Fußball

Spanferkel statt Siegerpokal Ronaldinho brilliert beim Knast-Fußball

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Ronaldinho sitzt wegen seiner Fake-Pass-Affäre im Gefängnis, kann da aber Fußball spielen.

(Foto: imago images/Agencia EFE)

Mit einem gefälschten Pass reist Brasiliens Fußball-Idol nach Paraguay ein. Er wird festgenommen und sitzt seitdem wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft. Doch selbst im Gefängnis beweist der 39-Jährige seine sportlichen Fähigkeiten - und beschert den Insassen ein Festmahl.

Ronaldinho macht sogar im Gefängnis das, was er am besten kann: Fußball spielen. Wegen seiner Fake-Pass-Affäre muss Brasiliens Ex-Weltfußballer weiter in Untersuchungshaft in Paraguay bleiben. Das Berufungsgericht hatte am Freitag einen erneuten Antrag seiner Anwälte auf Freilassung des früheren Weltmeisters abgelehnt. Doch das hält den inzwischen 39-Jährigen nicht davon ab, auch hinter den Gefängnismauern seiner Leidenschaft nachzugehen.

Während eines Fußballturniers zeigte er, dass er es noch immer drauf hat. Beim 11:2-Kantersieg seines Teams habe Ronaldinho fünf Tore geschossen und sechs Assists geliefert, twitterte der Journalist Santiago Ravidlas. Doch noch begeisterter als über Ronaldinhos Künste, werden Mitspieler über die Siegprämie gewesen sein. Statt eines Pokals gab es laut Medienberichten ein 16 Kilogramm schweres Spanferkel zu gewinnen. Wer mit Ronaldinho in einer Mannschaft spielte, dürfte sich also so richtig den Bauch vollgeschlagen haben. Und zudem das laut Ronaldinhos Anwälten sehr karge Leben in der Gefängnis-Kaserne der Nationalpolizei in Paraguays Hauptstadt Asuncion einen Moment vergessen haben.

"Idol so zu sehen, das schmerzt"

Ronaldinho und sein Bruder waren am 4. März mit gefälschten Papieren, die ihnen die paraguayische Staatsbürgerschaft bescheinigten, in Asuncion eingereist. Die Dokumente wurden aber erst Stunden später im Hotel von der Polizei einkassiert. Nach einer ersten Vernehmung am Donnerstag noch auf freiem Fuß gelassen, veranlasste ein Richter am Freitag dann die Verhaftung der beiden.

Die U-Haft bleibt nun weiter bestehen, da "die Fluchtgefahr und das Risiko der Behinderung der Ermittlungen, die die Grundlage der Haftmaßnahme gegen die Brüder Assis Moreira bilden", sich nicht geändert hätten, teilten die Richter des Berufungsgerichts mit. Laut Staatsanwalt Federico Delfino seien bereits 16 Personen in den Skandal um die gefälschten Pässe verwickelt.

Im Gespräch mit dem TV-Sender NPY hatte Paraguays Staatspräsident Mario Abdo Benitez von seinem Innenminister Euclides Acevedo eine lückenlose Aufklärung "ohne Rücksicht auf Verluste" gefordert. Und doch: "Ein Idol so zu sehen, das schmerzt", gestand selbst Benitez. Nun hatte Ronaldinho offensichtlich zumindest für ein Fußballspiel lang Spaß im Gefängnis.

Quelle: ntv.de, ara