Fußball

Bizarres Werben um BVB-Star Reus Rummenigge zeigt schlechten Bayern-Stil

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Karl-Heinz Rummenigge will den BVB nicht erzürnen - und macht mit gezielten Provokationen seit Tagen genau das.

(Foto: dpa)

Im Hochsommer sorgt Karl-Heinz Rummenigge für die nächste Eiszeit zwischen seinem FC Bayern und dem BVB. Das gezielte Ausplaudern von Vertragsdetails zu Marco Reus ist mehr als eine Indiskretion. Es ist unanständig und unfair.

Karl-Heinz Rummenigge betont gern, dass das Verhältnis zum größten Bundesliga-Rivalen Borussia Dortmund intakt sei. Der Wettstreit zwischen den beiden Clubs werde rein sportlich geführt. Dass die Kollegen im Westen der Republik da anderer Meinung sind, ist auch bekannt. Trotzdem hatte sich zuletzt die Aufregung beim BVB nach dem zwar sauberen, aber heiß diskutierten Transfer von Mario Götze und der Posse um Robert Lewandowski beruhigt.

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Marco Reus ist der nächste Bundesliga-Star, den der FC Bayern beim BVB gescoutet hat - und jetzt gern in seinen Reihen hätte.

(Foto: dpa)

Angesichts der neuesten FCB-Taktik im Werben um Marco Reus fragt man sich allerdings mehr denn je: Ist das wirklich die feine englische Art, Herr Rummenigge?

Es scheint so, als habe sich der Bayern-Boss für die Sommerpause vorgenommen, mit kleinen, aber prägnanten Bemerkungen und Lobeshymnen in diversen Interviews seine Begeisterung für den besten Spieler der letzten Saison - und das war Reus unbestritten - zu bekunden. Nicht zufällig und nicht beiläufig. Nein, klar und mit einem Unterton, der bedeuten soll: Wenn wir ihn nächstes Jahr wirklich wollen, dann holen wir uns Reus auch, liebe Dortmunder. Und ihr könnt nichts dagegen tun!

Das Problem der BVB-Bosse liegt auf der Hand. Sie wissen, sie hätten Reus 2012 nicht bekommen, hätten sie keine Ausstiegsklausel in seinem Vertrag zugelassen. Diese Klausel entzieht Hans-Joachim Watzke und seinen Mitstreitern die Macht. So wie damals bei der Vertragsverlängerung mit Götze.

Vorführung der BVB-Hilfosigkeit

Sportlich fair ist Rummenigges Verhalten deshalb trotzdem nicht. Denn er lässt keine Gelegenheit aus, die Hilflosigkeit der Rivalen öffentlich breitzutreten. Damit nicht genug, hat der 58-Jährige jetzt noch einen draufgesetzt und etwas getan, was selbst in der knallharten Bundesliga-Branche verpönt ist: Er hat fremde Vertragszahlen preisgegeben.

Gerüchte würden besagen, dass Reus' Ausstiegsklausel bei 25 Millionen Euro liege und nicht bei 35, wie zuvor kolportiert wurde. In Wahrheit ist das natürlich kein Gerücht, sondern eine Information, die Herr Rummenigge erhalten hat und von deren Wahrheitsgehalt der einstige Weltklasse-Stürmer überzeugt ist. Ansonsten würde er sich selbst lächerlich machen, sollte die Zahl nicht stimmen.

Er hat damit bewusst eine neue Lawine ins Rollen gebracht, die den Vizemeister in seinem Kampf um den gebürtigen Dortmunder weiter schwächt. Zusätzlich bringt sie acht Tage vor dem ersten Showdown im Supercupfinale Unruhe in die Vorbereitung des Teams von Trainer Jürgen Klopp. Ob sich Rummenigge damit nicht ein Eigentor geschossen hat, indem er mit der neuen Summe auch andere Interessenten für Reus auf den Plan gerufen hat, bleibt abzuwarten.

Der "Verärgerung" der BVB-Verantwortlichen kann er sich jedenfalls schon einmal sicher sein, wie Watzke in einer Klub-Mitteilung zum Ausdruck brachte. "Wir sind sicher, dass für jeden Fußballinteressierten offensichtlich ist, welche Absicht hinter solchen Äußerungen steckt", heißt es. Die feine englische Art, die Herr Rummenigge so gerne für sich in Anspruch nimmt, ist es ganz sicher nicht.

Quelle: n-tv.de

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