Fußball

Letztes Spiel mit VfL Wolfsburg Schults Drehbuch vor dem Abflug nach Hollywood

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Almuth Schult wechselt den Kontinent.

(Foto: IMAGO/Hübner)

Almuth Schult verlässt den VfL Wolfsburg - plant aber eine letzte große Titelparty. Dafür soll der Sieg im DFB-Pokal her. Für das Spiel gegen Turbine Potsdam verlassen sogar ihre Eltern ihren Bauernhof. Die Partie könnte auch Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg nochmal Nachdenken lassen.

So wehmütig Almuth Schult auch ist, als waschechtes Feierbiest hat die Nationaltorhüterin natürlich eine letzte DFB-Pokal-Poolparty im Sinn. Vor dem Wechsel zum Hollywood-Klub Angel City FC wäre es das perfekte Happy End: Vom VfL Wolfsburg will sich die 31-Jährige gebührend mit dem Double und dem achten Cup-Triumph in Serie verabschieden.

"Wir haben im Kölner Stadion eine große Kabine mit Entmüdungsbecken, in dem wir schon die eine oder andere Party gefeiert haben", sagte Schult vor dem DFB-Pokalfinale gegen Turbine Potsdam (16.45 Uhr/ARD und Sky). Doch nach neun VfL-Jahren werden wie schon nach der Meisterschaft sicher auch Tränen fließen.

Bereits bei der Medienrunde kämpfte die sonst so coole Schult mehrfach mit ihren Gefühlen: "Ich bin nicht aufgeregt, aber wehmütig. Das ist schon krass." Zumal auch die Eltern den heimischen Bauernhof im Wendland zurücklassen, um die Tochter erstmals gemeinsam beim großen Finale in Köln zu unterstützen.

Rückkehr in Bundesliga ist offen

Nach der EM im Sommer in England (6. bis 31. Juli) wird sich Schult auch von ihnen verabschieden müssen. Mit ihrem Mann und den zwei Jahre alten Zwillingen zieht sie in die USA, um beim Profiklub Angel City FC in der NWSL ein nicht nur sportlich reizvolles neues Kapitel zu beginnen. Das von US-Schauspielerin Natalie Portman initiierte Projekt will neue Sphären im Frauensport erschließen - das passt perfekt zu Schult. Als beliebte TV-Expertin und mit der Initiative "Fußball kann mehr" ist sie längst zur Galionsfigur aufgestiegen, die den deutschen Frauenfußball voranbringen will.

"Ich kann auch Erfahrungen sammeln, was dort anders gemacht wird, in der Vermarktung zum Beispiel", erklärte Schult. Dass etwa das Pokalfinale nach coronabedingt zwei Jahren ohne Fans nicht annähernd ausverkauft sein wird, ist ihr verständlicherweise ein Dorn im Auge. Offen lässt Schult, ob Los Angeles ihre letzte Karriere-Station wird oder sie noch einmal in die Bundesliga zurückkehrt: "Aber es gibt nicht so viele Vereine in Deutschland, bei denen ich spielen würde."

Schafft sie es als Nummer 1 zur EM?

Fest steht, dass sie ihre Karriere im Nationalteam auch aus den USA fortsetzen möchte. Bis zur EM will sie Eintracht-Keeperin Merle Frohms, die Schult im VfL-Tor beerben wird, am liebsten noch die Rolle als Nummer eins der DFB-Auswahl streitig machen. "Ich möchte es der Bundestrainerin so schwer wie möglich machen. Ich sehe nicht, dass die Entscheidung schon in Stein gemeißelt ist", sagte die 64-malige Nationalspielerin.

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Seit dem WM-Aus 2019 hat die Rio-Olympiasiegerin nach Schulteroperation und Babypause kein Länderspiel mehr absolviert, Martina Voss-Tecklenburg nimmt ihre EM-Kandidatinnen kurz vor Nominierung des vorläufigen Kaders (31. Mai) als Tribünengast in Köln unter die Lupe.

In das Duell mit dem dreimaligen Titelträger Turbine Potsdam gehen Schult und Co. als klarer Favorit. Mit Triumph Nummer neun würde der VfL als Rekordsieger mit dem 1. FFC Frankfurt (heute Eintracht) gleichziehen. "Es wäre wunderschön, wenn das klappt", sagte Schult. Eben ein drehbuchreifes Happy End.

Quelle: ntv.de, ara/sid

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