Fußball

Auf Wahnsinn folgt viel Brisanz Schalke und BVB brennen aufs Final-Derby

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Der Hinspiel-Irrsinn in Zahlen

(Foto: imago/DeFodi)

In der Hinrunde eskaliert das Revierderby zwischen Schalke und Dortmund zum legendären Fußball-Spektakel. Die Erinnerung elektrisiert auch vor dem Rückspiel. Noch brisanter ist aber die Tabellenkonstellation, die das Derby zu einem Mini-Endspiel macht.

Die emotionalen Bilder des denkwürdigen Hinspiel-Spektakels flimmerten noch einmal über die Bildschirme im Schalker Presseraum. Trainer Domenico Tedesco schüttelte ungläubig den Kopf, Sportvorstand Christian Heidel lächelte. "Ich hatte Gänsehaut, als ich ihn zum ersten Mal gesehen habe", sagte Tedesco nach dem Ende des Films. An eine Fortsetzung glaubt er allerdings nicht. "Es wird ein komplett anderes Spiel sein", sagte Tedesco vor dem 174. Revierderby (15.30 Uhr im n-tv.de Liveticker) gegen den Erzrivalen Borussia Dortmund.

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Naldo hatte den Schalkern in der Nachspielzeit noch das 4:4 gerettet.

(Foto: dpa)

Da hätte sein BVB-Trainerkollege Peter Stöger sicherlich nichts gegen. Der Österreicher verfolgte als damaliger Trainer des 1. FC Köln das 4:4 im Derby für die Ewigkeit vor dem Fernseher. Die 4:0-Pausenführung verspielte Dortmund noch unter seinem Vorgänger Peter Bosz. "Mir ist es ergangen wie vielen anderen auch. Ich konnte es einfach nicht glauben. Es war schon speziell", sagte Stöger, der aber ebenso wie Tedesco keine Auswirkungen für das Rückspiel erwartet: "Wir ziehen für das Spiel nicht das 4:4 heran."

Außergewöhnliche Ausgangslage

Die Brisanz ist ohnehin groß genug. Im Revierkampf um die Vizemeisterschaft könnte eine Vorentscheidung fallen, zudem geht es für beide Mannschaften um den Einzug in die Champions League. Mit einem Sieg kann der BVB an Schalke vorbeiziehen und auf Platz zwei klettern. "Ich freue mich auf dieses Spitzenspiel. Es ist immer Brisanz im Derby. Aber die Ausgangslage, dass wir vorbeiziehen können, macht es außergewöhnlich", sagte Stöger. In seiner Zeit als Kölner Coach hat er in der Liga nie in der Schalker Arena verloren. "Ich fahre gerne in dieses Stadion", sagte Stöger daher.

Vom Gegner ist er beeindruckt. Auch wenn er es als BVB-Trainer eigentlich nicht sagen dürfe, aber "ich habe großen Respekt davor, wie Schalke in dieser Saison auftritt. Sie haben eine gute Organisation und viel Teamgeist. Sie sind gut unterwegs." Diese Stärken wolle man Schalke aber nehmen. Dafür benötige man ein gutes Passspiel und eine gute Laufarbeit, so Stöger: "Wir versuchen, spielerische Lösungen zu finden."

Remis-Serie soll endlich reißen

Viermal trennten sich beide Teams in der Liga zuletzt mit einem Unentschieden, der letzte Schalker Sieg datiert vom September 2014. Die Durststrecke soll nun endlich beendet und damit eine starke Bundesligasaison gekrönt werden. Tedesco mahnt sein Team aber vor zu großer Euphorie. "Natürlich werden Emotionen da sein. In solchen Spielen ist es aber wichtig, einen klaren Kopf zu haben", sagte der 32-Jährige. Den Fans fällt das schwer: 4000 Schalker kamen am Samstag zum öffentlichem Abschlusstraining, um ihre Mannschaft einzustimmen. Dort sahen sie allerdings, dass Offensivspieler Breel Embolo bereits nach 32 Minuten passen musste. Er wird im Derby fehlen.

Tedesco warnt wie Stöger vor dem Gegner. "Ich höre oft, dass Dortmund in der Krise ist. Wenn man von 14 Spielen nur eins verliert, dann ist man weit weg von einer Krise. Peter Stöger hat die Mannschaft enorm stabilisiert. Wir haben sechs Spiele in Folge gewonnen, und sie liegen nur einen Punkt hinter uns. Das sagt alles", sagte der Schalker Coach, der einen "mutigen" Auftritt fordert.

Die Fans beider Lager sind seit Wochen heiß auf das Derby, die Arena ist mit 61.786 Zuschauern ausverkauft. Nationalspieler Leon Goretzka fiebert mit: "So ein Derby gibt es in Deutschland nur einmal - und das ist Schalke gegen Dortmund."

Quelle: n-tv.de, Oliver Mucha und Thomas Lipinski, sid

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