Fußball

"Ego größer als seine Klasse" Ronaldo schwänzt und kassiert Häme

imago30088777h.jpg

Bis zur vergangenen Saison jubelten sie noch gemeinsam für Real Madrid: Luka Modric und der Mann mit der Nummer 7.

(Foto: imago/Eibner)

Cristiano Ronaldo mag nicht kommen, und auch Lionel Messi bleibt zu Hause. Können sie es nicht ertragen, dass Luka Modric nun der weltbeste Fußballer ist? Die Kritik folgt prompt. Vor allem Ronaldo bekommt es ab. Er ertrage es einfach nicht, zu verlieren.

Weltfußballer Luka Modric wollte sich vom Schwänzen des Titelverteidigers Cristiano Ronaldo nicht den Abend verderben lassen. "Jeder hat seinen Grund, ich werde mich dazu nicht äußern, warum einige nicht gekommen sind. Klar hätte es mir gefallen, wenn sie hier wären. Aber sie sind eben nicht da", sagte der Mittelfeldgestalter von Real Madrid. "Das ist eine spezielle Nacht und ein besonderer Moment meiner Karriere. Alle meine Träume sind in Erfüllung gegangen." Mit Kroatien hatte er bei der WM das Finale erreicht und gegen Frankreich mit 2:4 verloren.

Als erster Kicker seit Kaká im Jahr 2007 heißt der am Montag in London gekürte Gewinner bei der prestigeträchtigsten Einzelauszeichnung im Fußball nicht Ronaldo oder Lionel Messi. Messi war erstmals seit zwölf Jahren sogar nicht einmal in den Top drei. Beide ließen sich von ihren Klubs Juventus Turin und FC Barcelona entschuldigen - aus terminlichen und privaten Gründen. Manch einer, wie der frühere italienische Trainer Fabio Capello, empfand das als eine "Respektlosigkeit". Man müsse sich bei Sieg und Niederlage gut verhalten. "Alle Preisträger sollten hier sein", sagte Reals Kapitän Sergio Ramos.

"Ronaldos Ego ist noch größer als seine fußballerische Klasse", kritisierte die kroatische Zeitung "Sportske Novosti". "Wenn er nicht der Beste ist, dann kommt er auch nicht zur Preisverleihung. Er ist nicht Willens, hinter jemandem zurückzustehen und noch weniger Willens, zu gratulieren." Kritik gab es auch aus Italien. "Niemand zeichnet mehr Ronaldo aus: CR7 sieht zu, wie seine Marke außerhalb der schützenden Blase von Real verletzlicher wird", formulierte es "La Repubblica". Und: "Cristiano wusste es vielleicht auch dieses Mal, oder es war nur Intuition: Er ist nicht nach London gekommen, weil er die Vorstellung nicht erträgt, nur die Tapete für andere zu sein."

Quelle: ntv.de, sgi/dpa