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Glücklich mit dem Scudetto Ronaldos Treueschwur lindert Juves Schmerz

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Der Scudetto macht Cristiano Ronaldo augenscheinlich sehr glücklich.

(Foto: imago images / LaPresse)

Cristiano Ronaldo und Juventus Turin trösten sich mit dem achten Meistertitel in Folge über das bittere Champions-League-Aus im Achtelfinale gegen Amsterdam hinweg - ein Treuebekenntnis des Superstars hilft ebenfalls. Das aber ist offensichtlich an Bedingungen geknüpft.

Cristiano Ronaldo zeigte sein breitestes Lächeln, die Augen glänzten. Der Superstar von Juventus Turin hatte einen Plan. Sein erster Meistertitel mit Italiens Topklub sollte nun im Mittelpunkt stehen, um die noch immer pochenden Schmerzen nach dem Aus in der Champions League zu lindern. Und vor allem der Treueschwur des Portugiesen wirkte dann wirklich heilsam. "Ich bleibe bei Juve, zu 1000 Prozent", sagte Ronaldo nach dem 2:1 (1:1) gegen den AC Florenz und dem vorzeitigen Titelgewinn in der Serie A.

Mit nur einem Satz hatte der 34-Jährige den Fans der Alten Dame die größte Sorge genommen: Italiens Rekordmeister muss nach nur einer Saison nicht Abschied nehmen vom fünfmaligen Weltfußballer, Turin darf auf der Jagd nach dem ganz großen Ziel weiterhin mit Ronaldos Toren planen. Und das ganz große Ziel bleibt der Triumph in der Champions League. Dafür hatte man Ronaldo im vergangenen Sommer von Real Madrid geholt, dafür hatte der Klub 117 Millionen Euro ausgegeben. Denn, bei allem Respekt vor dem Ausnahmekönner, für den Gewinn des italienischen Meistertitels braucht Juventus keinen Ronaldo.

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Die Turiner feiern den achten Titel in Folge.

(Foto: imago images / LaPresse)

Seit dem Erfolg am Samstag ist der achte Scudetto in Folge Gewissheit, insgesamt gewinnt Turin damit zum 35. Mal die Serie A. "Tuttosport" schrieb daher schon beinahe gelangweilt vom "endlosen Scudetto. Juve muss neu starten, um von der absoluten Dominanz in Italien den Sprung in den europäischen Olymp zu schaffen." Denn seit 1996 wartet die Alte Dame auf den Triumph in der Königsklasse, überhaupt kam in diesen 23 Jahren kein einziger Europapokalsieg hinzu. Das Viertelfinal-Aus gegen Ajax Amsterdam in der vergangenen Woche war ein Schock.

Ronaldo nennt Wunschspieler

"Es ist nicht gut gelaufen in der Champions League", so Ronaldo, "aber in der nächsten Saison schreiben wir ein neues Kapitel. Die Fans wollen es, wir wollen es auch." Er sprach von einer "großartigen Spielzeit" und verwies auch auf den Gewinn des Super Cups. Intern allerdings soll er sich anders geäußert haben. Wie die "Gazzetta dello Sport" berichtete, soll Ronaldo nach dem Champions-League-Aus umfassende Verstärkungen des Kaders gefordert und dabei auch Namen genannt haben. Unter anderem wünsche er künftig Liverpools Topstürmer Mohamed Salah an seiner Seite. Auch der portugiesische Shootingstar João Félix, der kürzlich mit Benfica Lissabon in der Europa League gegen Eintracht Frankfurt beeindruckte, sei ein Mitspieler nach Ronaldos Geschmack.

Mit derartigen Verpflichtungen - und mit Ronaldo - könnte Juventus im kommenden Jahr tatsächlich nach Europas Krone greifen. Vorerst müssen die Turiner sich aber mit dem guten, alten Scudetto begnügen. Und trotz der Bemühungen des Superstars wurde dieser auf dem San-Carlo-Platz im Herzen Turins eher zurückhaltend gefeiert.

Quelle: n-tv.de, tno/sid

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