"Reimen sich immer was zusammen" Rote Karte macht Gladbach-Trainer Polanski fassungslos

Zum Auftakt des 25. Spieltags der Fußball-Bundesliga reist Borussia Mönchengladbach zum FC Bayern in die Allianz Arena. Der Klub vom Niederrhein verliert deutlich. Das kommt fast schon erwartet. Eine Schiedsrichter-Entscheidung aber bringt die Funktionäre auf die Palme.
Die Niederlage in der Allianz Arena hatten sie einkalkuliert, die Rote Karte für Kapitän Rocco Reitz nicht. Das 1:4 (0:2) von Borussia Mönchengladbach beim designierten Meister FC Bayern sorgte zum Auftakt des Bundesliga-Wochenendes für einen ersten Höhepunkt in der großen Erzählung "Vereine gegen Schiedsrichter und VAR".
Gut zehn Minuten waren in der zweiten Hälfte gespielt, als Reitz an der Strafraumlinie nur seine Fußspitze an den Ball bekam und diesen unglücklich in den Lauf des Bayern-Angreifers Nicolas Jackson verlängerte. In seiner Verzweiflung versuchte der Gladbach-Kapitän Jackson zu stoppen, strauchelte, griff an das Trikot des Stürmers, strauchelte weiter, stürzte und griff noch einmal nach Jackson. Der kam zwar zum Abschluss, jedoch nicht kontrolliert.
Sofort zeigte Schiedsrichter Robert Schröder auf den Elfmeterpunkt und präsentierte Reitz die Rote Karte. Alle Aufregung war umsonst. Der Schiedsrichter ließ sich nicht mehr umstimmen. Jamal Musiala verwandelte den Elfmeter zum 3:0 für den FC Bayern, das Spiel war entschieden und Gladbach haderte.
Die Erklärung des Schiedsrichters ...
"Das beeinflusst die nächsten Wochen", sagte Trainer Eugen Polanski mit Blick auf die anstehenden Spiele gegen den FC St. Pauli, den 1. FC Köln und den 1. FC Heidenheim. Mindestens die Partie gegen St. Pauli wird der immer noch gegen den Abstieg kämpfende Traditionsklub vom Niederrhein nun ohne seinen Kapitän bestreiten müssen.
"Ich hatte eine gute Sicht. Der Bayern-Spieler hatte eine bessere Position zum Ball, Rocco Reitz war hintendran und hat zunächst die Arme um den Gegner gelegt", schilderte Schiedsrichter Schröder die Situation. "Im Fallen hat er den Spieler ein zweites Mal geklammert. Dadurch kam der Bayern-Spieler nicht sauber zum Abschluss." Da die Aktion des Spielers nicht ballorientiert gewesen sei, es sich vielmehr um ein "Haltevergehen" gehandelt habe, sei ein Platzverweis in dieser Situation alternativlos gewesen.
... und die Antwort des Trainers
Es war eine Erklärung, die Gladbachs Trainer Polanski auf die Palme brachte. "Die reimen sich immer etwas zurecht", schimpfte er und nannte den Entscheidungsverlauf "extrem hart". Mit seinem Unmut blieb Polanski nicht allein. Gladbachs Sportdirektor Rouven Schröder sagte nach dem Spiel nichts, und damit alles. Er wolle sich lieber "nicht in Rage reden", sagte er in der Mixed Zone. Die Deutung überließ er den Medien. "Ihr könnt es beurteilen", sagte er zu den Reportern.
Mit 25 Punkten steht Borussia Mönchengladbach vor Beginn der restlichen Spiele des 25. Bundesliga-Spieltags auf Rang 12 der Tabelle. Der Vorsprung auf den kommenden Gegner FC St. Pauli, der momentan auf dem Relegationsrang steht, beträgt dabei jedoch gerade einmal drei Punkte.
Weitere zwei Punkte dahinter kämpft der VfL Wolfsburg auf Rang 17 um das Überleben in der Bundesliga. Allein die mit 14 Punkten abgeschlagenen Heidenheimer dürften in den restlichen Spielen der Saison 2025/2026 nicht mehr entscheidend im Abstiegskampf mitmischen. Sie stehen vor der Rückkehr in die 2. Bundesliga. Bis dahin winken jedoch noch beinahe zehn Spieltage voller VAR- und Schiedsrichter-Wut.