Fußball

Mehr Zeit für den BVB Rauball verlässt die DFL ohne Wehmut

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Super, dieser Cup: Reinhard Rauball bleibt Vereinspräsident der Dortmunder Borussia.

(Foto: imago images / eu-images)

Nach zwölf Jahren ist es genug, Reinhard Rauball zieht sich als Präsident der Deutschen Fußball-Liga zurück. Dort vergrößert Geschäftsführer Christian Seifert seine Machtfülle. Und Rauball? Er will sich im November für weitere drei Jahre zum Vereinschef der Dortmunder Borussia wählen lassen.

Reinhard Rauball ist zwar 72 Jahre alt, aber für die Rente fühlt er sich noch viel zu jung. So ist der Präsident des Bundesligisten Borussia Dortmund auch stets vorbereitet, wenn er zu seinen Hobbies Fußball oder Tennis gerufen wird, denn "die gepackten Taschen liegen im Kofferraum meines Wagens". An diesem Mittwoch gibt es aber eine Zäsur im Lebens des umtriebigen Rechtsanwaltes: Bei der Generalversammlung der Deutschen Fußball-Liga in Berlin tritt er nach zwölf Jahren als Präsident ab und wird zum Ehrenpräsidenten gewählt.

Eine Auszeichnung für den "kleinen Doktor", der es verstanden hat, Brücken zu bauen, um Gräben zu überwinden. "Herr Rauball hat es mit großer Loyalität und Verlässlichkeit geschafft, das Miteinander aller Klubs hervorragend und stets mit großer Seriosität und Vertrauenswürdigkeit zu moderieren", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert, der vertrauensvoll mit Rauball die Geschicke des deutschen Profifußballs leitete.

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1979: Mit 40 Jahren ist Rauball der jüngste Klubpräsident der Bundesligageschichte.

(Foto: imago/Horstmüller)

Für Rauball ist es ein Abschied ohne Wehmut: "Ich habe die Aufgabe immer gerne gemacht, hatte aber auch aufgrund meiner Ankündigung ein Jahr Zeit, um mich darauf einzustellen." Verbindlichkeit, Vertrauenswürdigkeit und Zuverlässigkeit haben Rauball ausgezeichnet. Er selbst nimmt sich nicht so wichtig. Dies merkte man auch, als er betonte, es sei seine größte Leistung gewesen, "vier Sekretärinnen zu haben, die sich auch noch untereinander alle gut verstanden haben". Einem Journalisten, der ihm vorab den Namen des designierten DFB-Präsidenten Fritz Keller entlocken wollte, beschied er: "Können sie schweigen? Ich auch!"

"Hatte mein Leben anders geplant"

Ein wichtiger Teil seines Lebens ist der BVB. Als "die höchste emotionale Kraft außerhalb der Privatsphäre" bezeichnet er seinen Herzensklub. Von 1979 bis 1982, 1984 bis 1986 und seit dem 11. November 2004 ist er Präsident des eingetragenen Vereins. Mit 32 Jahren war er vor 40 Jahren der jüngste Präsident der Bundesligageschichte. Im November stellt er sich für drei weitere Jahre zur Wiederwahl. Auch hier war aber nicht immer alles eitel Sonnenschein, vor 15 Jahren standen die Borussen angesichts eines Schuldenbergs von 118,8 Millionen Euro vor dem Kollaps. "Eigentlich hatte ich mein Leben anders geplant. Die Sache kam kurzfristig auf mich zu", sagte Rauball damals.

Mit BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke machte er den Laden wieder flott. Auch bei der DFL hat er mit seiner Politik der ruhigen Hand Maßstäbe gesetzt. Er hinterlässt ein bestelltes Feld. Der Umsatz stieg auf 4,4 Milliarden Euro, 55.000 Arbeitsplätze hängen an erster und zweiter Liga, Abgaben in Höhe von 1,28 Milliarden werden gezahlt. Und die DFL bekommt am Mittwoch ein neues Gesicht, es gibt künftig keinen Präsidenten mehr. Die übergreifende Chefrolle hat dann Seifert inne. Für Rauball eine zielführende Entwicklung in Richtung "operatives Geschäft".

Eine große Belastung war für Rauball zuletzt die Rolle als Interims-Doppelspitze beim Deutschen Fußball-Bund mit DFB-Vize-Präsident Rainer Koch. Schon zum zweiten Mal amtieren beide als Helfer in der Not, sie dürften froh sein, dass der Verband mit dem 62 Jahre alten Keller mittlerweile einen Kandidaten gefunden hat. Und Rauball ist stolz, dass "der Fußball seinen Platz in der Mitte der Gesellschaft" gefunden hat. Darauf hat er in den vergangenen vier Jahrzehnten hingearbeitet und seinen Beitrag geleistet.

Quelle: ntv.de, Ralph Durry, sid

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