Fußball

Streit um Spielerberater-GmbH Sammer motzt vor Gericht über "Scheißfirma"

7fcdabe0f96e9b2b05bb01dda31808ed.jpg

Sammer fühlt sich zu Unrecht vor Gericht gezerrt.

(Foto: dpa)

Im vergangenen Jahr greift Matthias Sammer seinem Sohn unter die Arme: Der hat mit einem Freund eine Spielerberater-Firma gegründet, ist jedoch chronisch erfolglos. Sammer Senior kauft die Anteile des Freundes - und dann klappt ein Transfer. Ein abgekartetes Spiel?

Der ehemalige Sportvorstand des FC Bayern und jetzige externe Berater von Borussia Dortmund, Matthias Sammer, ist wegen arglistiger Täuschung im Zusammenhang mit der Vermittlung eines Fußballprofis über eine Spielerberater-Agentur angeklagt. "Das brüllt nach einer Einigung", hatte Richter Martin Scholz gesagt, ehe er die Verhandlung am Landgericht München I zur Beratung beider Parteien für rund 20 Minuten unterbrach. Eine Einigung blieb dann jedoch vorerst aus.

Die Vorgeschichte des Streitfalls: Im November 2015 gründete der Kläger Alderim Ramaj gemeinsam mit Sammers Sohn Marvin eine GmbH, über die Spieler vermittelt werden sollten. Viel Erfolg hatten sie damit nicht. "Diese GmbH war nicht der große Bringer", stellte Richter Scholz fest. Wie die "Bild" berichtet, griff deswegen der frühere Sportvorstand des FC Bayern seinem Sohn unter die Arme, da die beiden in zwei Jahren kaum Umsatz machten. "Ich hätte die Scheißfirma null Komma null gebraucht", schäumte Sammer demnach vor der Kammer. Und: "Ihr habt euch das viel zu einfach vorgestellt."

Ramaj verkaufte daraufhin seinen Firmen-Anteil an Matthias Sammer. Die "Bild" berichtet von einem Treffen in einem Münchner Restaurant im Juni 2017: Dort habe Sammer Ramaj überzeugt, ihm die Anteile für 12.250 Euro zu überlassen. Die Abtretung sei wenige Tage später bei einem Notar erfolgt.

Ramaj ficht Vertrag an

Nur kurz nach der Abwicklung wurde dann der Transfer von Felix Uduokhai von 1860 München zum VfL Wolfsburg bekannt. Im Sommer 2017 schloss sich der Verteidiger für kolportierte eine Million Euro Ablöse den Niedersachsen an - vermittelt durch die "Sammer Sports Scouting & Management GmbH". Laut "Bild" sei der Deal hauptverantwortlich von Sammer Senior eingetütet worden. Dies sei ihm verschwiegen worden, um die Provision alleine zu bekommen, so Ramaj, der nun gerichtlich den Abtretungsvertrag anficht. Sammer allerdings sieht sich im Recht und soll vor Gericht gesagt haben: "Aldi, Du hast gesagt wir sind Freunde - und dann haust du mir so ein Ding an den Kopf. Du hättest mich doch vorher anrufen können."

Im konkreten Fall geht es um einen Streitwert von 64.750 Euro, wie Richter Scholz mitteilte. Ramaj hatte seinen finanziellen Schaden ursprünglich sogar auf 350.000 Euro geschätzt. Vor dem Landgericht München I ist für den 6. Juli ein weiterer Termin angesetzt. Bis dahin könnten sich Kläger und Beklagter außergerichtlich einigen. Sollte dies nicht gelingen, müssten Zeugen wie Uduokahai und Funktionäre des VfL Wolfsburg geladen werden, so der Richter.

Quelle: ntv.de, jgu/dpa