Fußball

1. FC Union: "Es geht um alles" SC Paderborn feiert sein Fußball-Wunder

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Schnell ein Foto: Paderborns Marlon Ritter mit seinen Kollegen in Dresden.

(Foto: imago images / Karina Hessland)

Einen Balkon hat das Rathaus nicht, dann bauen sie halt eine Bühne auf. Die Fußballer des SC Paderborn zelebrieren ihren wundersamen Aufstieg in die Bundesliga, der Sportchef verspricht: "Die ganze Stadt kann sich auf ein geiles Jahr freuen". Derweil ringt Union Berlin vor der Relegation um Fassung.

Nach dem zweiten Fußball-Wunder des SC Paderborn seit 2014 wollen sie in der 151.000-Einwohner-Stadt an der Pader an diesem Montag kräftig feiern. Die Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart soll gegen 18.15 Uhr am Rathaus eintreffen und sich dort in das Goldene Buch eintragen. Weil es am Rathaus keinen Balkon gibt, wird eine Bühne errichtet, auf der sich der Sensations-Aufsteiger von den Fans hochleben lassen wird. Und das ist verdient.

Denn in der am Sonntag beendeten Zweitligasaison zeigte das Baumgart-Team als Aufsteiger tollen Offensivfußball. Nun "kann sich die ganze Stadt auf ein geiles Jahr freuen", kündigte Sport-Geschäftsführer Markus Krösche nach dem 1:3 bei der SG Dynamo Dresden an - diese Niederlage tat nicht mehr weh, weil der 1. FC Union Berlin beim VfL Bochum nur 2:2 spielte. Für die Köpenicker war das ein kleines Drama, hatten doch Grischa Prömel in der 83. und Joshua Mees in der 86. Minute für den Ausgleich gesorgt, ein weiterer Treffer hätte den direkten Aufstieg bedeutet. Am Ende hat Union zwar ebenso viele Punkte wie Paderborn, aber eben eine um fünf Treffer schlechtere Tordifferenz.

Nun geht es an diesem Donnerstag beim VfB in Stuttgart und dann am Montag, 27. Mai, im Stadion An der Alten Försterei (beide Spiele ab 20.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) um den ersten Sprung der Vereinsgeschichte in die Bundesliga. "Im ersten Moment ist jeder niedergeschlagen. Man muss den Spielern auch ein bisschen Zeit geben, das zu verarbeiten", sagte Trainer Urs Fischer. "Ich glaube schon, dass wir bereit sind für die Relegationsspiele." Offensivspieler Mees ist da schon weiter als sein Chef: "Es geht um alles. Für sie geht es ums Überleben in der ersten Liga, für uns geht es darum, Geschichte zu schreiben. Es werden packende Duelle." Kapitän Christopher Trimmel sagte allerdings auch: "Wir wissen natürlich, dass wir Außenseiter sind."

"Das ist einfach geil"

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"Die Jungs haben zwei Jahre gut gearbeitet und das einfach verdient": Steffen Baumgart.

(Foto: imago images / Revierfoto)

Das sind die Paderborner im kommenden Jahr auch, allerdings definitiv in der Bundesliga. Nach der Rückkehr in die Erstklassigkeit soll es ähnliche Niedergänge wie nach dem Abstieg 2015 nicht wieder geben. "Wir kriegen jetzt ganz andere Möglichkeiten als in der zweiten Liga", sagte Präsident Elmar Volkmann. Damit werde man vernünftig umgehen. "Sportlich weiß man es nie genau, aber alles andere werden wir sauber im Griff haben."

Erst aber einmal dürfen sie feiern. "Das ist einfach geil, am Ende war es zwar noch einmal richtig eng, aber die Jungs haben zwei Jahre gut gearbeitet und das einfach verdient", sagte Trainer Baumgart, der mit seiner Mannschaft nun zwei Aufstiege hintereinander geschafft hat. Angreifer Sven Michel konnte sein Glück kaum fassen. "Das ist unglaublich, dass ich mit 29 Jahren noch einmal in die Bundesliga komme. Da brauche ich ein paar Tage, um das zu verstehen."

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Auch Sportchef Krösche war überglücklich. "Es war die bisher schönste Niederlage in meinem Leben. Das ist der Lohn für das ganze Jahr. Unser Weg ist Wahnsinn, es ist schwer in Worte zu fassen, ich bin unheimlich stolz." Beim Saisonfinale hatten sich die Paderborner in Dresden zunächst nicht irritieren lassen. Mit seinem 16. Saisontreffer brachte Philipp Klement die Gäste in der 11. Minute in Führung. Allerdings kamen die Gastgeber durch einen Doppelpack von Baris Atik noch vor der Pause zum 2:1, der überragende Atik traf sogar zum 3:1. Und in Bochum holte Berlin derweil einen 0:2-Rückstand auf. "Das haben wir schon mitbekommen", sagte Michel. Nur Torjäger Klement bekam den Aufstieg zunächst gar nicht mit: "Ich dachte, Union hat 3:2 in Bochum gewonnen und habe mich mental schon auf die Relegationsspiele eingestellt."

Quelle: n-tv.de, sgi/dpa

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