Fußball

"Hellwach" gegen Werder im Pokal Schalke sucht Weg aus der Murks-Saison

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Huub Stevens will mit dem FC Schalke gegen Werder Bremen ins Halbfinale des DFB-Pokals einziehen.

(Foto: imago images / Joachim Sielski)

In der Fußball-Bundesliga taumelt der FC Schalke am Rande der Abstiegszone. Nun kann der Klub im Pokalviertelfinale neuen Mut schöpfen. Gegen Werder Bremen verwehrt sich Trainer Stevens gegen "Alibis" und setzt auf sein bestmögliches Team.

Mit selten gewordenem Rückenwind aus der Fußball-Bundesliga will Vizemeister FC Schalke 04 im DFB-Pokal seine letzte Chance auf einen Europapokalplatz "durch die Hintertür" wahren. Bei einem Erfolg im Viertelfinale (ab 20.45 Uhr bei ARD und im Liveticker bei n-tv.de) im Erstliga-Duell der Pokalspezialisten mit SV Werder Bremen würden den Königsblauen nur noch zwei weitere Erfolge fehlen, um eine völlig verkorkste Saison doch noch zu retten. Es winkt schließlich der sechste Pokaltriumph.

So könnten sie spielen

FC Schalke 04: Nübel - Bruma, Sané, Nastasic - Stambouli, Mascarell, Oczipka - Serdar, Rudy - Embolo, Uth. Trainer: Stevens
SV Werder Bremen: Pavlenka - Veljkovic, Langkamp, Moisander - Gebre Selassie, Sahin, Augustinsson - M. Eggestein, Klaassen - Kruse – Rashica. Trainer: Kohfeldt
Schiedsrichter: Aytekin

"Wir sind froh, dass wir die Möglichkeit haben, vor unseren Fans ein gutes Ergebnis zu holen. Die Spieler möchten ins Endspiel, das ist etwas Besonderes", sagte Schalke-Trainer Huub Stevens und machte seine Mannschaft für das Duell mit den Hanseaten heiß. Das 1:0 in der Liga in Hannover am Sonntag hat Auftrieb gegeben.

Doch auch die Gäste aus Bremen haben zehn Jahre nach ihrem sechsten und bislang letzten Triumph Heißhunger auf den Pokalsieg. Die Grün-Weißen wollen ihren Höhenflug auf den sechsten Tabellenplatz in der Liga nun auch im Pokal durch den 21. Einzug ins Halbfinale fortsetzen. "Wir werden alles auf dieses Spiel ausrichten. Wir wollen unbedingt weiterkommen", meint Werder-Trainer Florian Kohfeldt.

"Ich stelle nach Qualität auf"

Kohfeldts Job erscheint derzeit ungleich leichter als die Aufgabe seines Gelsenkirchener Trainerkollegen. "Wir können nicht locker sein. Unsere Situation ist immer noch nicht gut, auch in Hannover war nicht alles gut", sagte Stevens: "Wir wollen so schnell wie möglich da unten raus, aber gegen Bremen ist Pokal mit einer besonderen Spannung."

An eine Rotation im Vergleich zum ersten Liga-Erfolg seit dem 20. Januar in Hannover, durch den Schalke bei sechs Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone zumindest kurz durchatmen kann, denkt Stevens offenbar nicht. Er werde keine Spieler für das wichtige Bundesliga-Duell am Samstag mit dem amtierenden Pokalsieger Eintracht Frankfurt schonen, sagte er: "Das wäre nur ein Alibi." Schalkes "Jahrhunderttrainer" betonte: "Ich stelle nach Qualität auf."

Seine Erinnerungen an die Pokalsiege mit Schalke 2001 und 2002 hält der Stevens nicht wirklich für zusätzliche Motivationsspritzen: "Was ich erlebt habe, ist nicht wichtig und die Vergangenheit auch nicht. Das war eine andere Zeit." Im Hier und Jetzt hat der 65-Jährige durch die Rückkehr von Angreifer Guido Burgstaller, Abwehrspieler Daniel Caligiuri sowie dem zu Torhüter Nummer zwei degradierten Kapitän Ralf Fährmann ins Training zusätzliche Alternativen.

Warnung vor Kruse und Co.

Reichlich Klasse bescheinigte Stevens den Bremern um den momentan stark auftrumpfenden Torjäger Max Kruse. "Kruse ist aber nur einer von elf Spielern, die anderen leisten auch gute Arbeit. Wir müssen für die richtige Antwort darauf hellwach sein", mahnte der "Knurrer von Kerkrade" zur Konzentration.

Werder hatte im Achtelfinale bei Borussia Dortmund im Elfmeterschießen gewonnen. Die heutige Partie ist das fünfte Aufeinandertreffen der beiden Klubs im DFB-Pokal. Viermal siegte Schalke, zuletzt im Halbfinale 2005 im Elfmeterschießen. Aber: Vor gut drei Wochen kassierten der Revierklub in der Bundesliga eine 2:4-Pleite an der Weser. Damals saß noch Tedesco auf Schalkes Trainerbank, vier Tage später folgte das 0:7-Debakel in der Champions League bei Manchester City. Im folgenden Spiel gegen Leipzig (0:1) war dann bereits Stevens im Amt.

Als Außenseiter sieht Kruse den Gegner aus Schalke jedoch nicht: "Wir müssen nicht mehr über Favoriten sprechen. Jedes Team hat nur noch zwei Spiele bis Berlin. Da ist mir egal, wo Schalke in der Liga steht." Sein Trainer Kohfeldt rechnet mit einem "sehr scharfen" Gegner: "Es ist ein Endspiel. Eine Mannschaft wird lachen, eine Mannschaft wird weinen. Wir wollen am Ende lachen."

Quelle: ntv.de, cri/sid/dpa