Fußball

Gänsehaut-Choreo für Assauer Schalke langweilt sich zum Klassenerhalt

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So dynamisch wie in diesem Zweikampf zwischen Breel Embolo (links) und Rani Khedira war's nur ganz, ganz selten an diesem 32. Spieltag in der Schalke-Arena.

(Foto: imago images / Nordphoto)

Eine Woche nach dem spektakulären Sieg im Revierderby bei Borussia Dortmund macht der FC Schalke 04 nun gegen den FC Augsburg den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga perfekt. Mit Mut? Mit Leidenschaft? Mit Wucht? Nö, mit herrlichstem Sommerfußball bei Graupelschauer.

Der FC Schalke 04 hat sich kurz vor Ende einer völlig verkorksten Saison zumindest den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga gesichert. Im vorletzten Heimspiel erkämpfte sich das Team des Interimstrainers Huub Stevens gegen den FC Augsburg mit einem 0:0 den notwendigen Zähler, um auch rechnerisch nicht mehr auf den Relegationsplatz zurückfallen zu können. "Das Aufatmen ist sehr groß. Wir sind schlecht in die Rückrunde gekommen, deswegen war irgendwann klar, dass es nur um den Klassenerhalt geht", sagte Torwart Alexander Nübel bei Eurosport und rechtfertigte den Leistungsabfall gegenüber dem 4:2 im Derby bei Borussia Dortmund vor Wochenfrist: "Wenn wir das Tor machen, gewinnen wir das Spiel. Aber in Dortmund war es etwas ganz anderes".

Sieben Punkte beträgt der Vorsprung der Schalker auf den VfB Stuttgart vor den letzten beiden Spieltagen. Sportvorstand Jochen Schneider kann also die kommende Saison vorbereiten. Die dringendste Personalie ist die des Trainers. Stevens, der im März auf den entlassenen Domenico Tedesco gefolgt war, gibt den Job zum Saisonende wieder ab. Als heißester Kandidat gilt der ehemalige Huddersfield-Trainer David Wagner. Auch der Posten des Sportdirektors ist vakant, hier sollen sich die Schalker um Markus Krösche bemühen, der beim SC Paderborn in der zweiten Liga sehr erfolgreich arbeitet.

Acht Tage nach dem überraschenden und stürmisch bejubelten Derbysieg beim Rivalen Borussia Dortmund zeigte sich aber einmal mehr, wieso der Vizemeister in dieser Saison so lange gegen den Abstieg gespielt hatte. S04 hatte große Probleme, klare Torchancen zu kreieren und leistete sich zu viele Ungenauigkeiten. Weil aber auch der FCA, der den Klassenerhalt seit Samstag aufgrund der 1:3-Niederlage des VfB Stuttgart bei Hertha BSC bereits sicher hatte, wenig investierte, entwickelte sich ein Spiel auf mäßigem Niveau.

"Malocher, Macho, Manager"

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Mit ihrer Choreo für Rudi Assauer sorgten die Fans des FC Schalke 04 für Gänsehaut.

(Foto: imago images / Eibner)

So blieb die Choreografie der Schalker Fans, die vor dem Anpfiff mit einem riesigen Transparent des im Februar verstorbenen Ex-Managers Rudi Assauer gedachten, der am 30. April 75 Jahre alt geworden wäre, lange Zeit das einzige Highlight. Nur eine kleine Unsicherheit des Schalker Keepers Alexander Nübel nach einem Schuss von Konstantinos Stafylidis (29.) und ein aussichtsreicher Angriff von S04 über Suat Serdar und Breel Embolo (40.) sorgten für etwas Spannung auf dem Platz. Erst nach der Pause wurden beide Teams kurzzeitig etwas zielstrebiger.

Serdar traf nach einem Doppelpass mit Embolo nur den Pfosten (52.), kurz darauf reagierte Torhüter Nübel nach einem abgelenkten Schuss von Michael Gregoritsch stark und bewahrte sein Team vor dem Rückstand (56.). Danach aber nahm die Intensität schnell wieder ab: Augsburg verteidigte und überließ Schalke meist den Ball. Dem Stevens-Team mangelte es nicht an Einsatz und Engagement - dafür aber weiterhin an spielerischer Leichtigkeit. So fiel S04 vor 59.841 Zuschauern in der nicht ausverkauften Arena auch bis in die Schlussphase kaum etwas ein, Serdar (90.) prüfte kurz vor dem Ende FCA-Schlussmann Gregor Kobel.

Quelle: ntv.de, Andreas Asen, sid