Fußball

Upamecano bald in München? Salihamidzic lobt RB-Verteidiger zu Bayern

imago46548517h.jpg

Noch spielt Upamecano gegen den FC Bayern - bald womöglich für ihn.

(Foto: imago images/Philippe Ruiz)

Dayot Upamecano von RB Leipzig bekommt nach dem Topspiel der Fußball-Bundesliga gegen den FC Bayern ein Sonderlob von Münchens Sportdirektor Hasan Salihamidzic. Der junge Franzose gilt als Wunschspieler des deutschen Rekordmeisters - aus gutem Grund.

"Er hat ein starkes Spiel gemacht", hatte Sportdirektor Hasan Salihamidzic nach dem 0:0 des FC Bayern im Topspiel der Fußball-Bundesliga gegen RB Leipzig die Leistung von Dayot Upamecano gelobt. Also die eines Gegners - und das auch noch völlig zu Recht. Doch das heizte die Gerüchteküche um den Leipziger Verteidiger noch einmal mächtig an.

Dass der FC Bayern die Entwicklung des 21-Jährigen genau im Blick hat, überrascht nicht. Schließlich wurde den Münchnern bereits Interesse an Upamecano nachgesagt, als dieser im Sommer 2015 seine Heimat verließ und bei RB Salzburg anheuerte. Und erneut, als er zwei Jahre später nach Leipzig weiterzog. Upamecano nicht verpflichtet zu haben, sollen die Münchner intern heute als großen Fehler bewerten.

imago46547662h.jpg

Boatengs Münchner Zeit scheint abzulaufen.

(Foto: imago images/MIS)

Salihamidzics Aussage aber ist brisant, schließlich bereitet die Abwehr Sorgen. Die Verträge von Jérôme Boateng und Javi Martínez enden 2021. Dass die beiden 31-Jährigen über den Sommer hinaus bleiben, ist eher unwahrscheinlich. Aushilfsinnenverteidiger David Alaba macht seine Sache teils überragend, ist auf dem linken Defensiv-Flügel aber wertvoller. Für die Saison 2020/2021 kann der FC Bayern derzeit mit Benjamin Pavard, Rekordeinkauf Lucas Hernández, Niklas Süle und Lars Lukas Mai planen.

Der FC Bayern muss handeln

Zu wenig für eine Mannschaft, die allein vom Selbstverständnis her Jahr für Jahr nach dem Triple lechzt. Auf den zweiten Blick wird jedoch klar, wie dünn die Personaldecke tatsächlich ist. Süle kehrt nach seinem Kreuzbandriss erst im April auf den Rasen zurück, Pavard dürfte in der kommenden Saison weiterhin auch Einsätze als Rechtsverteidiger sammeln und Talent Mai bestritt seit fast zwei Jahren keine Minute für die Profis. Upamecano passt da perfekt ins Profil. Das wissen auch die Bayern, die der "Bild"-Zeitung zufolge längst ihr Interesse beim Management des Top-Talents hinterlegt haben.

Damit aber nicht genug: Sollte ein anderer Klub an Upamecanos Berater herantreten, werden die Bayern demnach über den Mitbewerber informiert. Eine im bis 2021 datierten Vertrag verankerte Ausstiegsklausel in Höhe von 60 Millionen Euro soll im Sommer zudem greifen und den Abschied von RB erleichtern. Gerade wenn man berücksichtigt, dass die Bayern ihre Bemühungen, Leroy Sané und/oder Kai Havertz im Sommer in die bayrische Landeshauptstadt zu locken, kaum einstellen werden, sind die kolportierten 60 Millionen Euro für Upamecano allerdings viel Geld. Aber können die Münchner angesichts seiner Entwicklung auf eine Verpflichtung verzichten, wenn sie möglich ist?

*Datenschutz

Von den derzeit in der Liga gesetzten Innenverteidigern toppen nur Schalkes Ozan Kabak (68,57 Prozent) und der Augsburger Felix Uduokhai (67,84) die Zweikampfquote von Upamecano (65,86). Im aktuellen Bayern-Kader weist zwar Süle (66,67) einen besseren Wert auf, bestritt jedoch deutlich weniger Partien. 90,3 Prozent angekommene Pässe aus dem Spiel und sehr gute 76,3 Prozent gewonnene Kopfball-Duelle garnieren das Gesamtpaket des Noch-Leipzigers.

Allerdings plagten Upamecano mit seinen 21 Jahren bereits mehrfach Knieprobleme. Im Sommer 2018 rügte der damalige RB-Coach Ralf Rangnick die Einstellung seinen Schützlings öffentlich und gab ihm eine Mitschuld an seinen körperlichen Problemen. Zudem ruft Upamecanos Zweikampfführung nicht immer Begeisterung hervor. Manager-Legende Heribert Bruchhagen bescheinigte dem 1,86 Meter großen Abwehrspieler gegenüber "Sky" zuletzt, er bewege sich "wie ein Schienenfahrzeug".

Wunschziel nicht der FC Bayern?

Dass sich die Top-Klubs im Sommer um Upamecano zanken, steht dennoch außer Frage. Neben dem FC Bayern sollen der FC Barcelona und vor allem die finanzstarken Klubs der englischen Premier League ihre Fühler nach ihm ausgestreckt haben. Bitter für die Münchner: Angeblich ist England "das Wunschziel" des Abwehrhünen.

Sport.de

Dieser Text ist zunächst bei den Kollegen von sport.de erschienen.

Upamecano selbst hält sich derweil bedeckt: "Gerüchte, genau das sind sie", kommentierte er gegenüber "rblive.de" die Schlagzeilen. "Meine Berater haben mir von keinem Interesse erzählt. Deshalb beschäftige ich mich damit auch nicht."

Von einem Bekenntnis zu RB Leipzig kann allerdings auch nicht die Rede sein. "Wenn meine Berater, meine Familie und ich der Meinung sind, dass ich bleiben sollte, dann bleibe ich. Und wenn sie nach einem Gespräch mit RB, wenn es das geben würde, meinen, ich sollte zu einem bestimmten Zeitpunkt wechseln, dann würde ich mich auch damit beschäftigen." Besagter Zeitpunkt dürfte nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen.

Apropos Schwächen: Weniger Kunst, mehr Zweikampfhärte - beim BVB diskutieren sie über ihre Abwehrschwäche. Gegen Frankfurt und Paris will es der Fußball-Bundesligist besser machen als bei den jüngsten Niederlage in Bremen und Leverkusen. Gelingt das nicht, drohen turbulente Zeiten.

Quelle: ntv.de