gespräche zu führen."

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Rangnick kann sich ein Engagement in München nicht vorstellen.

(Foto: imago images / Picture Point LE)

Auch Thomas Tuchel, mit dem die Verantwortlichen des deutschen Fußball-Rekordmeisters laut Sky Kontakt aufgenommen hatten, steht bei PSG zwar (mal wieder) unter Druck, funkte aber schon ein "Ich bin nicht interessiert!" nach München. Erik ten Hag, einer der großen Favoriten auf die Nachfolge von Niko Kovac, will die Saison mit Ajax Amsterdam noch zu Ende spielen. Zwar zeigten sich die Verantwortlichen des letztjährigen Sensations-Gastes im Champions-League-Halbfinale im Falle eines Anrufs aus München schon proaktiv kooperativ, der Trainer selbst machte aber klar: "Bayern ist ein fantastischer Klub, ich habe mich dort wohlgefühlt und der Klub ist noch immer in meinem Herzen. Aber ich bin jetzt richtig bei Ajax. Ich fühle eine enge Verbindung zu meinen Spielern und kann bestätigen, dass ich diese Saison bei Ajax bleibe." Ten Hag hatte von 2013 bis 2015 die 2. Mannschaft der Münchener trainiert.

Wenger hat "natürlich" Interesse

Es muss besonders den scheidenden Präsidenten Uli Hoeneß wurmen, dass sich die Suche nach einem Trainer von Bayern-Format wieder so kompliziert gestaltet. Alle werden sich wohl erinnern, dass Niko Kovac das Amt als Trainer beim Rekordmeister im vergangenen Jahr auch erst nach einer langen Serie von Absagen - unter anderem von Tuchel - angetragen wurde. Es darf davon ausgegangen werden, dass der Bayern-Macher den Fans und der Fußball-Öffentlichkeit vor seinem Abschied am 15. November gerne noch eine ganz große Lösung der Trainer-Problematik präsentiert hätte. Auch, wenn es aus München munkelte, dass Hoeneß sich diesmal aus der Trainersuche raushalten wolle. Kovac war vor allem sein Mann.

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Ten Hag will lieber in Amsterdam bleiben.

(Foto: imago images/Sportimage)

Nun aber gibt es eine Wortmeldung aus England, die Balsam für die geschundene Bayern-Seele sein dürfte – und die sogar Hoffnung auf eine kurzfristige Linderung der sportlichen Schmerzen sein könnte: "Natürlich" interessiere ihn die Stelle, sagte Arsène Wenger, 22 Jahre lang Trainer des FC Arsenal, am Dienstagabend bei BeIn Sports. "Trainieren ist mein Leben, bis heute. Das Gewinnen von Fußballspielen, die Vorbereitung mit der Mannschaft auf das Spiel. Die Zufriedenheit und das Teilen von Emotionen. Das ist etwas, was man vermisst", verriet der 70-Jährige weiter.

Wäre Wenger tatsächlich eine gute Lösung für den FC Bayern? Vieles spricht dafür. Wenger ist einer der profiliertesten Trainer der Welt, beim FC Arsenal etablierte er nicht nur eine begeisternde offensive Spielweise, die man in München so sehnlichst vermisst, sondern formte auch aus außergewöhnlichen Spielern Weltstars. Wenger ist es gewohnt, mit außergewöhnlichen Kadern voller Topstars zu arbeiten, der Respekt der Spieler wäre ihm ohne Zweifel sicher. Dass ihm einer vor versammelter Mannschaft etwas wie "Wir sind hier nicht in Frankfurt" entgegen knallt, wie es der ehemalige Bayern-Kicker James Rodriguez mit Kovac gemacht hat? Undenkbar.

Wenger wäre ein hochkarätiger Platzhalter

Im Kader des Tabellen-Vierten würden fünf Landsleute auf Wenger warten, aber auch mit dem Rest des internationalen Kaders würde es keine Verständigungsprobleme geben: Der Franzose spricht mehrere Sprachen, neben Französisch noch Deutsch, Englisch und Spanisch. Dass der Trainer Deutsch spricht, soll den Bayern-Verantwortlichen ein Anliegen sein. Damit ist die Riege der Kandidaten um mindestens den vereinslosen Massimiliano Allegri oder Tottenham-Coach Mauricio Pochettino ausgedünnt.

Außerdem soll Wenger - und das ist wohl die Voraussetzung für ein Engagement - bereit sein, die Mannschaft nur bis zum Sommer zu betreuen und dann wieder Platz zu machen für eine langfristige Lösung. Die könnte dann immer noch Tuchel oder ten Hag sein.

Hoeneß hatte am Dienstag angekündigt, "dass wir zum nächsten Auswärtsspiel in Düsseldorf in drei Wochen wissen, wie es mit der Trainerfrage weitergeht". In den Spielen gegen Olympiakos Piräus (Mittwoch, 18.55 Uhr) und gegen Borussia Dortmund (Samstag, 18.30 Uhr, beide auf Sky oder im Liveticker auf n-tv.de) wird der bisherige Co-Trainer Hansi Flick die Mannschaft betreuen und danach wieder ins zweite Glied zurücktreten.

Quelle: n-tv.de

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