Fußball

Hamburger SV kriselt Richtung Abstieg Retter Fink funktioniert nicht

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Ganz unten: Marcus Berg und der Hamburger SV.

(Foto: dpa)

Der Hamburger SV taumelt unaufhaltsam dem ersten Bundesliga-Abstieg der Vereinsgeschichte entgegen. Trainer Thorsten Fink erhält nach der vierten Niederlage in Folge dennoch Rückendeckung. Die erste Fink-Euphorie ist aber verflogen, aber bei den Profis. Sie wirken so ratlos wieder der Trainer.

Der Bundesliga-Dino schlittert dem ersten Abstieg entgegen, der Retter-Effekt von Trainer Thorsten Fink scheint schon nach fünf Monaten verpufft. Beim 1:2 (0:0) gegen den VfL Wolfsburg präsentierte sich der Hamburger SV nur noch kämpferisch erstligareif, am Tag nach der vierten Pleite in Folge bekam Fink dennoch öffentlichen Beistand der Bosse. "Ich bin nach wie vor überzeugt, dass wir das richtige Trainerteam haben", sagte der HSV-Vorstandsvorsitzende Carl-Edgar Jarchow am Morgen nach einem Gespräch mit Fink: "Wir haben es mit ihm geschafft, aus dem Tabellenkeller zu kommen. Jetzt haben wir einen Rückschlag erlitten und müssen sehen, dass wir dies wieder umdrehen."

Die Inhalte der Unterredung mit Fink wollte der HSV-Boss allerdings nicht mitteilen. "Natürlich mache ich mir Sorgen. Der Abstand wird immer geringer", sagte Jarchow und stellte unmissverständlich klar: "In erster Linie müssen die Ergebnisse besser werden. Die stimmen nicht. Gegen Kaiserslautern muss der Trend umgedreht werden." Am kommenden Wochenende müssen die Hamburger zum Abstiegsduell bei den Pfälzern antreten. Anscheinend hatte eine Nacht mit wenig Schlaf zumindest dem HSV-Boss und einigen Spielern das ganze Ausmaß der Krise noch einmal vor Augen geführt.

Nichts großartig ändern, nur das Ergebnis

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Mitverantwortlich für ganz unten: HSV-Trainer Thorsten Fink. Nach fünf Monaten Amtszeit zeigt die Formkurve seines Teams wieder deutlich Richtung 2. Liga.

(Foto: dpa)

"Natürlich kann man nach vier Pleiten in Folge nicht mehr von Euphorie sprechen", sagte Nationalspieler Dennis Aogo auf die Frage, ob der "Fink-Faktor" und die Euphorie vom Anfang verloren gegangen seien. Dagegen hatten Arnesen und Fink direkt nach der Niederlage den Verein auf dem richtigen Weg gesehen. Arnesen hatte ein "gutes Spiel" des HSV beobachtet, Fink behauptete sogar: "Wir müssen nichts großartig ändern."

Denn probiert hatte der HSV-Trainer in der vergangenen Woche bereits einiges. Mehreren Gesprächsrunden folgte ein ungewöhnlicher Strafenkatalog für Gegentore nach Standardsituation. Zudem tauschte der ehemalige Bundesligaprofi in Wolfsburg seine halbe Mannschaft aus. Ergebnis: Das entscheidende Gegentor von Marcel Schäfer fiel nach einem direkten Freistoß unter Mithilfe von HSV-Keeper Jaroslav Drobny, der bunt durcheinandergewürfelten Hamburger Mannschaft fehlte es bei den Niedersachsen an konstruktivem Offensivspiel.

Mit Leidenschaft, ohne Punkte

Das einzig Positive am Freitagabend war, dass das zuletzt leidenschaftslose HSV-Team zumindest kämpferisch dagegenhielt. Doch genau wie in den Vorwochen standen am Ende wieder einmal keine Punkte zu Buche. Und dass es selbst trotz Leidenschaft und Einsatzwille gegen eine zwar stabile, aber nicht überragende Wolfsburger Mannschaft nicht zu einem Punkt reichte, verdeutlicht, wie schwer die HSV-Krise wirklich ist.

So sah sich selbst der Wolfsburger Trainer Felix Magath genötigt, seiner "alten Liebe" beizuspringen. "Der HSV wird in dieser Verfassung in der Lage sein, den Klassenerhalt zu schaffen", sagte Magath, der als Spieler zehn Jahre in Hamburg aktiv gewesen war und 1983 den Europapokal der Landesmeister gewonnen hatte. Von internationalen Meriten darf Magath allerdings so langsam auch wieder mit dem VfL träumen. Mit dem dritten Sieg in Folge unterstrichen die Wolfsburger ihre Hoffnungen auf die Europapokal-Qualifikation. Auch wenn davon zumindest offiziell niemand etwas wissen wollte. "Für uns war dieser Sieg enorm wichtig, da wir jetzt endgültig nichts mehr mit dem Abstieg zu tun bekommen", sagte Magath. Und Publikumsliebling Ashkan Dejagah erklärte: "Ich will jetzt nicht auf die Tabelle gucken, aber wir haben einen Schritt von unten weg gemacht."

Quelle: ntv.de, sid